Beitragsserie zur „großen Gesundheit“ – Teil 1 – Atmung

Eine Geschichte: Ein junger Mann, ein Fischer, kommt frühmorgens lange vor Sonnenaufgang und noch in völliger Dunkelheit zu seinem Boot am Fluss, als er zufällig einen Beutel von beachtlichem Gewicht findet. Er öffnet ihn, tastet und findet ihn voller Steine, wie er annimmt.

Da er noch Zeit hat und Langeweile verspürt, setzt er sich ans Ufer und findet Gefallen daran, die Steine einen nach dem anderen aus dem Beutel zu holen und in den Fluss zu werfen. Das Geräusch erfreut ihn und so vertreibt er sich die Zeit.

Als die Sonne langsam aufgeht, hat er nur noch einen Stein im Beutel und voller Entsetzen bemerkt er, dass es keine einfachen Kieselsteine in dem Beutel waren, sondern grosse Goldstücke, die er nun alle bis auf eines in den Fluss geworfen hat.

Er versuchte noch, die Goldstücke wieder zu finden, doch der Fluss hatte sie schon alle weit weggetragen.

Wo wir stehen:

Diese Geschichte ist ein Gleichnis zum menschlichen Leben. Wir kommen alle mit einem Beutel voller Gold auf die Welt. Voller Potential, voller kosmischer Geschenke und voller Möglichkeiten. Und aus Unachtsamkeit und Unwissen neigen wir dazu, sie weg zu werfen.

Der Atem ist eines dieser Goldstücke, eines dieser Geschenke. Er ist uns so alltäglich, dass wir ihn achtlos wie Kieselsteine behandeln und wegwerfen. Und doch schenkt der Atem uns jede Minute neues Leben und wie die Erfahrung von Dr. Shioya beweist, kann uns die Kunst und die Methode des richtigen Atmens Gesundheit und Vitalität bis ins hohe Alter schenken.

Umso erstaunlicher, dass ausser diesem einen Arzt scheinbar keiner je darauf gekommen ist. Im Yoga, sicherlich, war der Atem seit jeher ein wichtiger Aspekt der Lehre und der Übungen. Aber Yoga wird von der modernen Medizin nicht besonders Ernst genommen und ich kenne keinen Arzt und keine Klinik, die chronisch kranken Patienten als erste und wichtigste Massnahme zur Gesundung die äusserst wissenschaftliche Methode des Dr. Shioya lehrt.

Blockierter Atem ist eine Quelle vieler Krankheiten

Beim Atem kann man beobachten, dass Babys und tief schlafende Menschen noch einen natürlichen Atem haben, der bis tief in den Bauch hinunter geht. Schon bei dreijährigen Kindern ist es aber oft zu beobachten, dass die Atmung immer flacher wird und nur noch den oberen Brustkorb füllt. Durch Tadel und Schimpfen seitens der Eltern oder Erzieher bekommen die Kinder Stress und Verspannungen – dies lässt den Atem stocken.

Traumatische Erlebnisse, schlechte Ernährung, unzweckmäßige und einengende Kleidung sind weitere sehr potente Blockierer einer freien und fliessenden Atmung. Übergewicht auch, dass bedarf keiner weiteren Erklärung.

Bei vielen Erwachsenen und gerade bei vielen sehr kranken Menschen ist es deshalb so, dass sie nicht einmal mehr im Tiefschlaf wirklich entspannen können. Chronische Erschöpfung ist die Folge, die Selbstheilung ist blockiert.

Heilmethoden und ihre Einordnung im Gesundheitsmarkt:

An dieser Stelle kommt auch Cannabis ins Spiel. Erstens gibt es viele Berichte darüber, dass der regelmäßige Genuss von Cannabis gewichtsregulierend wirkt und zum zweiten gehe ich davon aus, dass die vielfältigen Heilwirkungen, die bei Anwendung von Marihuana beobachtet werden, zumindest zum Teil durch die tiefe Entspannung, die dadurch natürlichere Atmung, den tieferen Schlaf und die ungehindert ablaufende Selbstheilung erklärt werden können.

