Cannabissamen: Die unvollständigen Angaben von Samenzüchtern

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

Viele von euch bestellen ihr Saatgut im Internet bei besonderen Züchtern oder Sammelseiten (Royal Queen Seeds, Greenhouse, Samenwahl.de usw.).
Hierzu will ich nur ganz schnell was loswerden: Denkt immer daran, dass auch in der Cannabisszene sehr viel Geld verdient wird! Ergo gibt es auch hier Werbung, PR-Texter und, dumm gesagt, Lügner bzw. Verdreher.

Zu den Mengenangaben: Wenn bei einer Sorte steht „bis zu 800g/m²“, dann beziehen sich diese Werte meistens auf 1000w Licht, Hydroponik und perfekte Klimawerte, sind also für normale Grower nicht zu erreichen. Wichtig ist auch immer das Wörtchen „bis“: heißt im Klartext: „Es gab mal eine Pflanze, bei der das so war…“

Kleines Beispiel gefällig?

Jack Herer von Greenhouse Seeds.
Angaben: 800g/m² Ernte, THC-Gehalt von 20,4%.
Ein Bekannter hat diese Sorte mal im kleinen Maßstab angebaut, der Ertrag lag bei ungefähr 100g auf 60×60, 150w NDL. Nach der Ernte setzte er sich in den Park und verkostete sein Homegrown. Es kam wie es kommen musste, die Polizei kassierte ihn und sein Homegrown ein. Wem das schon mal passiert ist, der weiß: die Polizei ist so lieb und testet den THC-Gehalt. Und na ja, es waren mickrige 6,5% THC, also knapp 1/3 der Herstellerangabe. Durch die geringe Menge (und den niedrigen THC-Gehalt) wurde die Anzeige dann fallen gelassen.
Was lernen wir daraus? Traue nicht den Herstellerangaben. Jedenfalls nicht als Anfänger oder ohne Profi-Wissen zu den Themen Dünger, Beleuchtung, Klima, Erntezeitpunkt usw.

Zum Thema Blütephase: Auch diese Angaben sind mehr Phantasie als Wirklichkeit und gehen immer von optimalen Bedingungen aus! Und oft wird getrickst bis sich die Balken biegen.
Bei Autoflower-Pflanzen wird z.B. oft nur die tatsächliche Blütezeit angegeben, nicht „Vom Samen bis zur Ernte“. Achtet hier besonders drauf! Dann zeigt sich nämlich: Die ein oder andere Automatic-Sorte blüht sogar länger als manche Indica-Sorten! Die meisten Züchter berechnen die Blütezeit dazu sehr kurz, ein Profi würde seine Pflanze niemals so halbreif ernten. (Ausnahmen bestätigen die Regel)

Zum Thema Geruch/Aroma/Wirkung: Auch wenn die Züchter es gerne so hätten, die meisten (besonders die neuen Sorten) sind nicht „stabil“, es wachsen also aus 10 Samen der gleichen Sorte oft sehr unterschiedlich aussehende Pflanzen (verschiedene „Phänotypen“ nennt man das ) Und diese Phänotypen können sich auch im Geruch und dem späteren Aroma sehr unterscheiden. Der typische „Haze“-Geruch ist bei vielen Haze-Sorten nicht „dominant“ und tritt daher nicht immer auf. Bei 4 Haze-Samenpflanzen ist es durchaus möglich, dass eine davon NICHT nach Haze riecht und insgesamt komplett anders wächst als die anderen. In den Herstellertexten liest man davon recht wenig.

Also Leute, seid nicht traurig, wenn ihr nicht jedes mal an die „im Freien bis zu 1,2 Kg/Pflanze“ herankommt. Und nicht immer alles glauben, was die Hersteller so schreiben. Die Cannabis-Industrie ist eben langsam ein Wirtschaftszweig, in dem sehr viele Menschen Geld verdienen wollen. Da bleibt so etwas nicht aus. Lasst euch von den Angaben nicht bekloppt machen, versucht (wie beim Hotel buchen) zwischen den Zeilen zu lesen und hört vor allem auf die Tipps von Profis. Sorten wie „Super Skunk“,“White Widow„,“Northern Lights“ werden von Growern auf der ganzen Welt empfohlen und sind aufgrund des Alters und fortwährender Nachzuchten sehr stabil!

Weibliche Hanfsamen

Gastautor

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