Grow LED Ratgeber

Grow LED Ratgeber

Die Cannabispflanze ist eine der vielfältigsten Pflanzen, die es auf diesem Planeten gibt. Man kann sie zum Zwecke des Rausches konsumieren oder sich damit medizinieren. Man kann die Fasern der Pflanze sogar zu Papier verarbeiten, um die amerikanische Unabhängigkeitserklärung darauf zu schreiben. Oder Kleidung daraus herstellen oder sein Haus dämmen. Doch am Anfang liegt stets ein kleiner Cannabis-Samen vor dir oder deinem Züchter. Bis aus diesem kleinen Winzling eine bis zu vier Meter hohe Pflanze mit dicken Blüten wird, ist noch einiges zu erledigen. Was genau, könnt ihr in unserem ultimativen Grow-Ratgeber nachlesen. An dieser Stelle soll es lediglich um eine der wichtigsten und die wohl komplexeste Komponente gehen: Die Lampe, das Licht. In die gesamte Komplexität dieses umfangreichen Themas führen wir dich auf dieser Seite ein, denn Licht ist längst nicht gleich Licht und die Pflanze sieht das Thema auch komplett anders als wir Menschen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Falls du dich jedoch schon auskennst und nur auf der Suche nach der besten Lampe bist: hier geht es direkt zu unserer LED-Bestenliste.

Die Zukunft heißt LED

Da wir von Cannabis-Rausch.de schon voll in der Zukunft angekommen sind und die Natur und deine Stromrechnung im Blick haben, gibt es in diesem Beitrag ausschließlich LEDs zu bestaunen. Denn die kleinen Halbleiter sind zum einen sehr effizient in der Stromnutzung, zum anderen können sie die von den Pflanzen benötigten Lichtarten exakt abbilden. Das heißt, dass im Gegensatz zu herkömmlichen Leuchtmitteln keine übermäßige Abwärme erzeugt wird und kein unbenötigtes Licht auf die Pflanzen scheint.

Nachhaltigkeit ist Trumpf

Auch der deutsche Naturschutzbund NABU empfiehlt LEDs, denn sie sind quecksilberfrei und überstehen häufiges An- und Ausschalten ohne Probleme über eine sehr lange Zeit. Ihr müsst bei Verwendung einer LED in eurer Grow-Box zudem keine energiefressenden Kühlelemente installieren, denn im Gegensatz zu herkömmliche Lampen erzeugen LEDs deutlich geringere Temperaturen und die gefährliche 30-Grad-Marke wird im Vergleich zu NDL- Lampen erst deutlich später erreicht.

Wellenlängen als Schlüssel zum richtigen Licht

Wenn wir über Pflanzenbeleuchtung sprechen, sollten wir die genauen Bedürfnisse von Pflanzen analysieren. Dabei nehmen wir für den Aspekt Licht die Sonneneinstrahlung als Referenz zur Hand, denn an das Lichtspektrum und die Intensität des Sonnenlichtes haben sich alle Pflanzen evolutiv angepasst und mit Hilfe der Ausprägung spezieller Merkmale optimal zunutze gemacht. Den Anfang macht eine Darstellung des von der Sonne erzeugten Lichtspektrums mit entsprechenden Intensitäten Mittags und Abends:
Quelle: GICON
Sehr gut erkennbar ist ein effektiv abgestrahltes Spektrum von unter 400nm Lichtwellenlänge bis über 800nm. Das Spektrum reicht von UV-Licht über blau, grün und rot bis hin zu Infrarot-Licht. Sehr gut zu erkennen ist auch, dass sich die Lichtintensität je nach Tageszeit, bedingt durch unterschiedliche Einstrahlwinkel der Sonne über den Tageszeitenverlauf, stark unterscheidet. Auch die Intensität einzelner Wellenlängen verändert sich über den Tagesverlauf. Wir behalten diese Beobachtungen im Hinterkopf. Dieses Licht kommt auf der Erde an.

Doch nicht alles Licht, was auf der Erde ankommt, wird von der Pflanze auch gleichermaßen genutzt.

