Beeinflusst Cannabis die Fruchtbarkeit?

Es ist bereits etwas später am Abend, die Balkontür ist offen und draußen sind es immer noch 25 Grad. Die Klänge der Nacht auf Bali reichen von Autolärm, hupen bis zu traditionellem getrommel. In meinem Kopf schweben Daniel´s Worte bezüglich dem leichten Druck, den man sich als Autor immer wieder macht, wenn man einen neuen Artikel schreibt und nach einem gelungenen Einstieg dafür, in den Windungen seines Hirns sucht. Der Laptop Bildschirm leuchtet mir mit einer weißen Seite entgegen, bereit mit Wörtern befüllt zu werden.

Ich komme jeden Abend, den ich zum Schreiben und Arbeiten nutze, gefühlt jedes Mal aus einer langen Pause. Selbst wenn nur ein Tag dazwischen liegt. So ist das, wenn man seit kurzem Mama ist. Aber ich dachte mir, die Themen für uns Frauen sind in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen, durch meine etwas längere Abwesenheit von der Tastatur dieses Jahr. Grund genug sich mal wieder der weiblichen Seite von Cannabis zu widmen. Auch wenn mich das Thema heute ausnahmsweise noch nicht wieder direkt selbst betrifft. Aber so ist das nach einer Geburt.

Cannabis und PMS

Jedoch hat jede Frau, früher oder später, mehr oder weniger damit zu tun: Beschwerden, Krämpfe, Stimmungsschwankungen etc. vor und während der Periode. Das Cannabis, wer es generell verträgt und damit umgehen kann, auch gerade in dieser Zeit helfen und Schmerzen lindern kann, ist vermutlich klar. Wenn nicht, dann keine Ursache für den Tipp. 😉

Viele Frauen die Cannabis konsumieren, scheinen während der Periode aber mehr Gras zu vertragen, als an anderen Tagen. Und zwar nicht wegen der goldenen Regel „mehr hilft mehr“, sondern weil die Toleranz von Cannabis in dieser Zeit höher zu sein scheint. Natürlich ist jede Frau anders und man kann hier keine allgemein gültige Aussage für alle treffen, aber bei einem Großteil trifft es doch zu.

Die THC Toleranz verändert sich während der Periode.

Der Grund dafür ist, dass das Anandamid Level, ein Cannabinoid, welches für die Reduzierung von Stress und der Steigerung des Glücksgefühls zuständig ist, bei Frauen während der Menstruation stark schwankt. Gleichzeitig sind die Östrogen Level während der Periode am niedrigsten. Das Östrogen Level steht aber in direkter Verbindung zur Cannabis Toleranz. Wenn nämlich das Östrogen höher ist, spaltet der Körper das THC im Cannabis schneller auf, wodurch es besser wirkt und sozusagen potenter ist, wodurch wiederum weniger Cannabis für mehr Wirkung benötigt wird.

Wie bereits weiter oben erwähnt, kann es sich mit der Cannabis Toleranz während der Periode aber auch genau anders herum verhalten. Für einige Frauen kann Cannabis, bzw. können THC-haltige Produkte oder THC-lastige Strains, die normalerweise gut vertragen werden, während den Tagen plötzlich die Symptome der Periode, wie Ängste oder emotionale Unausgeglichenheit, verschlimmern. In diesem Fall ist es natürlich ratsam nicht mehr, sondern weniger oder am besten sogar gar kein Cannabis zu konsumieren. Oder es statt dessen einfach nur mit CBD zu probieren, um ggf. Krämpfe zu lindern.

THC oder CBD vor und während den Tagen?

CBD kann zudem die Eigenschaften von Östrogen imitieren, was das blocken der Fettsäureamid-Hydrolase angeht, einem Enzym, das Anandamid aufspaltet. Falls du also zu den Frauen gehörst, die eher schlecht auf Cannabis während der Menstruation reagieren, könnte dir immer noch CBD dabei helfen Stimmungsschwankungen, Aufgeblähtheit, Schlafstörungen, Akne, Depressionen, Schmerzen und andere Symptome rund um die Periode zu bekämpfen.

