Cannabis studieren: 9 Studiengänge für die Weed-Branche

Menschen neigen auf Grund gesellschaftlicher Konventionen dazu, Abschlüsse zu sammeln. Zumindest in Deutschland lässt sich dieser Umstand in fast allen Branchen und Gehaltsstufen ausmachen. Doch auch in sehr freien, schnelllebigen Ländern wie den USA sind Abschlüsse Gold wert – dort ist man mit einem Abschluss allerdings auch ein absoluter Paradiesvogel und kann so den Teil mit den Referenzen einfach überspringen. Als studierter Amerikaner hat man mit einem Abschluss entweder einen fetten Schuldenberg angehäuft oder fällt unter die Kategorie reicher Schnösel oder strebsamer Stipendiat. Was die Amerikaner nicht davon abhält, einen dezidierten Studiengang rund um Cannabis anzubieten – letzten Endes auch nur ein logischer Schritt im kapitalistischen System, in welchem sich Bildung immer mehr in den Fokus der Informationsgesellschaft rückt.

Abschlüsse sind in erster Linie hilfreich, um selbst gesteckte Ziele mit einer gewissen Risikoarmut zu erreichen. Man setzt sich für eine bestimmte Zeit in Vorlesungen, schreibt Klausuren und widmet sich der ein oder anderen Belegarbeit. Am Ende hält man einen Abschluss in der Hand – die einfachste Art eines Kenntnisnachweises mit einer möglichst großen Vergleichbarkeit. Natürlich sind Noten nicht alles – aber ein Bachelor ist wohl die effizienteste Form, um darzustellen, welchen Fachgebieten und Interessen sich jemand in den letzten X Jahren gewidmet hat. Aus der Abschluss-Note lassen sich schwammige Urteile über Fleiß, Zielstrebigkeit, systemische Anpassungsfähigkeit und Aufopferung für eine andere Sache schließen. Für Unternehmen ein denkbar einfaches System, welches in ihrer Aussagefähigkeit auch gern mal ein wenig zu wichtig genommen wird. Denn viele für spätere Berufe wichtige Soft Skills oder übergreifendes, generalistisches Wissen werden in einem Studium oder einer Ausbildung leider kaum vermittelt.

Abschlüsse als große Chance, später in die Cannabis-Branche zu kommen

Doch keine Angst, so übel sind Abschlüsse gar nicht: In einem Studiengang oder einer Ausbildung lernt man beispielweise wertvolle Kontakte kennen, welche sich für das gleiche Thema interessieren oder ihre Schwerpunkte anders legen, sodass man später gut Projekte gemeinsam stemmen kann. In einem strukturierten, länger andauernden Lehrangebot hat man die Möglichkeit, seine Kommilitonen genau kennenzulernen und dabei auch einzuschätzen, wie potentielle spätere Geschäftspartner, Kollegen oder Mitarbeiter im Inneren ticken. Man kann über einen meist langen Zeitraum viel über seine Mitmenschen erfahren und somit eine sehr solide Basis an Kontakten für spätere Projekte schaffen.

Außerdem haben Studiengänge und Ausbildungen den Vorteil, dass man viele Inhalte strukturiert und (hoch)komplex vermittelt bekommen. Zahlreiche Lehrkräfte werden bezahlt, damit man einen einzigen Abschluss ablegen kann. Materialien für Experimente werden gefördert, Exkursionen bezuschusst, Forschungsgelder lockergemacht und die ein oder andere Kooperation mit einem Unternehmen aus der freien Wirtschaft hochgezogen. Davon profitieren engagierte Studenten und forschungsfreudige Professoren in ähnlichen Maßstäben.

Ein dritter Vorteil von Abschlüssen liegt in gewissen Befähigungen bzw. Erlaubnissen: Als Gartenbauer beispielsweise bekommt man mit dem Bachelor of Sc. auch die Erlaubnis mit auf den Weg, mit großen Mengen Nährstoffen („Dünger“) im kommerziellen Betrieb zu arbeiten. Ein Punkt, der für einen Cannabis-Aufzucht-Betrieb unbedingt gegeben sein muss. Ohne Nährstoffe keine Blüten und ohne Blüten kein Cannabis-Aufzucht-Betrieb.