An der Stelle hat ein gewisser McCree bereits in den 70er Jahren Untersuchungen angestellt, um zu beurteilen, bei welchen Wellenlängen ein Blatt Photosynthese-Aktivität zeigt und wie stark Photosynthese betrieben wird. Dabei hat er mit Hilfe von Lichtfiltern die Blätter mit isolierten Wellenlängen des oben dargestellten Lichtspektrums bestrahlt und die Stärke der Photosynthese jeweils durch die Menge aufgenommenen CO2s quantifiziert. CO2, Kohlenstoffdioxid, benötigt eine Pflanze als Ausgangsstoff für die Photosynthese und mit Hilfe der effektiv verarbeiteten Kohlenstoffdioxid-Menge lässt sich einschätzen, in welchem Maße eine Pflanze Photosynthese betreibt. Herausgekommen ist das photosynthetische Aktions-Spektrum, in unten stehender Grafik an zweiter Stelle zu sehen. Parallel zum Aktions-Spektrum hat man die beiden Pigmente im Blatt untersucht, welche man als verantwortlich für die Photosynthese zeichnete, um das sogenannte Absorptions-Spektrum zu ermitteln. Chlorophyll A und B. Dazu hat man gemessen, welche Wellenlängen wie stark von den isolierten Pigmenten aufgenommen werden. Später wurde dann auch das Pigment Carotinoid entdeckt, welches regulierende und ebenfalls absorbierende und damit energiegewinnende Aufgaben im Rahmen der Photosynthese übernimmt. Es ist gut zu erkennen, dass sowohl das Absorptions-, als auch das photosynthetische Aktionsspektrum blau- und rot-Anteile besonders effizient nutzen. Weil grünes Licht weniger effizient verwertet wird und nicht in dem Maße wie rotes und blaues Licht absorbiert werden kann, wird ein gewisser Anteil des grünen Lichtes reflektiert und die Blätter erscheinen uns grün. Diese Beobachtung nennt die Fachwelt auch Grünlücke. Gut zu wissen: Während die Pflanze vor allem blaues und rotes Licht „sieht“, haben wir Menschen unseren Höhepunkt genau gegenläufig, unsere Augen nehmen grünes Licht vergleichsweise besonders stark wahr und rotes und blaues schwächer. Da unterscheiden sich Menschen von Pflanzen.

Aus diesen Gründen sollten wir grünes Licht bei der Pflanzenbeleuchtung Ernst nehmen:

In der Vergangenheit wurde von vielen LED-Lampenherstellern besonders das Absorptionsspektrum zur Grundlage der Entwicklung eigener Lampen zur Rate gezogen. Ein fahrlässiger Fehler, wie einige Analysen bestehender Forschungen zeigen:
Quelle
Diese Darstellung zeigt sehr gut, dass es einen großen Unterschied macht, ob man Pigmente isoliert untersucht, oder die gesamte Pflanze, wobei in letzterem Fall die Beziehungen zwischen den einzelnen Pigmenten und deren Molekülen erhalten bleiben. „Whole Leaf“ in linkem Diagramm zeigt sehr deutlich, dass die Pflanze auch Licht des grünen Spektrums zu 70% absorbiert. Die rechte Darstellung untermauert diese Beobachtung, indem sie darstellt, dass komplexe Kulturpflanzen („Crop plants“) wie Cannabis, Bohnen oder Mais das grüne Licht fast in dem Maße wie blaues Licht für die Photosynthese nutzen. Als Vergleich wird die nur zwei Zellschichten dünne Grünalge „Ulva“ zur Rate gezogen, welche das grüne Spektrum kaum photosynthetisch nutzt, von ihrem Aufbau jedoch viel eher den isolierten Pigmenten der ersten Experimente gleicht. Wichtig ist das Detail isolierte Pigmente (eine Schicht) und die sehr geringe Dicke der Grünalge. Denn ein großer baulicher Unterschied von Kulturpflanzen zu isolierten Pigmenten und der dünnschichtigen Ulva ist die Blattdicke. Grünes Licht wird nämlich besonders von den tieferen Blattschichten, dem Mesophyll, absorbiert. Das geschieht zum Zwecke der Schadensverhinderung auf zellulärer Ebene und um das natürlich auftreffende Sonnenlicht möglichst effizient über das gesamte Lichtspektrum zur Energiegewinnung mittels Photosynthese auszunutzen. Wie gesagt, Pflanzen haben über die letzten 4 Milliarden Jahre kontinuierlich an ihrer Anpassung an das natürlich vorkommende Sonnenlicht gearbeitet.
Quelle

