Blunts im Death Valley: buffen unterm Sternenhimmel

Eigentlich – Ein schreckliches Wort, dennoch nutze ich es häufiger als mir lieb ist. Eigentlich wollte ich nach meiner 400 km Wanderung nie wieder campen, wie gesagt – eigentlich… Komischerweise liege ich dennoch unter dem Sternenhimmel in dem Zelt (59 $), was wir für unsere Kalifornien Reise kurzfristig bei Target gekauft haben. Zugegeben, ich bin ein Mensch der Luxus liebt, dennoch kann ich mich recht gut „anpassen“, falls mal kein pompöser Luxus in der Nähe ist. Kalifornien ist dafür prädestiniert um in der Wildnis zu campen, der Sternenhimmel ist nahe am Äquator um einiges mächtiger. Um einen Sternenhimmel in seiner vollen Pracht zu zelebrieren, muss man sich an die Sternenhimmel Etikette halten: es darf kein künstliches Licht in der Nähe sein, gutes Weed muss in Griffnähe liegen, eine warme Jacke kann auch nicht schaden, das war es aber dann auch schon. Die Nacht wurde meines Erachtens für Kiffer erschaffen.

Unser Lagerfeuer beim Sonnenuntergang. Das Holz haben wir selber gesammelt.

Tagsüber buffen ist zwar auch ganz nice, kann aber nicht gegen die Abendstunden mithalten.

Ich brauche komplette Entspannung und Ruhe, um die Effekte eines guten Strains zu zelebrieren. Das geht bei mir tagsüber nicht wirklich, da ich immer einen Auftrag habe, um die Welt zu retten. Ich denke, ohne Ablenkung lässt es sich eh viel besser kiffen. Fast 4 Wochen buffen unter dem Sternenhimmel und dann noch an den exklusivsten Orten der Welt, baut eine gewisse Expertise in diesem Bereich auf. Am liebsten nutze ich Cannabis zum Meditieren, den Sternenhimmel im Death Valley (Tal des Todes) anzugucken ist ebenfalls eine gute Meditation. Wir brauchten einen ganzen Tag, um an den im Nirgendwo liegenden Campingplatz zu gelangen. 120 km waren es bis zur nächsten Tankstelle, also störende Lichtquellen gab es dort nicht, dafür aber einen atemberaubenden Platz mit Eintrittskarte ins Universum.

Dies war der lebensfeindlichste Ort an dem ich je geschlafen habe, aber schon der Sonnenuntergang kündigte den wohl spektakulärsten Sternenhimmel an. Wir hatten gewisse Probleme mit Sandstürmen und fast 10 Meter hohen Windhosen, die immer wieder versuchten, unser 59 Dollar Zelt zu killen, was dem Sturm durch unsere Befestigungskünste nicht gelungen ist, naja fast nicht. Auf jeden Fall weiß ich jetzt wieso das Death Valley seinen Namen hat.

Das Death Valley scheint alles und jeden töten zu wollen, es will nicht das dort Menschen sind, als hätte diese unwirkliche Gegend ein Geheimnis das es nicht Preis geben will, aber die die durchhalten und nicht von einer Klapperschlange, einem Skorpion, einem wilden Esel, der Wasserknappheit, einem Sturmgewehr eines schießwütigen Amerikaners oder sonstigen Dingen gekillt werden, denen wird etwas gezeigt, das sonst nur extrem wenige Menschen auf dieser Welt sehen. Einen unfassbaren Sternenhimmel, der mit Worten definitiv nicht zu beschreiben ist. Zum Glück hatten wir die Möglichkeit in unserem 2017er Mustang windgeschützt Joints zu bauen. Ich weiß gar nicht mehr was wir da geraucht haben, aber es war genug um komplett abzuschalten und einfach nur im kompromisslosen JETZT zu existieren und alles andere zu vergessen, so wie eigentlich jeden Tag unserer Reise.

Als es komplett dunkel wurde, ging die Show auch schon los.