Es gibt sooo viele verschiedene Jobs in der Cannabis-Branche: Gärtner, Medien-Mensch, Journalist, Vertriebler, Labor-Analyst, Extraktions-Künstler, Werbe-Mensch, Programmierer, …

Es liegt also auch nahe, dass man mit einer sehr großen Auswahl an Abschlüssen beruflich Fuß in der Cannabis-Branche fassen kann. Es erscheint bei näherer Betrachtung der vielen unterschiedlichen Jobs und Anforderungen an Mitarbeiter in dieser Branche sogar ziemlich abwegig, dass für die Erledigung der tatsächlich anfallenden Aufgaben ein einziges, cannabis-spezifisches Studium reichen könnte. Generalisten schön und gut, aber an vielen Stellen spielen in der heutigen kooperationsgetriebenen Geschäftswelt vor allem Spezialisten ihre Stärken aus.

Beispiel Werbung: Natürlich ist es möglich, dass das eine Semester Marketing im Gartenbau-Studium aus dem Studenten ein Werbe-Ass macht. Es ist jedoch noch deutlich wahrscheinlicher, dass ein Designstudent mit strategischer Zusatzausbildung die deutlich schickere Werbung in kürzerer Zeit und damit auch kostengünstiger gestalten kann. Auch wird der Cannabis-anbauende Gartenbauer sich nicht selbst die Mühe machen, seine eigene Website selbst zu programmieren. Und ein Analyse-Labor wird er wohl auch nicht führen können, da steht neben aller fachlicher Differenzen auch noch ein dicker Interessenskonflikt im Weg.

Diese Studiengänge empfehle ich dir, wenn du in der Cannabis-Branche einsteigen möchtest

1. Gartenbau

Ich persönlich habe mich nach 1,5 Jahren dualen Studiums der Wirtschaftsinformatik dazu entschlossen, fortan Gartenbau weiter zu studieren. Der Studiengang ist eine Mischung aus Garten- und Landschaftsbau und Pflanzenaufzucht, wobei man sich nach dem ersten Studienjahr auch ganz auf eine der beiden Richtungen spezialisieren kann. Als Cannabis-Blogger ist für mich persönlich natürlich die Pflanzen-Zucht-Schiene besonders interessant, da wir ja Blüten ernten und nicht die Gärten in Beverly Hills designen wollen. Wobei das natürlich auch sehr erfüllend sein kann, vor allem fürs Portemonnaie.

Als Gartenbauer der Fachrichtung Pflanzenzucht beschäftigt man sich mit allen erdenklichen Anbaumethoden, Gewächshaustechnik, Beleuchtung, Nährstoffen, Genetik, Vererbung, Wirtschaftlichkeit verschiedener Optionen und der Kalkulation von „Grow Operations“. Ein bisschen Wirtschaft ist also auch dabei, im Grunde steht bei diesem Studiengang jedoch die Pflanze voll im Fokus.

Als Gartenbauer kann man Böden weltweit nach ihrer Fruchtbarkeit beurteilen, weiß, wie man Wasserspeicher anlegt, kennt die Bedürfnisse von Pflanzen und kann sie im echten Leben von jenen ablesen, kennt sich mit Umwelteinflüssen aus und kann ein 1000 m² Gewächshaus so effizient wie möglich ausstatten und bepflanzen. Gartenbau ist eine Naturwissenschaft und zählt zu den auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragten MINT-Fächern. Achtung: Das impliziert auch einige mathematisch-wirtschaftliche Kurse, Chemie und Physik. Eine fachliche Beschäftigung mit Pflanzen schreit in unserer informationsgestützten Gesellschaft einfach nach sehr vielen Zahlen und Fakten. So verwundert es auch nicht, dass unser Grow-LED-Ratgeber ausgedruckt ungefähr 25 Seiten lang wäre – und dabei geht es nur um ein bisschen Licht.