PAR und MAR-Spektrum

Rotes, grünes und blaues Licht wird von der Pflanze nicht nur unterschiedlich effizient aufgenommen, sondern wird auch spektralspezifisch für bestimmte Funktionen innerhalb der Pflanzen-Entwicklung genutzt. Dietmar Prucker von der Fachhochschule Weihenstephan hat mittels einer Literatur-Auswertung folgende Einflüsse verschiedener Wellenlängen auf das Pflanzenwachstum herausgestellt:
  • UV-B (230-320nm) und UV-A (320-380nm):
    • verringerte Wuchshöhe, geringere Biomasse, abnehmendes Blattvolumen
  • Blau (380 – 500nm)
    • Photosyntheseaktivität, bisher nicht näher bestimmter Einfluss aufs Streckenwachstum
  • Grün (500 – 600nm)
    • Photosynthese in tiefen Blatschichten über Carotinoide
  • Hellrot (600-700nm)
    • Photosynthese,Verminderung des Streckenwachstums (kompakter Wuchs), Verhinderung der Blütebildung bei Kurztagspflanzen (worunter Cannabis zählt)
  • Dunkelrot (700 -775nm)
    • Verstärkte Blütenbildung bei Kurztagspflanzen (gegenteilige Wirkung von Hellrot), Förderung des Streckungs- und Blattflächenwachstums
Für das photosynthetisch genutzte Licht hat man auf Grund dieser Beobachtungen das sogenannte PAR-Spektrum (photosynthetisch aktives Spektrum, Parallelen s. oben) und das MAR-Spektrum (morphologisch aktives Spektrum, morphologisch = individuelle Merkmalsausprägungen) eingeteilt. Besonders die Randbereiche des Vollspektrums, also UV- und Infrarot-Licht/ Tiefrot fallen in den MAR-Bereich, während der Bereich des sichtbaren Lichts, der photosynthetisch genutzt wird, unter den PAR-Bereich fällt.

Als Zwischenfazit und kostenslose Unternehmensberatung für Grow-Lampen-Hersteller können wir an der Stelle folgende Eckpunkte festhalten:

  • Nutz-Pflanzen verwerten sämtliche Lichtarten von UV bis Infrarot.
  • Grünes Licht wird weniger effizient verwertet, als rotes und blaues Licht.
  • UV-Licht und Infrarot modulieren,  wie eine Pflanze wächst, nehmen also Einfluss auf Höhenwachstum und Blüteausbildung

