Edibles auf Langstreckenflug: ein Selbsttest

THC-haltige Edibles sind ein ziemlich leckerer Cannabis-Trend, kombinieren sie doch kulinarische Raffinesse mit erHIGHternder Wirkung unterschiedlichster Cannabinoide. Besonders viele Variationen an Edibles findet man in den amerikanischen legal states wie Kalifornien oder Colorado, nicht minder reichhaltige „Space-Gebäcke“  kann man jedoch auch in unserem Cannabis-liberalen Nachbarland an der Nordsee erstehen, beispielsweise klassische Space Brownies oder echt-holländische Space Stroopwafles.

Ich persönlich habe erst in Kalifornien zu Edibles gefunden, weshalb ich dort auch gemeinsam mit Cannabis-Rausch-Kollege Daniel den Entschluss fasste, auf dem Rückflug Edibles zu konsumieren. Wenn man schon in der Holzklasse fliegt, möchte man – gerade als 2-Meter-Mensch – natürlich nicht unbedingt die Holzklasse fühlen. Wieso also nicht den Langstreckenflug mit 100mg THC betäuben?

Diesen Plan galt es in die Tat umzusetzen. Während wir unlängst eine unruhige Nacht auf einem in ein Autobahnkreuz eingebetteten Supermarkt-Parkplatz verbracht hatten und die aufgehende Sonne an den Mauern des Griffith-Observatoriums genießen, schauen wir auf Weedmaps nach einer Dispensary, die bereits um 7:00 morgens ihre Pforten für Patienten und Erholungs-Nutzer öffnet. Wir bekommen ein einziges Ergebnis ausgespuckt und sind froh, dass sich die Dispensary für Frühaufsteher in Hollywood und damit unweit unseres Standorts in Beverly Hills befindet.

Leider durften wir in der Dispensary mit dem klangvollen Namen WHTC keine Fotos schießen, dafür gab es ein umso besseres Angebot an THC-haltigen Snacks. Im Vorhinein checken wir das Menü der Dispensary auf Weedmaps ab und schwanken noch zwischen Schokolade, Keksen, Brownie Bites und Gummibärchen. Gibt es alles auch in der gewünschten Maximalmenge mit 100mg THC. Mehr THC darf ein Edible-Produkt in Kalifornien laut Gesetz nämlich nicht enthalten.

Fruchtgummis sind eine solide Edible Basis für den Flug

Wir bleiben letzten Endes bei den Fruchtgummies hängen. Ich würde an der Stelle viel lieber von Gummitieren oder dergleichen schreiben, aber genau das sollen THC-Gummis eben nicht sein. Da gab es sogar schon Klagen gegen Produkte, weil sie von Kindern nicht von normalen Gummibärchen zu unterscheiden wären.

Nun gut, dann eben Fruchtgummies. Sie sind auf jeden Fall Preis-Leistungssieger unter den Edibles, man bekommt 100mg THC für 15$.
Und das ist schon echt günstig, wenn man bedenkt, dass 100mg THC im Edible ca. der Wirkung von 500mg THC in gerauchter Form, also ungefähr 2 Gramm Gras oder 2-4 Joints entspricht!

Wir entscheiden uns mit Blick auf die Abflugzeit 19:00 für eine Indica-Variation der THC-Gummies. Das ist immer super in Kalifornien, man weiß ziemlich genau was man erwarten kann.  Die Verpackung der THC-Gelatine-Zucker-Mischung ist ziemlich auf den Punkt gebracht und erinnert an eine perfekte Variante eines Zigarettenetuis.

In zwei pharmazeutisch anmutenden Alu-Plister-Verpackungen finden eine Verpackungsebene tiefer jeweils 5 THC-Gummis Platz, insgesamt enthält ein solches Etui also 10 Portionen à 10mg THC.

Vor der Sicherheitskontrolle – jetzt wird’s Ernst!