Wer sich heutzutage auf den Märkten des Gesundheitswesens umschaut, der sieht sich einer beinahe unüberschaubaren Fülle an konventionellen (soll bedeuten: schulmedizinisch akzeptierten und in Deutschland von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlten) und alternativen Heilmethoden gegenüber.

Welche soll man wählen? Auf welche Weise kann man am besten wieder gesund werden?

An dieser Stelle möchte ich eine wichtige und grundsätzliche Unterscheidung empfehlen, die man nicht oft genug wiederholen kann:

Wer einfach akut krank geworden ist, eine Grippe, ein Unfall, plötzliche Schmerzen oder irgendeine andere Krankheit die scheinbar aus heiterem Himmel und ohne Vorwarnung aufgetreten ist, der ist sicher beim Schulmediziner gut aufgehoben. Die Behandlung leichter und auch schwerster akuter Erkrankungen ist die Domäne der modernen Medizin. Hier hat sie ihre Fähigkeiten und soll diese getrost ausspielen.

Was aber, wenn die akute Krankheit immer wieder kommt, sich nicht „vertreiben“ lässt? Was, wenn die Methoden der modernen Medizin nicht greifen, die Beschwerden nicht verschwinden wollen und die Krankheit einfach nicht weggeht? Dann bezeichnet man die Beschwerden als chronisch und dann ist es auch höchste Zeit für bewährte Methoden der Ganzheitsmedizin, oder wie ich es gerne ausdrücke: die zeitlosen Methoden der Heilkunde.

Wer bei einer chronischen Krankheit auf die moderne Kassenmedizin vertraut, der muss damit rechnen, ein dauerhafter Kunde dieses Systems zu werden. Er kann nicht darauf hoffen, dass die Krankheit von den Akteuren dieses Systems geheilt und besiegt werden kann.

Die Erfahrung zeigt, dass das moderne „Gesundheitswesen“ ein grosses Interesse daran hat, langjährige Kunden zu gewinnen, deshalb werden einige Krankheiten von diesem System auch als unheilbar definiert. Sie sind unheilbar und müssen deshalb lebenslang behandelt werden.

Glaubt das nicht!

Es gibt keine unheilbaren Krankheiten, es gibt nur gelegentlich unheilbare Patienten. Das sind Menschen, die von ihrer Krankheit zu sehr profitieren, um sie wirklich überwinden zu wollen. Oder Menschen, die einfach zu bequem oder zu schwach sind, ihre Krankheit zu überwinden. Leider wird beides zumeist nicht zugegeben und sogar vehement abgestritten. Mit einer Fülle von Begründungen und Rationalisierungen verteidigt der Patient seine Erkrankung.

Und dann gibt es noch eine Ausnahme, die die moderne Medizin produziert hat: das sind Zustände, in denen der Mensch nicht wirklich krank ist, aber durch einen medizinischen Eingriff trotzdem dauerhaft von Medikamenten abhängig geworden ist.

Eine Schilddrüsenoperation mit nachfolgender Notwendigkeit zur Hormoneinnahme oder eine Organtransplantation mit Notwendigkeit zur dauerhaften Einnahme von Immunsuppressiva sind Beispiele dafür. Solange wir noch nicht in der Lage sind, uns Organe nachwachsen zu lassen, werden wir diese Tatsache wohl akzeptieren müssen.

Gut, lasst uns nochmal die zwei grundsätzlich möglichen Krankheitszustände zusammenfassen:

1. akute Krankheit – hier macht die moderne Universitäts- und Schulmedizin mit ihren Medikamenten und Operationen durchaus Sinn. Sie kann schnell und effektiv helfen. Beispiele sind: akute Erkältung bis hin zur Lungenentzündung. Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, ein Unfall, ein gebrochenes Bein …. Überall hier können Medikamente oder Operationen eine schnelle und segensreiche Wirkung entfalten.

2. chronische Krankheit – hier zeigt sich, dass die Krankheit deshalb chronifiziert, also nicht ausheilt, weil der betroffene Mensch Gewohnheiten pflegt, die diese Krankheit unterstützen. Ändern sich die Gewohnheiten, kann die Krankheit durchaus wieder verschwinden. Beispiele sind: Übergewicht, Bluthochdruck, Rheuma, chronische Schmerzen, Depression und auch Krebs.