2. Betriebswirtschaftslehre – BWL

Doch der beste Gärtner der Welt ist noch nichts Wert, solange sich niemand mit vollem Einsatz um die finanzielle Umsetzung und (wirtschaftlichen) Dokumentationspflichten eines Projektes kümmert. Unser auf Konkurrenz basierendes Wirtschaftssystem zieht diesen riesenlangen Rattenschwanz namens Bürokratie hinter sich her und viele Unternehmen, vor allem die großen, heben sich heute oft von der Konkurrenz ab, indem sie buchhalterische und kalkulatorische Prozesse so effizient wie möglich automatisieren und sich mit Hilfe ausgewachsener Markt-Forschungsinstrumente mit fruchtenden Strategien in den richtigen Ecken des Marktes positionieren.

Die Aufgaben eines Betriebswirtschaftlers sind nicht selten trocken, doch dank der fortschreitenden technologischen Entwicklung und kontinuierlichen Digitalisierung erwarten Absolventen dieses Fachgebietes zahlreiche unterschiedliche Herausforderungen im Berufsalltag. Viele Prozesse müssen initial eingerichtet und Verantwortlichkeiten festgelegt werden – doch steht die Basis einer Unternehmung erst einmal, ist Improvisationstalent und Lösungsfähigkeit gefragt. Als Betriebswirtschaftler schöpft man aus einem großen Pool an Methoden zur Entscheidungsfindung und kennt sich mit den Instrumenten nachhaltig gesunden Wirtschaftens im bestehenden System aus.

Eine der wichtigsten Fähigkeiten eines modernen Betriebswirtschaftlers stellt jedoch seine Kommunikationsfähigkeit dar: Man muss andere Menschen von anvertrauten Projekten überzeugen können, Investoren auftreiben, die Markenbekanntheit steigern können – und zwar im digitalen Bereich der sozialen Medien, als auch im echten Leben. In der Cannabis-Szene bedeutet das auch, dass man in Gesellschaft mal richtig viel kiffen – und auch trinken – kann.

Die externe Kommunikation ist jedoch nur der Tropfen auf den heißen Stein – als Unternehmer oder Führungskraft ist vor allem die Vermittlungsfähigkeit innerhalb der eigenen Firma wichtig für einen erfolgreichen Werdegang. Umso größer ein Unternehmen, umso mehr Mitarbeiter beschäftigt sind, desto höher der Vermittlungsaufwand zwischen den einzelnen Fachexperten und dem gemeinsamen unternehmerischen Erfolg. Dazu muss man einfach ein toller Mensch sein, der mit so vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten wie möglich gut zurechtkommt und dabei die eigenen Aufgaben nicht vergisst. Pflichtbewusstsein und die Fähigkeit, in wichtigen Momenten nicht auf Gras angewiesen zu sein, sind weitere Eigenschaften, die gute Betriebswirtschaftler ausmachen.

3. Informatik

Wie schon mehrmals in dem Artikel angeklungen, leben wir in einer sich digitalisierenden Welt, welche durch und durch von Informationen getrieben wird. 2019 ist die Informationsdichte größer als je zuvor – goldige Zeiten für Menschen, welche die riesigen Datenberge zu ordnen wissen. Menschen, die in einer scheinbar immer unstrukturierteren Mitwelt den Blick für die wirklich relevanten Zusammenhänge haben.

Dazu werden jede Menge Programmierer höherer Sprachen benötigt, Projekt-Leiter, Datenbank-Spezialisten, SEO-Experten, App-Entwickler, Microchip-Spezialisten und Software-Architekten. Sicherheits-Experten im digitalen Raum kommen noch dazu, ebenso Web-Designer und Server-Hosts. Die Aufzählung ist natürlich wie immer unvollständig, im IT-Umfeld gibt es so wahnsinnig viele Jobs. Ich selbst habe in einem der größten internationalen Handelskonzerne in einigen IT-Abteilungen des Hauptsitzes gearbeitet und ich wette, nicht jeder unserer Leser kann sich vorstellen, welche abenteuerlichen Jobs zum Funktionieren eines solchen Unternehmens nötig sind.