LED vs. NDL vs. MH vs. CMH

Viele Gärtner interessieren sich natürlich für die Vorteile von LEDs gegenüber konventionellen Leuchtmitteln wie Natrium- oder Metallhalogen-Dampflampen. Der größte Unterschied besteht in den einzelnen Spektren: Während LED-Lampen jedes erdenkliche Spektrum zwischen UV-A und Infrarot durch Kombination unterschiedlicher Halbleiter abstrahlen können, sind Hochdruckdampflampen vergleichsweise beschränkt. Zur Verdeutlichung die Spektren der einzelnen Lampen-Typen: Gut zu erkennen ist, dass besonders die Natrium-Dampf-Lampe ein sehr beschränktes Spektrum aufweist. Sie deckt lediglich einen kleinen Bereich des PAR-Spektrums ab und vernachlässigt das MAR-Spektrum fast vollständig. Auch ist hier das Verhältnis von Hell- und Dunkelrot eher auf die Blüteentwicklung von Langtagpflanzen optimiert, Cannabis als Kurztagspflanze profitiert jedoch eher durch Bestrahlung mit dunkelrotem Licht. Die CMH-Pflanzenlampe bildet Licht von UV-A bis Infrarot recht homogen verteilt ab, wobei ein Fokus auf dem hellroten Bereich und grün liegt. Somit wird vergleichsweise viel Energie für Licht aufgewendet, welches die Pflanze nicht so effizient nutzen kann wie beispielsweise rotes und blaues Licht. Das Spektrum ist jedoch sehr solide und für Pflanzen gut geeignet. Eine klassische Metall-Halogen-Lampe (MH) strahlt vor allem blaues Licht ab inklusive einem zu beachtenden Teil UV-A. Jedoch fehlt das rote Spektrum völlig, was die Ausbildung von Blüten hemmt. LED-Lampen können je nach verwendeten Chips ziemlich viele Wellenlängen abbilden, seit 2018 sogar UV-A-Licht. Das war vorher nicht möglich, da UV-LEDs im Vergleich zu den anderen Spektren eine vielfach kürzere Lebenszeit aufwiesen. Diesem Problem haben sich Produzenten jedoch gestellt und nun ist es möglich, auch UV-A-LEDs zu verbauen. LEDs setzen auf eine geringe Ausprägung des Grün-Spektrums, da grünes Licht nicht so effizient zur Photosynthese genutzt werden kann, wie blaues und rotes Licht. Jedoch sollte es nicht fehlen, da grünes Licht für verschiedene Prozesse in der Pflanze von Bedeutung ist. Bei der Betrachtung des grünen Lichts ist besonders die Effizienz einer Lampe von großer Bedeutung. Denn mit einem Watt aufgewendeter Energie kann eine Pflanze je nach Spektrum unterschiedlich effizient umgehen. Konkret bedeutet das, dass aus einem Watt grünem Licht von der Pflanze während der Photosynthese nur ungefähr die Hälfte an Energie hergestellt werden kann, wie mit einem Watt rotem Licht. Und da Strom teuer ist und wir mit den Ressourcen unseres Planeten sparsam umgehen wollen, ist es natürlich wichtig zu betrachten, wie mit einer gewissen Menge eingetragener Energie der größtmögliche Ertrag zu erwirtschaften ist. Über Optimierung des Spektrums schaffen wir uns somit das erste Einsparpotential, um mit weniger Energie den gleichen Ertrag zu schaffen oder mit der gleichen Energie einen größeren Ertrag zu bedingen.

Wirkungsgrad – hier schlägt die LED alle anderen Lampen-Typen

G:\onedrive htw\OneDrive - htw-dresden.de\CR\grow led\Wirkunsgsgrad LED vs. NDL Cannabis Grow.png Wie Im Bild schön zu erkennen, emittiert die LED 32% mehr Licht als eine NDL bei gleicher Leistungsaufnahme. Deutlicher sind jedoch die Unterschiede in Konvektions- und Strahlungswärme: Hier wird es interessant. Konvektionswärme erhitzt die gesamte Raumluft um den wärmeabgebenden Körper, während Strahlungswärme nicht die Raumluft, sondern andere Körper und Gegenstände im Raum erwärmt. Eine Hochdrucklampe erhitzt also die sich im Raum befindlichen Pflanzen eklatant, während LED-Lampen vorwiegend die Raumluft durch Konvektionswärme und damit nur indirekt die Pflanzen erhitzen. Leider wissen wir noch nicht, ob die fehlende Strahlungswärme zum Nachteil für die Pflanzen ist. Jedoch haben NDL-Grower das Problem, vor allem im Sommer, dass sich die Pflanzen so stark erhitzen, dass schnell die gefährliche 30-Grad-Grenze überschritten wird und mit Terpen- und somit auch Aromaverlusten zu rechnen ist. In Bezug auf den Wirkungsgrad erzeugter Lichtenergie kann aber auf jeden Fall festgehalten werden, dass LED-Lampen einen um ca. 30% höheren Wirkungsgrad aufweisen als Gashochdrucklampen. Um die gleiche Lichtleistung auf die Pflanzen zu bringen benötigt eine LED also 30% weniger Strom.