Bei diesen Krankheiten neigt die Schulmedizin dazu, „Kunden“ zu gewinnen. Eine Ausheilung solcher Krankheiten ist im Gesundheitswesen selten. Üblich ist die lebenslange „Pflege“ der Krankheit, mit der sehr viel Geld verdient wird, aber auch sehr viel Abhängigkeit, Leid und Schmerzen geschaffen werden.

In dieser Artikelreihe möchten ich dich mit Methoden bekanntmachen, mit denen chronische und sogar offiziell „unheilbare“ Krankheiten überwunden werden können. Ich werde mich sehr bemühen, diese Methoden so wissenschaftlich wie möglich darzustellen.

Die wichtigste Methode für Menschen, die eine schlimme Krankheit überwinden möchten, die allgemein gesünder werden möchten, oder Menschen die vielleicht nur etwas mehr Energie und Lebensfreude für ihren Alltag wollen, ist die Atemtechnik von Dr. Shioya.

Dr. Shioya selbst schreibt, dass es ihm unverständlich ist, weshalb die Atmung von den meisten Heilkundigen so stiefmütterlich behandelt wird. In der modernen Schuldmedizin ist die Therapie mit Sauerstoff zwar eine etablierte Notfallmedizin, aber Atemtechniken zur Überwindung chronischer Krankheiten sind ihr praktisch fremd. Und auch in den alternativen Heilkunden gibt es zwar eine Vielzahl von Verfahren – aber ausser Dr. Shioya kenne ich niemanden, der die Atmung an erster Stelle setzt.

Dies ist umso erstaunlicher, da schon jedes Kind weiss, dass der Tod bereits nach 3-10 Minuten ohne Sauerstoff, ohne Atmung eintritt. Was liegt also näher, als zur Optimierung von Heilungsvorgängen und zur Optimierung des körperlichen und geistigen Wohlbefindens die Atmung zu verstärken und zu optimieren.

Dr. Shioya selbst hatte bis zum 60. Lebensjahr mit einer Vielzahl von gesundheitlichen Probleme zu kämpfen. In seiner Kindheit wurde er sogar als „Supermarkt der Krankheiten“ von seinen Mitschülern verspottet. Ein mitfühlender Lehrer habe ihm damals eine in Japan bekannte Atemtechnik gelehrt. Gerade weil Dr. Shioya seine eigene Gesundheitsmethode so lange selbst geübt, verbessert und verfeinert hat, ist sie so wertvoll. Er starb mit fast 106 Jahren nach einem langen, erfüllten und sehr schöpferischen Leben.

Dr. Shioya hat uns mit seiner universellen Gesundheitslehre nicht nur mit einer Atemübung bekannt gemacht, sondern viel mehr auch mit einer Methode zur sanften Stimulierung des Nabelzentrums als wichtigste Quelle der Lebensenergie. Darüber hinaus war es Dr. Shioya sehr wichtig, dass die Menschen mit ihrer Gesundheit kreativ und positiv umgehen.

Patienten, die nur wieder „auf die Beine kommen“ und dann „Bäume ausreissen“ wollten, habe ich selber zur genüge kennen gelernt und deshalb unterstütze ich mit vollen Kräften den Ansatz des Dr. Shioya, der seinen Patienten, Zuhörern und Lesern ein erfülltes, konstruktives und friedvolles Leben wünscht.

Dazu empfiehlt er außer seiner Atemtechnik folgende Grundsätze des Alltagslebens:

1. Alle Dinge konstruktiv durchdenken
2. Das Danken nicht vergessen
3. Nicht nörgeln

Die Atemtechnik selbst möchte ich kurz beschreiben. Im Prinzip geht es darum, den ganzen Körper mit möglichst viel Sauerstoff zu füllen, so dass jede Zelle reichlich versorgt und vitalisiert wird.

Dazu setzt man sich gerade auf einen Stuhl ohne sich an zu lehnen. Die Hände formen das Mudra der Glocke, d.h. Sie werden gefaltet, als ob sie einen kleinen Ball umfassen würden. Dann praktiziert man die Bauchatmung wie folgt: einatmen – Atem anhalten – den unteren Teil des Bauches anspannen – ausatmen – einen kleinen Atemzug dazwischen nehmen. Dies wird 25 Mal wiederholt.