Dope

Aber welche Show? Im Himmel vom Death Valley geht so einiges ab. Wer im Death Valley übernachtet hat, stellt UFO Sichtungen auch nicht mehr in Frage, aber stellt auch fest, das es irdisch ist und nicht außerirdisch. Aber es gibt auch so große und langschweifige Sternschnuppen, die einen glauben lassen, dass sie mit ihrem Einschlag auf die Erde ganze Städte auslöschen können. Man kann ziemlich tief ins Universum blicken, wenn keine störenden Lichter im Umkreis von 100 km zu erblicken sind. Mit tief meine ich, dass man die Milchstrasse deutlich erfassen kann und bei genügend THC im Blut sogar eins mit ihr werden kann.

Sobald sich das THC immer mehr im Körper ausbreitet und die Wirkung mehr und mehr einsetzt, wird es spannend. Ich schaute in liegender Position in den Himmel und hörte ein Geräusch, ein sehr lautes und sehr weit entferntes Geräusch, könnte ein extrem schneller Jet sein. Nur war dieser nicht zu sehen. Einige Minuten später erblickte ich im Sternenhimmel ein grünes Licht, das meiner Einschätzung nach auf Höhe eines Satelliten war. Das Geräusch und das grün leuchtende Ding gehörten nach wiederholter Sichtung zusammen. Ein sehr geniales Himmelsspektakel. Aber auch nicht weiter verwunderlich, denn nur einige hundert Kilometer weiter liegt die berüchtigte AREA 51. Es scheint ziemlich krasse Fluggeräte in Nevada zu geben, nur habe ich null Komma null Ahnung, um was es sich genau gehandelt hat. Es war jedenfalls episch, dieses Spektakel zu beobachten.

Solche Einblicke bleiben einem ein Leben lang im Kopf.

Der Wind wurde mir zu extrem, also zog ich mich in das Zelt zurück, das mich vor den peitschenden Windhosen schützen sollte.

Die Nacht war ziemlich grauenhaft, da ich alle paar Minuten die Befürchtung hatte, dass das Zelt inkl. mir gleich durchs Valley fliegen würde, was zum Glück nicht passierte. Lorenz entschied sich lieber unter freiem Himmel zu schlafen. Diese Option zog ich auch in Betracht, aber meine Angst von einer Schlange gebissen zu werden war zu groß. Immerhin werden in diesen Gebieten der USA 45.000 Menschen pro Jahr von Giftschlangen gebissen, weshalb ich mich letzten Endes doch lieber ins kalkulierbare Zelt zurückzog. Der nächste Morgen war dermaßen ruhig und entspannt, dass man sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte, dass die Wildnis uns vor einigen Stunden noch fast killen wollte.

Wer die Chance hat unter freiem Himmel zu nächtigen und den Sternenhimmel zu beobachten, sollte dies unbedingt mit einem dicken, fetten Blunt tun, da Joints bei Wind doch zu oft ausgehen. Nur mal so am Rande, Joints sind wohl die schlechteste Form um in freier Natur zu buffen, furchtbar. Das High unter freiem Himmel ist hingegen fast schon göttlich und enthält eine sehr große Prise davon. Dafür muss man natürlich nicht zig tausend Kilometer reisen, das geht natürlich auch beispielsweise in Brandenburg oder im tiefsten Bayern.

Um etwa 3 Uhr morgens ließ der Wind nach und ich kroch aus dem Zelt, um eine Stange Wasser in die Wüste zu stellen. Während ich so pinkelte und dabei in den Himmel schaute, dachte ich mir nur, was ein geiles Kifferparadies. Nur werden es die Wenigsten erleben, aber dort beim Pinkeln stand fest, das ich jedem ans Herz legen muss, mal unterm Sternenhimmel zu buffen. Keine Frage, es ist nicht einfach in ein Gebiet zu kommen, wo es keine störenden Lichtquellen gibt, aber es lohnt sich, da genau dort die Zeit stehen bleibt. Wirklich. Einfach machen.

Die Esel waren sicher Eigentum eines Kartells…

PS: Die schicken Bilder hat Lorenz während der Reise gemacht.

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden. Den größten Teil meines noch kurzem Lebens habe ich in Berlin verbracht. Seit 2018 bin ich ein digitaler Nomade. Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.