An welchen Parametern erkenne ich gute Lampen?

Die LED-Revolution kommt nicht von ungefähr. Wo früher noch Wattzahl, Lumen und Lux die entscheidenden Werte zur Beurteilung einer Lampe waren, ist es heute die Photonenflussdichte. Über die Zeit hat sich in der Grower-Szene immer mehr herauskristallisiert, dass nicht die einfache Leistung einer Lampe oder die Lichtstärke entscheidend ist, sondern das tatsächlich von der Pflanze absorbierte Licht unter Berücksichtigung eines entsprechendes Spektrums. Zur Bewertung nach neuen Maßstäben existieren mehrere Kennzahlen:

PAR – Photosynthetisch aktive Strahlung

Mit PAR hat man wie schon angedeutet einen Begriff für das „für die Photosynthese relevante Lichtspektrum“ gefunden. Jedoch hat PAR ein Problem: PAR gibt lediglich an, wie stark eine Pflanze das Lichtspektrum zwischen 400-700 nm Wellenlänge aktiv nutzt. In der Blütephase kann jedoch auch nicht sichtbares Infrarot-Licht jenseits der 700 nm für merkbare Unterschiede sorgen oder UV-A-Licht unter 400nm, welches unter anderem das Höhenwachstum in der Blütephase einschränken kann. Für UV und Infrarot gibt es die erweiterten MAR-Spektren. Der PAR-Wert hat außerdem das Problem, dass er die Grünlücke nicht berücksichtigt. 400 Watt emittiertes Licht im PAR-Spektrum könnte so theoretisch auch nur grünes Licht enthalten und die Pflanze würde kaum wachsen. Wenn man folgenden Werte betrachtet, sollte man dementsprechend stets auch einen Blick auf das Spektrum der konkreten Lampe werfen, um die im Folgenden erklärten PPF- und PPFD-Werte qualifizieren zu können.

PPF – Photosynthetisch aktiver Photonenfluss

PPF gibt an, wie viele Lichtteilchen (Photonen) pro Sekunde aus der Lichtquelle im 400-700nm-Spektrum erzeugt werden. Für die Berechnung der Gesamteffizienz eines Leuchtmittels ist dieser Wert sehr wichtig, für den Grower allerdings weniger interessant: Denn PPF sagt nichts darüber aus, wie viel Licht letzten Endes auf die Pflanze trifft bzw. von ihr verarbeitet werden kann. Messeinheit: µmol/s. Höhere Werte sind besser.

PPFD – Photosynthetische Photonenstromdichte oder Photonenflussdichte

PPFD drückt aus, wieviele Photonen über einer Fläche von einem Quadratmeter pro Sekunde auftreffen. Im Gegensatz zum PPF-Wert lässt sich über den PPFD-Wert also eine Aussage darüber treffen, wie viel Licht tatsächlich auf die Blätter einer Pflanzen treffen werden. Dieser Wert ist für den Grower schon ausschlaggebender als PPF, jedoch hat auch die Angabe der Photonenflussdichte einen Haken: Denn sie ist abhängig von der horizontalen und vertikalen Entfernung zum Leuchtmittel. Deshalb könnt ihr euren Händler ruhig mal anschreiben, bei welcher Höhe die Messung des PPFD-Wertes vorgenommen wurde. Sinnvoll sind Messungen, die an den unterschiedlichsten Positionen im Zelt vorgenommen wurden und zu einem PPFD-Diagramm zusammengefasst werden. Somit könnt ihr aus den Werten lesen, bei welchen Abständen zur Lampe wie viele Lichtteilchen auf die Pflanzen treffen. Denn durch die engen Abstrahlwinkel von LEDs kann an der Stelle ganz schön viel getrickst werden bzw. relativiert sich die Lichtausbeute deutlich, je mehr man am Rand der Box und mit größeren Abständen zur Lampe misst. Messeinheit: µmol/(s·m²). (Micromol pro Quadratmeter und Sekunde) Höhere Werte sind besser. Unser Bestenlisten-Platz 1 hat auf seiner Website ein solches PPFD-Diagramm für die 128 Watt-Lampe erstellt. Man erkennt gut, dass sorgfältig gearbeitet wurde, denn sowohl der Abstand zur Lampe (30cm), als auch die Größe der Box-Grundfläche sind angegeben. Man sieht am PPFD-Diagramm auch, dass die LED zum Rand der Box hin merklich an Effizienz verliert – empfohlen wird die Lampe jedoch sowieso für 60x60cm. Da die Photonenstromdichte abnimmt, je höher die Lampe über den Pflanzen positioniert ist, ist es ratsam, die Lampe immer in einem konstanten Abstand über den Pflanzen hängen zu lassen. PPDF Diagramm