Dazu empfiehlt Dr. Shioya mehrere geistige Übungen mit verschiedenen Zielsetzungen, auf die ich in diesem Artikel nicht näher eingehen möchte. Ich empfehle euch das Buch 🙂

Die Methode gehört aus meiner Sicht in jede Grundschule, in jedes Elternhaus und sollte auch das erste sein, was angehende Ärzte und Heilpraktiker lernen.

Zusammenfassung:

Abschliessend will ich festhalten: die Methode des Dr. Nobuo Shioya, die er überaus spannend und nachvollziehbar in dem Buch „Der Jungbrunnen des Dr. Shioya“ beschrieben hat, gehört aus meiner Sicht zu den wichtigsten Gesundheitsmethoden, die wir kennen.

Sie ist sehr wissenschaftlich. Ihre Wirkweise kann mit Hilfe der Logik, der Erfahrung und der wissenschaftlichen Nachprüfbarkeit belegt werden.

Jeder Mensch, der sich eine chronische Krankheit eingefangen hat, sollte diese Methode täglich üben. Sie sollte den Ärzten als erstes und wichtigstes Heilmittel nahegebracht werden und in unseren Praxen und Kliniken angewandt werden.

Cannabis spielt auch eine wichtige Rolle in der Heilkunde. Es gehört aus meiner Sicht zur Gruppe der Allheilmittel, auf die ich im 5. Artikel dieser kleinen Reihe näher eingehen möchte.

Quellenangabe:

Meine Erfahrung als praktischer Arzt
Nubuo Shioya – Der Jungbrunnen des Dr. Shioya
www.koha-verlag.de ISBN: 978-3-936862-91-1

Dr. med. Jochen Handel

Dr. med. Jochen Handel Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin Akupunktur, Notfallmedizin Meditationsleiter, Gesundheitslehrer Zu meiner Person: geboren am 16.07.1973 in Konstanz am Bodensee als Jochen Philipp Handel. Kindheit in Konstanz, Lübeck und Reinstetten (Baden-Württemberg) unter schwierigen Verhältnissen. Mitglied in der katholischen Schönstattjugend von 1985 bis 1999. Abitur 1993 am Gymnasium Ochsenhausen. Bundeswehr als Sanitätssoldat im BWK Ulm 1993/1994. Studium der Medizin in Ulm, Barcelona und Dresden 1994 – 2001. Promotion zum Dr. med. 2004. Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin 2008. Leben in der Osho Manjusha Meditationscommune in Schmiedeberg von 2000 – 2007. Erfahrungen tiefer Heilung, Akzeptanz, Kreativität und Meditation. Qualifikation als Meditationslehrer. Entscheidung, Sannyas zu nehmen 2001. Sannyasname: Swami Prem Toshi Notärztliche Tätigkeit von 2006 – 2016 Eigene Hausarztpraxis 2009 – 2017 Seit 2018 Honorararzt, Gesundheitslehrer, Meditationslehrer Verheiratet, 2 Söhne (1 und 8 Jahre). In Planung: Cannabis-Schwerpunktpraxis.

Ein Gedanke zu „Beitragsserie zur „großen Gesundheit“ – Teil 1 – Atmung

  • Oktober 17, 2018 um 9:03 pm
    Permalink

    Sehr geehrter Herr Doktor Handel,

    ich habe den Text „verschlungen „ mit großem Interesse! Werde mit Sicherheit über die Atmung weiter recherchieren und die von Ihnen empfohlene Technik praktizieren! Cannabis, ja Cannabis , bis vor kurzem stand ich recht skeptisch zu diesem Thema! Heute ist mir bewusst, dass Cannabis ( gerade die Öle Cbd und Thc ) ein Segen für die Menschheit ist.

    By the way: Alkohol gibt es für 19cent im
    Supermarkt ( ,25 Cent Pfand :D), bewiesenermaßen hat Alkohol KEINEN einzigen positiven Aspekt auf den Körper außer das Zerstörrn von Gesungeit und intermenschlichen Beziehungen.

    Vielen lieben Dank.!
    Mit freundlichen Grüßen
    Hochachtungsvoll
    Amina C.

    Antwort

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