Drogen, Blut und Tränen

Das Blut lief aus seiner Nase, die Adern in seiner Nase waren wieder geplatzt, wie schon so oft in seinem Leben. Es lag an dem Mix aus Alkohol, Gras, Zigaretten und Kokain, der sein Herz so schnell schlagen ließ, dass die Adern in seiner Nase platzten wie ein Eiterpickel im Endstadium. Er merkte nicht, wie langsam das Blut aus seiner Nase lief. Erst durch den metallischen Geschmack in seinem Mund merkte er, dass etwas nicht stimmt. Die ersten Bluttropfen waren schon auf seinem grauen, verschwitzen T-Shirt angekommen. Ein kräftiges Schniefen und ein Stück altes Taschentuch, brachten die traurige Wirklichkeit wieder ins Lot. Der Peak an Drogenmissbrauch war in dieser Nacht vollkommen aus dem Ruder gelaufen… Aber er hatte nicht genug, er war gelähmt, wollte vergessen, die ganzen Drogen waren zum Vergessen da, doch die Gedanken waren trotzdem nicht weg… Neben dem Blut, lief auch die die erste Träne über sein Gesicht.

Drehen wir die Zeit um 8 Stunden zurück.

Er kam von der Arbeit nach Hause zu seiner Freundin, mit der er nun schon mehr als 2 Jahre zusammen war. Sie war eine wunderschöne und atemberaubende Frau. Wie so oft, war sie der Auslöser warum er sich in dieser Nacht aus dem Leben schießen wollte, sein verkrüppeltes Herz war schon lange nicht mehr in der Lage richtig zu lieben. Zu oft wurde es gebrochen. Nur die Drogen waren nie hart zu ihm, sie ermöglichten ihm die Reise in eine andere Realität. Eine bessere.

Zuhause angekommen begrüßte er seine Freundin. Sie war weit weniger herzlich zu ihm, als er es kannte und gewohnt war. Sie wollte ihn nicht küssen, auch ihr zuckersüßes Lächeln war an diesem Abend nicht anwesend. Er fragte was denn los sei. Sie antwortete nicht, wie so oft wenn es Probleme gab. Nichts, eine Leere durchfloss den Raum. Eine Leere, die er nicht ertragen konnte, ohne zu wissen wo das Problem lag. Sie zog sich zurück. Aber er musste essen und duschen. Er stank nach kaltem Schweiß. Seine Arbeit hatte ihn heute auch wieder hart gefordert, ein Job der zum Leben kaum reichte, er hasste seine Arbeit genauso wie die Situation an diesem Abend. Er verstand nicht, warum die Dinge so laufen, ohne dass er Einfluss darauf nehmen konnte. Aber da kam wieder der verlockende Gedanke sich einfach wegzuballern… Ja, das war immer wieder der Gedanke, der ihn magisch anzog, wenn nichts so richtig in seinem Leben lief. Die Drogen ließen ihn sein Leben vergessen.

Er stieg in die Dusche, ließ das heiße Wasser über seinen Körper laufen. Bähmmm. EineTür knallte! Ein kurzer Schreck, doch er dachte sich nichts weiter dabei. Vielleicht ein Durchzug irgendwo. Er verteilte Shampoo auf seinen Haaren und verbrachte weitere 15 Minuten unter Dusche, während er hoffte, dass sich die Wogen mit seiner Freundin gleich glätten würden. Er ging mögliche Szenarien in seinem Kopf durch, was mit seiner Freundin wohl los war. War er vielleicht Schuld? Hat er wieder etwas verbrochen, von dem er nichts weiß?

Abgetrocknet und mit neuem Tatendrang die Situation mit seiner Süßen wieder ins rechte Licht zu rücken, ging er ins Wohnzimmer. Niemand da. In der Küche und im Schlafzimmer auch nicht. Er rief nach ihr… Keine Antwort. Sie hatte die Haustür zugeschlagen. Warum nur? Er ging die letzten Wochen in seinem Kopf durch, hat er irgendwas verbrochen oder übersehen? Kurz darauf entdeckte er einen Zettel an der Haustür, auf dem stand dass sie weg sei, sie brauche Abstand vom ihm und dem ganzen Leben. Aber es stand kein „warum“ dort auf dem garstigen, kleinen Zettel, der sein Herz zum krampfen brachte. Warum war sie gegangen… Es brachte ihn um den Verstand… Das unberechenbare Leben passierte ihm. Ohne das er die Zusammenhänge begriff. Aus seiner Verzweiflung und seinen nagenden Gedanken wurde Wut und ein falscher Tatendrang geboren. Er starte einen letzten Versuch, um die Situation mit ihr aufzulösen. Er rief sie an. Handy aus. Game Over.