Noch ein paar allgemeine Infos zu den Werten

Welche Werte euch auch immer begegnen: Habt am besten immer einen Blick fürs Ganze. Denn unterm Strich ist wichtig, dass eure Pflanzen die Wellenlängen bekommen, die sie auch wirklich benötigen UND eine gewisse Menge an Licht, welches auf den Blättern auftrifft (PPFD). Generell hat die Natur mit den unterschiedlichen Sonnen-Einstrahl-Winkeln über die Jahreszeiten vorgegeben, welches Licht in welcher Phase am besten genutzt werden kann. Man versucht beim Bau einer guten Grow-LED letzten Endes nichts anderes, als die Eigenschaften der Sonne zu bestimmten Zeiten bestmöglich nachzustellen. Denn wer einmal in Marokko oder Kalifornien war, weiß: In der Natur wachsen schöne, dichte Blüten von ganz alleine. Diese Bedingungen versuchen wir im Grow-Raum zu imitieren.

Welche Wellenlängen für welche Phase?

  1. Wachstumsphase: leichter Fokus auf blaues Licht: 380-500 nm
  2. Blütephase: leichter Fokus auf rotes Licht: 620-780 nm
Gerade in der Wachstumsphase ist die Pflanze recht anspruchslos, was besondere Lichtspektren betrifft. Man geht jedoch davon aus, dass Pflanzen blaues Licht für Streckenwachstum verwenden. Entscheidender ist die Blütephase, denn man möchte ja möglichst große Blüten ernten können. Hierbei gibt es verschiedene Theorien: Zum einen soll vor allem ultraviolettes Licht für besonders viel THC und auch Harz sorgen, denn in Höhenlagen wie Nepal wachsen ja bekanntlich die besonders harzigen Indicas. Und da Gebirge näher an der Sonne sind als das holländische Flachland, ist im Bergland auch die UV-Emmision höher. Ein zweiter Gedanke zum Blüte-Licht: Hier muss Abstand von dem PAR-Lichtspektrum genommen werden. Denn es ist gesichert, dass auch Infrarot-Licht einen bestimmenden Einfluss auf die Pflanzen ausübt, hier greift genauso wie bei Betrachtung der UV-A-Strahlung das MAR-Spektrum. Falls ihr bei eurem Händler also ein hübsches Diagramm für die Blütephase seht, welches bei 700nm schon gegen null geht, werdet ihr mit dieser Lampe nicht das allerbeste Ergebnis in Bezug auf Wirkstoffausprägung und andere bisher beinahe unerforschte Eigenschaften einfahren können. An der Stelle ein Beispiel für ein leicht optimiertes Blütespektrum mit Infrarot-Licht:
Beispiel: Blütespektrum der 128 Watt Greenception LED. Gelb markiert ist der Infrarot-Bereich, der vielen Lampen fehlt.