Cannabis-Unternehmen wollen durch schicke Webseiten repräsentiert werden, um der Außenwelt einen soliden Eindruck zu vermitteln. Messergebnisse müssen strukturiert gespeichert und für die Darstellung und Wahrnehmung der potentiellen Kunden aufbereitet werden. Eigene Sorten von Cannabis-Züchtern brauchen ein Bild, einen Text mit den wichtigsten Informationen und der Nutzer soll natürlich die Möglichkeit haben, entdeckte Schätze sofort mit Freunden auf sozialen Medien zu teilen. Die Website muss schnell laden – auch wenn nur einmal im Jahr ein riesiger Besucheransturm erwartet wird, darf die Seite gerade dann nicht einbrechen.

Und das war nur ein kleiner Einblick ins Leben eines Webseiten-Administrators. Bei der Pflanzenzucht geht es deutlich weiter als das – und zwar direkt bei der Pflanze selbst. Gewächshäuser werden mit immer effizienteren, arbeitsplatzrationierenden Technologien ausgestattet, welche eingehende Daten und Informationen aufnehmen, verarbeiten und gezielte Aktionen folgen lassen. Es gibt Düngecomputer, Klima-Controller, computergesteuerte Lampen und vollautomatisierte Systeme, in welche man nur über computergesteuerte Luftschleusen zu seinen Pflänzchen gelangt. All diese Systeme werden entwickelt – zu einem großen Anteil von Programmierern.

Schaut man in die Cannabis-Arbeitsagentur, fällt auf, dass auffallend viele Unternehmen IT-Kräfte suchen. Wer nach dem Abschluss schnell einen Job finden möchte, ist mit Informatik, Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik oder einem der zahlreichen digitalen Modestudiengänge mit erweiterter Spezialisierung genau richtig. Web-Entwickler und gute Projektleiter, welche Projekte auch erfolgreich beenden können, sind besonders gefragt.

4. Chemie / Biochemie / Molekularbiologie

Wer sich für Cannabis-Extrakte wie BHO interessiert, für Labor-Analysen von Cannabis-Wirkstoffgehältern oder molekulare Vorgänge während der Zellteilung, ist mit einem Chemie-Studium sehr gut beraten. Natürlich solltest Du im Falle eines Chemie-Studiums auch die Willenskraft mitbringen, solch ein sehr naturwissenschaftlich geprägtes Studium in letzter Konsequenz durchzuziehen. Wenn du diese durchaus rar gewordene Fähigkeit mitbringst, sollte einer erfolgreichen Karriere in der Cannabis-Branche jedoch nichts im Weg stehen.

Im Chemiestudium lernt man das kleine Einmaleins der Elemente: Reaktionsmechanismen, Stoffklassen, funktionelle Gruppen. Man bekommt das Handwerkszeug für chemische Analysen mit auf den Weg und kann je nach Spezialisierung DNA-Sequenzen sezieren.

Doch 2019 muss es nicht das klassische Chemie-Studium sein – mit Biochemie oder molekularer Biologie stehen Studieninteressierten Studiengänge bereit, welche ihren Fokus auf die lebensnahen Prozesse lenken. Mancher Chemiker versteht das Phytohormon-System besser als der klassische Gärtner, Synergien sind an der Stelle schnell zu finden.

5. Kunst / Design

Was wäre die Cannabis-Branche ohne Werbung. Während in Deutschland noch nicht absehbar ist, wie umfassend ein Werbeverbot von Cannabis im Falle einer Legalisierung sein wird, zeigen die USA schon, was möglich ist: An den riesigen Werbeaufstellern neben den noch riesigeren Highways lassen sich neben Versicherungs- Banken- und Gesundheitsthemen auch immer mehr Cannabis-bezogene Hochglanzaufsteller beobachten. Dispensary’s, Vermarktungsunternehmen, Hersteller von Blüten und Konzentraten oder Zubehör-Hersteller: Sie alle wollen gesehen werden. Offline neben dem Highway, aber noch viel wichtiger online. In sozialen Medien, auf YouTube, auf der eigenen Website, auf anderen Websites als Werbeanzeige oder im Kino als Vorspann. Foliert auf Autos und Bussen, oder als Laser-Projektion auf den Fassaden historischer Gebäude. Irgendjemand muss diese ganzen Designs auch entwickeln und produzieren.