Das was ihm nun helfen würde, waren die Drogen, die ihm in seinen Gedanken sowieso an diesem Abend bereits seine Erlösung versprochen hatten.

Er wollte vergessen, er wollte in eine andere Welt eintauchen, die in seinen Augen besser erschien.

Er drehte die Anlage in seinem Wohnzimmer auf und setzte die halb leere Vodkaflasche, die noch im Gefrierfach war, an seine Lippen an. Er schmeckte ihm nicht. Aber ihm gefiel die Wirkung. Das warme Gefühl, das die kalte Ablehnung seiner Freundin hinunterspülen sollte, dieses Gefühl was dir Alkohol eben gibt, wenn du vergessen willst. Neben Vodka kam nun auch ein kleiner Spliff ins Spiel, den er sich schnell drehte. Er merkte, dass ihn der Alkohol vielleicht zu aggressiv machen würde. So dachte er, würde er die schlechten Eigenschaften vom Alkohol verringern und durch das Gras im Spliff, würde er entspannter werden, aber das was er wirklich wollte, war sich wegzuballern. Und dafür reichen Gras und Alkohol in der Regel nicht. Nicht bei ihm.

Voll mit Alkohol und THC stieg er ins Auto. Er wollte weit weg von seiner Wohnung, nichts aus seinem normalen Leben, sollte ihn in dieser Nacht mehr beeinflussen. Er ging seine Kontakte durch. Er kannte ein paar abgefuckte Typen, die immer Party machen wollten. So rief er den Erstbesten an. Sein Freund hatte Bitches und Drogen am Start. Das Böse hat an solchen Tagen immer Zeit und gibt einem Mann immer das, wonach er verlangt. Im Gewirr der Großstadt fällt niemandem auf, dass er mit Drogen am Steuer sitzt. Die Straßenlaternen blendeten ihn in regelmäßigen Abständen auf dem Weg zur Party. Das Radio im Auto lief auf Anschlag, die Boxen überschrien sich. Die Situation mit seiner Freundin war immer noch nicht aus seinem Kopf. Er versuchte immer wieder sie anzurufen, vielleicht war ja doch alles nur ein dummes Missverständnis, aber nein -ihr Handy blieb aus.

Penthouse

Er war endlich bei seinem Freund angekommen und bereit zu feiern und zu vergessen. Er schellte an der Tür, doch keiner machte auf… Er schellte noch ein paar Mal, aber die Tür blieb zu. Die Musik schien zu Laut zu sein. Man hörte das Dröhnen bis in den Flur. Er schellte nun im 2 Sekunden Takt. Endlich, die Tür öffnete sich und eine unfassbar schöne Frau stand ihm nun gegenüber. Sie trug ein kurzes rotes Kleid. Man sah, dass sie keine Unterwäsche trug. Ihre Nippel waren hart wie Stein, durch den leichten Wind der durch die Haustür zog. Er war von ihrem Aussehen fasziniert. Es lag etwas in der Luft. Sie bat ihn rein. Die beiden gingen durch das große Penthouse zu dem anderen Partyvolk. Der Bass von der Musik wurde immer stärker, umso näher sie dem Happening in der Wohnung kamen. Es waren knapp 20 Leute da. Davon waren nur 6 Männer. Es war eine dieser Partys, von denen er immer wieder gehört hatte, aber nie wirklich geglaubt hatte, dass sie wirklich existieren. Sein Freund, der die Party schmiss, war einer dieser  harten Männer, so ein Typ den man nie dumm anlabern würde. Ein harter Hund eben, aber auch einer auf den die jungen Frauen abfahren. Eine Mischung aus Geld, Outlaw Attitude und gutem Aussehen…