Spezielle LEDs spielen ihre ganze Stärke im Gewächshaus aus

Wer im Gewächshaus anbaut und ganzjährig Ernten einfahren möchte, muss Sorge tragen, dass die kultivierte Pflanze genau so lange mit Licht in Kontakt kommt, wie für Wachstums- und Blütephase nötig ist. In der Wachstumsphase benötigt die Cannabis-Pflanze 18 Stunden Licht und 6 Stunden Dunkelheit. Die Blüte wird induziert, indem die Pflanzen 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit ausgesetzt werden. Im Sommer, wenn die Tage tendenziell zu lang sind, kann die kurze Blütephase mittels Verdunkelung bspw. durch Tücher und Folien sichergestellt werden, die im Gewächshaus wie ein Vorhang über die Pflanzen fahren und das Licht „Aussperren“. Im Winter, wenn zu wenige Sonnenstunden vorherrschen, müssen die Pflanzen hingegen vor und nach dem Sonnenuntergang mit Kunstlicht belichtet werden – vor allem die Pflanzen in der Wachstumsphase, welche durch lange Belichtung am Blühen gehindert werden müssen. Dabei werden die Lampen allerdings häufig im Dunkeln zugeschaltet und gehen erst wieder aus, wenn die Sonne genug Licht liefert. Je nach Umsetzung der Rhythmik wird entweder sehr lange nur früh ODER abends beleuchtet, oder es wird jeweils vor Sonnenuntergang UND nach Sonnenuntergang aufgeteilt mit Kunstlicht gearbeitet.

Das Sonnenlicht scheint über den Tag verteilt mit unterschiedlichen Spektren

Das Sonnenlicht als unsere natürliche Referenz für alle Kunstlichtüberlegungen weist über den Tagesverlauf gesehen eine Besonderheit auf: Bedingt durch die flacheren Einstrahlwinkel der Sonne am Morgen und am Abend kommen auf der Erde andere Strahlen an, als über den Tag. De Facto ist deshalb die Infrarot-Strahlung am Morgen und am Abend höher als Mittag, woran sich Pflanzen in den letzten 4 Milliarden Jahren auch angepasst haben. Konkret betrifft das die Photomorphogenese, einen wellenlängenabhängigen Steuerungsmechanismus, der in der Pflanze gewisse Prozesse abhängig von gewissen Pflanzenphasen anstößt. Besonders wichtig ist für diesen Prozess das sogenannte Phytochrom-System. Es sorgt mittels zweier Pigmente für bestimmte Strategien im Wachstum, aber auch für die Blüteinduktion. Das eine Pigment wird bei 660nm (hellrot) angeregt, das andere Pigment bei 730nm (dunkelrot). Da Grünpflanzen das 730nm-Licht reflektieren, aber das hellrote 660nm-Licht noch zum Zweck der Photosynthese absorbieren, können Pflanzen anhand von eintreffendem Licht im 730nm-Spektrum bei gleichzeitigem Ausbleiben hellroter Lichtanteile erkennen, dass sie von umliegenden Grünpflanzen umgeben sind, welche ihnen das verfügbare Licht streitig machen. Daraufhin können Pflanzen ein Höhenwachstum einleiten, um selbst wieder mehr Licht einzufangen. Das nennt man Schattenflucht. Wer sich für weitere lichtfrequenzabhängige Prozesse und die spannende Welt der Photomophogenese innerhalb der Pflanze interessiert und mit dem Google-Übersetzer oder der englischen Sprache vertraut ist, wird in DIESER wissenschaftlichen Arbeit seinen Frieden finden.

Mit Hilfe programmierbarer LEDs lassen sich Sonnenauf- und Untergänge simulieren.