Bereits jetzt gibt es in Deutschland zahlreiche Künstler, welche nur auf den großen Start warten. Für den elitären Teil des Schwarzmarktes existieren auch jetzt schon zahlreiche Anbieter, welche ihre Blüten und Konzentrate in schick bedruckten Verpackungen anbieten. Umso mehr sich das Design vom Standard abhebt, umso höher sind auch die zu erzielbaren Summen für ein bestimmtes Produkt. Ästhetik ist alles im Internet-Zeitalter – und noch ist dahingehend viel Platz in Deutschland. Jedoch wird in diesem Segment nicht jeder durch seine Kunst satt – zu divergent sind Angebot und Nachfrage.

Sens Media beispielsweise, eine deutsche Cannabis-Medienagentur, musste seit ihrer Gründung schon wieder zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Eine ehemalige Mitarbeiterin umschrieb das im Gespräch mit mir so: „Ich bin wohl die einzige Mitarbeiterin, die ohne Klage aus dem Unternehmen rauskam“. Ein Zeichen dafür, dass für die vielen Kreativen nicht genügend Platz da ist. Scheinbar ist es auch einem finanziell groß aufgestellten Unternehmen wie Sens Media nicht möglich, für jedes einzelne In.Fused-Cover einen ganzen Mitarbeiter-Monat zu opfern.

Allerdings ist natürlich nicht alles trüb: Wer etwas vom Netzwerken versteht und weiß, wie man die Leute von der eigenen Kunst oder dem eigenen Stil überzeugen kann, hat gute Karten, als Designer in der Weed-Branche erfolgreich zu werden. Ich persönlich kenne einige Künstler in Deutschland, Europa und der Welt, welche sich ganz auf die Cannabis-Branche spezialisiert haben und exklusiv für diesen Markt arbeiten. Die meisten haben einen langen und beschwerlichen Weg hinter sich, um so weit zu kommen, dass sie von ihrer Kunst leben können. Jedoch winkt bei erfolgreichem Etablieren in der Branche die eine oder andere Annehmlichkeit. Kostenlose Cannabis-Versorgung zum Beispiel oder das Privileg des schwerelosen Reisens als Kreativ-Schaffender.

6. Medizin

In vielen Ländern nimmt Cannabis besonders als Medizin einen hohen Stellenwert ein. Auch in Deutschland ist dies seit März 2017 der Fall, als Cannabis als Medizin in der Bundesrepublik freigegeben wurde – solange man einen Arzt findet, der neben Paracetamol und Ibuprofen auch Cannabis verschreibt.

Als Arzt hat man die Möglichkeit, Rezepte auszustellen und kann auf Grund seines Fachwissens fundierte Diagnosen treffen. Im besten Fall weiß man als Arzt über die vielen komplexen Vorgänge und Zusammenhänge im menschlichen Körper Bescheid und kann dementsprechend ableiten, bei welchen Diagnosen Cannabis eine Hilfe darstellen kann. Besonders interessant wird die Zukunft im Bereich der Cannabis-Medizin sein: 2019 stehen wir noch ziemlich am Anfang einer genauen Kenntnis über das medizinische Potential von Cannabis. Mit einem immer größer werdenden Fokus auf die Terpene, die sekundären Wirkstoffe von Cannabis, von denen es eine ganze Menge gibt, kristallisiert sich auch immer mehr heraus, welches medizinische Potential in diesen Terpenen schlummert. Doch es fehlt noch die große Datenlage, welche belegt, gegen welche Diagnosen welches der zahlreichen Terpene hilft, und wo eine Cannabis-Indikation auf Grund bestimmter Terpene vielleicht sogar kontraproduktiv sein kann.