Der Alkohol und THC Spiegel senkten sich. Die Gedanken an seine Freundin kamen zurück. Zeit für eine weitere Dröhnung. Zeit für den harten Scheiss. Es war alles da, was gebrochene Herzen brauchen um zu vergessen. Drogen und Bitches. Er sprach einen Typen an, der gerade eine Nase vom weißen Pulver zog, fragte ob er auch eine haben könne. Nach kurzem Smalltalk mit dem unbekannten Typen, zogen die beiden die Lines durch die Nase. Seine Pupillen wurden größer, seine Sinne schärfer, der Gedankenfokus verlagerte sich von seiner Freundin ins hier und jetzt, auf die Party. Er war angekommen im Sumpf der Sünde.

Es hatten sich drei Gruppen gebildet. Er war in einer Gruppe mit dem Koks Boy und fünf sehr ansehnlichen Chicks. Diese Art von Frau, die für einen gratis Abend fast alles machen würde. Sie waren alle jung und naiv. Er kam mit einer ins Gespräch. Sie war vielleicht 19 oder 20, sie hätte auch 16 oder 17 sein können. Wer weiß das schon heutzutage noch. Es war ihm auch egal. Sie hatte lange blonde lockige Haare und blaue Augen. Sie trug einen kurzen Rock, High Heels und komischerweise einen Pullover, der ihr viel zu groß war. Ein komischer Style, der ihr aber sehr gut stand. Sie sah fast wie seine Freundin aus, was ihm sehr gefiel. Die beiden unterhielten sich sehr gut. Zusammen tranken sie Sambuca, einen nach dem anderen. Sein Herz schlug immer schneller. Die Blicke wurden tiefer. Seine Urinstinkte nahmen überhand. Die Gedanken an seine Freundin waren komplett vergessen. Das Ziel war nun, sie zu ficken. Und sie wollte es auch. Er sah die Absicht in ihren Augen.

Sie stand auf und ging ans andere Ende des gut und gerne 200 Quadratmeter großen Wohnzimmerlofts des Penthouses. Seine Augen blieben an ihr, keine Sekunde verließen seine Augen ihren Körper. Er wusste nicht warum sie nun am anderen Ende des Zimmers stand, aber er folgte ihr. Der Drang nach mehr Selbstzerstörung wurde größer. Genauso wie der Drang zu vergessen, der in ihm wucherte. Eine Leere, die nie gefüllt werden könnte.

Die beiden standen nun wieder zusammen. Am anderen Ende des Raumes. Abgeschieden vom Rest. Keiner würde sie hier stören, aber sehen. Er drückte sie an die Wand, seine Hand legte er an ihre Wange und der verbotene Kuss kam. Sie verschmolzen im Gewirr von Musik und Drogen. Sie kannten sich keine 30 Minuten. Die Drogen hatten die beiden zu Tieren der Lust gemacht und beide gingen in dem Moment auf. Es war die perfekte Ektase.

Der nächste Schritt musste folgen, sie wollten sich einen ruhigen Raum ohne Zuschauer suchen. Sie ging in Richtung Badezimmer und ließ ihn mit der Bitte zurück ihr 5 Minuten später zu folgen.

Break

Er stand nun alleine im Raum, so kam es ihm vor. Es folgte der übliche, einprogrammierte Blick auf das Handy. Neue WhatsApp von seiner Freundin. „Wo bist du?“. Ein Schock. Er wurde mit einem Mal aus seiner Ektase wieder ins wirkliche Leben geholt.

Er war hin und her gerissen. Die Drogen in seinem Körper sagten ihm „scheiss drauf, sie wollte es ja nicht anders.“ Aber der kleine Funken Wahrhaftigkeit, konnte es nicht zulassen den nächsten Schritt ins Chaos zu gehen.

Raus aus dem Penthouse. Er musste wieder einen klaren Kopf bekommen und das am besten zuhause. Er fuhr in Richtung seiner Wohnung, nun bemerkte er den metallischen Geschmack in seinem Mund, das Blut lief aus seiner Nase. Am Straßenrand angehalten um die blutende Nase zu versorgen, merkte er….

Ende Teil 1

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden.

Seit über 6 Jahren lebe ich mit meiner Frau Julia in Berlin.

Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

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