Unternehmen wir doch einen kleinen Zeitsprung, um das ohnehin schon viel zu lange Vorgeplänkel ein wenig abzukürzen. Als wir unseren Mietwagen abgegeben und die letzten Gramm ganz gemütlich am Flughafen verraucht haben, wurde es langsam aber sicher Ernst: Wir wiegen ab, wann der beste Zeitpunkt zum „Einwerfen“ der Edibles sein würde. Wir einigen uns darauf, die Edibles möglichst kurzfristig vor der Handgepäck- und Ganzkörperkontrolle einzunehmen. Schließlich wirken Edibles erst nach ca. einer halben bis einer Stunde, dann aber (zumindest bei 100mg vorsichtshalber anzunehmen) mit ganzer Härte!

Wir möchten vermeiden, strunzenstoned durch die Kontrolle zu gehen. Andererseits wollen wir aber auch keine THC-Produkte durch die Kontrolle schleifen.

Letzten Endes fummeln wir die THC-Gummies also etwa 2m vorm ersten Grenzpolizeibeamten aus den Blister-Pharma-Verpackungen. In meinem Fall gestaltet sich das ziemlich nervenaufreibend, da ich die beiden Blister schon ein paar Minuten in meiner latent wärmenden Hosentasche transportiere.

Edibles auf dem Flughafen: Gar nicht mal soo einfach

Das Problem: Die zwei Meter Abstand zum ersten Grenzbeamten der Kontrolleinheit erfordern theoretisch ein gewisses Maß an Unauffälligkeit und Vorsicht. In der Praxis bin ich jedoch THC-Gummi-Bauformbedingt dazu gezwungen, auf einen entspannten Beamten und gutes Karma zu hoffen. Denn jedes Gummiteilchen sitzt durch seine Kreuzform in 4 Plastikmulden fest. Dieser Sachverhalt mit 10 Gummiteilen und dem Faktor der erhöhten Klebrigkeit durch meine warmen Hosentaschen multipliziert führte letzten Endes dazu, dass ich im Rahmen der durch die zackig in der Schlange vorrückenden Flugreisenden schon leicht gestresst versuchte, mir die ganzen 100mg THC noch VOR dem Sicherheitsbeamten reinzudrücken.

Das habe ich auch gerade so geschafft, möchte euch aber trotzdem folgenden Tipp mit auf den Weg geben: wenn ihr vorhabt, THC-Gummiteile vorm Flug zu essen, haltet sie von unverdächtig wirkenden Wärmequellen wie Hosentaschen fern. Daniel hat bewiesen, dass sich das lohnt! Bei ihm ging das Ganze deutlich leichter von der Hand.

Durch den Gepäck Check-in kamen wir nachfolgend ziemlich gut, waren in dem Moment erwartungsgemäß noch nicht stoned. Aber da steckt man auch echt nicht drin, eine gewisse Paranoia hat man in dem Moment der Kontrolle auf Edibles schon noch. Es geht alles gut, lediglich meine Thankyoujane-Mütze und meinen linken Adidas Kamanda muss ich mir vom Sicherheitspersonal einfordern. Ist „nur“ vom Band gefallen.

Der Wirkeintritt der THC-Edibles findet nicht ohne Komplikationen statt.

Wir setzen uns vor unser Gate in den Wartebereich und ich schnalle mir die Kopfhörer auf die Ohren. Brainfood-Playlist von Spotify, ich hab jetzt ganz schön Lust auf einen kleinen Trip. Der bahnt sich zwar an, aber die Edibles brauchen wohl noch ein wenig, um sich vollends zu entfalten.