Das gesamte weibliche Fortpflanzungssystem ist tief mit dem Endocannabinoid-System verwoben. So ist es kein Wunder, das Cannabis gerade bei Problemen, die mit den Fortpflanzungsorganen zusammen hängen, gerne genutzt wird.

Die nächste große Frage, die sich hier stellt ist: Hat Cannabis einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit?

Die Chance schwanger zu werden sind selbst bei einer gesunden, jungen Frau, prozentual gesehen gar nicht mal so hoch. Im Durchschnitt liegt die Chance dafür bei Frauen im Alter zwischen 25 und 35 bei gerade einmal 20% während jedes Zyklus. Mit 40 hat sich dieser Prozentsatz schon derart drastisch reduziert, das er dann nur noch bei 8% liegt.

Die Meinungen von Ärzten, gehen beim Thema Cannabis und Fruchtbarkeit weit auseinander. Während die einen glauben, dass es sich positiv auf die Empfängnis auswirkt, sagen die Anderen, dass es keinerlei Einfluss hat, oder sich im Gegenteil eher negativ auswirkt. Beispielsweise könnte es durch Cannabis zu einer verlangsamten Ovulation kommen, oder die Spermienanzahl beim Mann könnte sich durchs Kiffen verringern.

Allerdings bewegen wir uns bei diesen Aussagen irgendwo zwischen „könnte“, „möglicherweise“ und „eventuell“.

Wirkliche Erkenntnisse scheinen hier also nicht vorzuliegen. Oder zumindest nicht öffentlich zu sein. Hinzu kommt, das die Erforschung, wie sich Cannabis auf die Fruchtbarkeit bei Frauen auswirkt, weitaus schwieriger ist, als beim Mann. Bei einer Frau müssen die Auswirkungen auf den gesamten Hormonhaushalt beobachtet werden. Beim Mann reicht es salopp gesagt, sich die Anzahl und Beweglichkeit der Spermien anzuschauen, um bereits eine Aussage treffen zu können.

Fazit:

Wer schwanger werden will und in dieser Phase noch regelmäßig Cannabis konsumiert, es aber mit dem Kinderwunsch einfach nicht klappt, der könnte einmal probieren das Gras über die nächsten Wochen oder Monate weg zu lassen. Andersrum kann es für ein Pärchen, welches krampfhaft versuch ein Kind zu zeugen und mit Cannabis eher nichts am Hut hat, ratsam sein, einfach mal einen Joint zu rauchen und die Sache entspannt angehen zu lassen. Stress, Druck und Verkrampftheit verringern die Chance auf eine Schwangerschaft bekanntermaßen deutlich.

Und wer nach diesem Artikel nun plötzlich mit einem Kind gesegnet wurde: Glückwunsch! Gegen die Übelkeit in den ersten 3 Monaten, sowie den Schmerzen während der Geburt soll CBD wiederum enorm hilfreich sein.

Julia

Julia kommt ursprünglich aus der Mitte von Deutschland und ist über Umwege in Berlin gelandet, wo sie seit einigen Jahren mit ihrem Mann lebt. Als freie Autorin gehört sie dennoch fest zum Cannabis Rausch Team. Sie schreibt regelmäßig Artikel zu den verschiedensten, aktuellen Geschehnissen rund um das Thema Hanf auf cannabis-rausch.de. Ihre Favorisierten Gebiete sind dabei Frauen-Themen, Gesundheit & medizinisches, CBD und weltweite News.

    Ein Gedanke zu „Beeinflusst Cannabis die Fruchtbarkeit?

    • Oktober 8, 2019 um 5:32 pm
      Permalink

      bitte mehr so infos, zur „weiblichen“ seite von hanf und wie das auf den weiblichen stoffwechsel wirkt oder auch nicht. wäre grundsätzlich mal interessant zu erfahren, warum bei manchen die substanz zwar anflutet, aber die reaktion dann leider abbricht!?

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