Da Medizin eine Erfahrungswissenschaft ist, warten viele Ärzte noch auf den verlässlichen Erfahrungsschatz in Bezug auf Cannabis und deren Terpene. Bis jetzt hat sich die Forschung zumeist auf die Cannabinoide der Pflanze konzentriert, also THC und CBD. Jetzt sind Wissenschaftler und vor allem Ärzte weltweit gefragt, diese Erfahrungswerte zu sammeln, aufzubereiten und an den Patienten zweckdienlich weiterzugeben.

7. Pharmazie

Kiffen ist voll 2006 würde Cannabis-Rausch-Kollege Daniel jetzt wahrscheinlich schreiben. Damit hätte er auch definitiv kein Unrecht – schließlich existieren seit der ersten Cannabis-Legalisierung in Washington State und Colorado 2012 zahlreiche Cannabis-Produkte, die um ein Vielfaches einfacher und auch gesünder konsumierbar sind als schmutzige Joints voll schädlicher Verbrennungsprodukte.

Eine der Hauptaufgaben von Apothekern ist die Beratung von Patienten bezüglich verschriebener Medikamente. Apotheker sollen Überdosierungen bereits in der Apotheke abwenden, indem korrekte Dosierempfehlungen und Warnhinweise ausgesprochen werden. Der andere Teil des Aufgabenspektrums eines studierten Pharmaspezialisten besteht in der Entwicklung neuer Medikamente. Innerhalb der pharmazeutischen Biologie beschäftigt man sich mit der Wirkung einzelner Arzneipflanzen, in der Pharmakologie lernt man, wie bestimmte Stoffe im Körper wirken und innerhalb des Teilgebiets der pharmazeutischen Technologie geht es an die konkrete Verarbeitung dieser Wirkstoffe, beispielsweise zu Creme oder Tinktur.

Wenn du also der Meinung bist, Cannabis-Patienten und Freizeit-Konsumenten haben einen gesunden Cannabinoid- und Terpen-Konsum verdient, und Lust hast, die entsprechenden Zubereitungen zu entwickeln, ist Pharmazie wahrscheinlich genau der richtige Studiengang für dich.

8. Sprache

Du hast dein Auslandsjahr in Südamerika verbracht und kannst jetzt ein großartiges Spanisch sprechen? Und überlegst deshalb, gleich Spanisch zu studieren? Magst aber trotzdem unbedingt später mit Cannabis arbeiten? Dann stürze dich ins Abenteuer und absolviere ein Sprachstudium. Denn egal ob als Übersetzer für Medienproduktionen, als Autor für Cannabis-Artikel oder um einen ganzen Onlineshop zu übersetzen: Sprachtalente sind überall auf der Welt gefragt – wichtig ist an der Stelle nur, dass die gewählte Sprache auch eine Relevanz für Cannabis hat. Heißt, dass die entsprechende Gesellschaft, von welcher eine Sprache gesprochen wird, am besten eine gewisse Cannabis-Affinität aufzeigt.

Wer beispielsweise chinesisch studiert, wird auf Grund des stark autoritären Systems, auch in Bezug auf Cannabis, wohl nicht seinen Lebensunterhalt in der Cannabis-Branche verdienen können. Sprachen wie englisch oder spanisch sind jedoch eine sehr gute Wahl – beide Sprachen werden mittlerweile in legalisierten Ländern gesprochen. Uruguay Spanisch und Kanada Englisch. Auch Französisch kann in dem Zusammenhang interessant sein – die romanische Sprache wird ebenso in Kanada gesprochen, aber auch in vielen afrikanischen Ländern, in denen viele Samenbanken beispielsweise ihre Samenpflanzen züchten.