Das tun sie auch, allerdings an einer gänzlich unpassenden Stelle: Der einzige von 4 Flügen, in dem wir unser Priority Boarding in Anspruch nehmen, gestaltet sich als gar nicht mal sooo prior, wie es der Aufpreis-Titel vielleicht anfangs vermuten lässt. Wir werden zwar mit die Ersten sein, die in dem durchaus großen Airbus A-330 Platz finden, jedoch heißt es bis dahin erst einmal warten. Und zwar in der Gangway. Vom Wind leicht schwankend, fensterlos, ohne Horizont. Sauerstoff ist immerhin in geringen Mengen vorhanden. Als wir in der Gangway stehen, kicken gerade die Edibles. Volle Dröhnung, wir befinden uns mittlerweile ca. eine Stunde nach Einnahme. Mir wird flau, mein Gleichgewichtssinn droht mich zu verlassen. Ich atme ruhig, spanne und entspanne im Wechsel verschiedene Muskelgruppen an und gehe einen beinahe meditativen Zustand ein. Daniel fühlte sich ähnlich, wie er mir Minuten später im Flugzeug ausführlich schildert.

Endlich erweisen sich die Edibles als hilfreich im Flugzeug!

Doch alles außer Kreise hat ein Ende und das ist im Moment des dunklen Ausharrens bei flackernd-düsterer Beleuchtung mit sporadischen Anfällen kompletter Dunkelheit dank eines Stromausfalls und der immerwährenden, horizontlosen Wackeleinheiten, die die Wobble Bridge in London in Grund und Boden wackeln würden, ein hilfreicher Rettungsanker. Ein absehbares Ende kann die persönliche Moral in schwierigen Situationen stärken, was Daniel und mir in dem Moment der kickenden Edibles definitiv zu Gute kam.

Als dann endlich alle für uns unerkennbaren Probleme durch orange-bewestete Flughafenmitarbeiter geklärt wurden und die Türen des Airbus für uns geöffnet werden, ist die Erleichterung groß. Endlich zahlt sich das Priority-Boarding voll aus! Wir verstauen unser Gepäck, draußen wird es dunkel und ich merke, wie sehr sich mein Bio-Rhythmus in den letzten Wochen an den natürlich Lauf der Sonne angepasst hat. Im Holzklasse-Sitz versinkend holt mich die unruhige letzte Nacht auf dem autobahnumkreuzten Supermarkt-Parkplatz ein und ich überlege noch, wie es zu rechtfertigen wäre, dass ich den unfassbaren Blick auf das nächtliche LA von meinem Mittelreihe-Platz nicht erschielen würde. Auf diesem Gedanken falle ich in einen tiefen und erholsamen Schlaf und als ich das erste Mal wieder aufwache, befinden wir uns quasi schon auf dem Landeanflug in Island, wo wir das Flugzeug wechseln werden. Ich habe solide 7 Stunden durchgeschlafen, und das bei 2m Körpergröße und gefühlt halber Beinfreiheit.

Fazit: THC-Edibles auf dem Langstreckenflug

Klare Weiterempfehlung! Vor allem, wenn ihr in den USA oder Holland losfliegt, sind Edibles eigentlich ein absolutes Muss für jeden THC-Affinito. Die 15$ für eine Packung Indica-Edibles lohnen sich schon deshalb, weil man sich das Upgrade auf die Business-Klasse locker sparen kann. Ob man jetzt gut schläft, weil der Sitz schön umklappbar ist oder weil Indica mal wieder einen auf Indica macht, ist am Ende des Tages doch auch komplett egal. Im Ernst: So schnell ist ein Langstreckenflug noch nie an mir vorbeigezogen!

Lorenz

Lieblingsfarbe Grün - Farbe der Hoffnung, Farbe meiner politischen Heimat und Farbe meines Lieblingskrauts. Weitere Buzzwords meines Lebens sind Fotografie, Reisen und die Liebe zum geschriebenen Wort. 1997 wurde ich im tiefsten Osten geboren und bin trotzdem (oder gerade deswegen?) ein linksgrünversiffter Gutmensch geworden. Nach 1,5 interessanten Jahren dualer Studiertätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik widme ich mich mich im Moment ganz im Sinne meiner Bloggertätigkeit einem Bachelor in Gartenbau.

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