9. Medienwissenschaften / Kommunikation / PR

Auch ein Studiengang der Medienwissenschaften kann für Cannabis-Enthusiasten sehr interessant sein. Natürlich nur, wenn auch eine Affinität für Medien vorhanden ist – denn das muss man schon wollen. Ich als Blogger und Content Creator weiß ungefähr, welche Höhen und Tiefen dieses Betätigungsfeld im Laufe der Zeit offenbart. Geld sollte einem in den ersten Jahren mehr oder weniger egal sein (müssen), dafür kann man sich als Medienmensch so manchen Reisetraum erfüllen – indem man beispielweise Menschen dokumentarisch begleitet, andere Kulturen medial entdeckt oder die ein oder andere Produktion aus Gründen der Illegalität von vornherein im Ausland produzieren muss. Für Reisekosten ist immer Geld da!

Als Medienmensch kommt man gut rum, erlangt schnell Fachwissen und lernt die interessanten Menschen der Szene kennen. Man wird für Texte, Videos oder Fotografien gelobt, manchmal auch hart kritisiert. Man steht an der Front der Entwicklungen, hat einen Überblick über die verschiedenen Bereiche der Branche und kann sie je nach eigener Stellung auch nach eigenem Ermessen mit formen. Selbst Kritik ausüben, Missstände aufdecken – journalistisch gute Arbeit leisten.

Doch auch auf Seite der Unternehmen selbst besteht eine hohe Nachfrage nach Medienmenschen – ab einer gewissen Größe besitzen Firmen eine PR-Abteilung. Hierfür eignet sich perfekt ein abgeschlossenes Studium der Kommunikations-Wissenschaften oder PR. Es müssen Pressemitteilungen geschrieben werden, Gewinnspiele konzipiert werden, Strategien für den öffentlichen Auftritt der Firma ausgearbeitet werden, es sollen Zeitungsartikel über die Firma in großen Zeitungen erscheinen und am besten sichert man sich schon früh die Produktplatzierung in der nächsten Netflix-Serie. Die Kommunikationsexperten übernehmen da, wo Designer und Betriebswirtschaftler überfordert sind bzw. schließen sie vielmehr den Kreis der drei Werbeexperten im Team.

Natürlich werden nicht nur Autoren gesucht, sondern auch Kameramänner, Produzenten, Cutter, Ton-Spezialisten oder Fotografen. Mit ein paar Kontakten in die Szene in der Hinterhand sollte jeder kreative Kopf einen Tätigkeitsbereich innerhalb der Cannabis-Branche finden, mindestens ein paar Aufträge.

Fazit: Studiengänge, um in die Weed-Branche einzusteigen

Wir sehen, dass die Cannabis-Branche ähnlich tickt wie viele andere Branchen auch: Gefordert wird eine Hand voll Spezialisten, die in ihrem Fach nach Möglichkeit die besten sind. Doch auch Generalisten bekommen ihren Platz – allein schon deshalb, da sich viele kleine Unternehmen nicht für jeden Anwendungsfall einen Mitarbeiter leisten können. Entweder haben sie dann ein Mädchen für alles, was definitiv sehr spannend für das Mädchen für alles sein kann, das übrigens auch männlich und queer sein kann, oder beauftragen Selbstständige mit Aufträgen. Auch für sie ist viel Platz in der Cannabis-Branche – als fachlicher Berater, Werbe-Mensch oder Zeitarbeiter. Auch diese Art der Beschäftigung werden wir wohl antreffen, wenn die Legalisierung dann irgendwann einmal kommen sollte.

Cannabis-Rausch steht für modernen Feminismus. Aber auch für Lesefluss. Alle männlichen Bezeichnungen gelten deshalb für alle Geschlechter.

Lorenz

Lieblingsfarbe Grün - Farbe der Hoffnung, Farbe meiner politischen Heimat und Farbe meines Lieblingskrauts. Weitere Buzzwords meines Lebens sind Fotografie, Reisen und die Liebe zum geschriebenen Wort. 1997 wurde ich im tiefsten Osten geboren und bin trotzdem (oder gerade deswegen?) ein linksgrünversiffter Gutmensch geworden. Nach 1,5 interessanten Jahren dualer Studiertätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik widme ich mich mich im Moment ganz im Sinne meiner Bloggertätigkeit einem Bachelor in Gartenbau.

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