Jetzt ist es allerdings so, dass man den Pflanzen bei künstlicher Beleuchtung vor dem Sonnenuntergang und nach dem Sonnenuntergang mittels Kunstlicht dieses natürlicherweise vorkommende dunkelrote Licht vorenthält, besonders beim Einsatz von NDL-Lampen. Da wir jedoch im Informations- und Hochtechnologie-Zeitalter leben, besitzen moderne LED-Grow-Lampen im Premium-Segment eine Funktion, mit Hilfe derer man die Verteilung spezifischer Wellenlängen über den Tagesverlauf programmieren kann. So kann die Lampe morgens hochgedimmt werden, und zwar mit erhöhten Dunkelrot/Infrarot-Anteilen. Über den Tag kann dann ganz im Sinne unserer Sonnen-Referenz der Anteil der anderen Wellenlängen hochgeschraubt werden und Abends das gleiche wieder umgekehrt.
Über den Tag verteilt programmierte Lichtspektren. In dieser Einstellung, welche sich durch die 12-stündige Belichtung für die Blütephase der Kurztagspflanze Cannabis eignet, erkennt man sehr gut, dass die Infrarot-Strahlung am Morgen vor den anderen Wellenlängen angeht und am Abend nach den anderen ausgeht. Somit wird der natürliche Auf- und Untergang der Sonne optimal nachgebildet, wodurch das Phytochromsystem sein gesamtes Aufgabenfeld abarbeiten kann. Screenshot aus dem Greenception Steuerungsprogramm.
Im Gewächshaus spielt diese Technik sowohl im Sommer, wenn man verdunkelt, als auch im Winter, wenn man zusätzlich beleuchtet, seine Stärken aus. Wo im Winter beim natürlichen Sonnenuntergang Dunkelrot sowieso emittiert wird und auf die Pflanzen gelangt, kommt dieser Effekt etwas weniger zum Tragen, hier stellt man der Pflanze lediglich einen natürlicheren Bio-Rhythmus zur Verfügung, indem man die Pflanzen mit der Zusatzbeleuchtung noch über den gesamten Abend weiterhin mit Dunkelrot bestrahlt. Im Sommer, wenn man vor Sonnenuntergang die Verdunkelung zuzieht, spielt diese Technik dagegen eine viel größere Rolle: Denn wenn wir beispielsweise 3 Stunden vor Sonnenuntergang bereits verdunkeln, haben die Pflanzen noch kaum Dunkelrot im nötigen Verhältnis zu Hellrot gesehen und können dementsprechend keine Photomorphogenese betreiben. Mittels Zusatzbeleuchtung kurz vorm Verdunkeln mit dunkelrotem Licht kann man dies jedoch sicherstellen. Kompliziert, aber genial. Eine Lampe, die solch eine Steuerung beherrscht, ist beispielsweise die GC-4-Bar von Greenception. Solch eine programmierbare LED spielt ihre Stärken natürlich auch bei reinem Indoor-Anbau aus, denn auch dort ist ja das Ziel, unsere Licht-Referenz, die Sonne, möglichst detailgenau nachzubilden, da sich unsere Pflanzen ja seit 4 Milliarden Jahren an jenes Licht angepasst haben.
GC-Bar 8 LED im Einsatz in einer kanadischen Grow-Operation. Diese Lampe kann mit unterschiedlichen Spektren über den Tagesverlauf programmiert werden. Wenn ihr euch für Gewächshäuser und große Pflanzensammlungen interessiert, schaut doch mal in unseren Rundgang auf einer kalifornischen Weedfarm rein.

Das Leistungs-Mysterium bei LEDs

Wer schon einmal bei Amazon nach Grow-LEDs gesucht hat, wird auch schon einmal über die günstigen Lampen von Viparspectra und Co. gestolpert sein. Wobei man sie ehrlicherweise nicht günstig, sondern billig nennen sollte. Denn sie bieten nicht die Leistung, die sie anpreisen. Und wenn sie die angepriesene Leistung bieten würden, wären sie nicht mehr wirklich effizienter als herkömmliche Lampen. Doch woran liegt das? LEDs sind Halbleiter und teilen deshalb auch die Eigenschaften von Halbleitern. Ohne an der Stelle zu sehr ins Detail zu gehen, existiert eine Eigenschaft, die für LED-Lampen gleichsam interessant sind, wie für CPUs im Smartphone oder Computer: Bei steigender Ausnutzung der Nennleistung einer Lampe steigt die Abwärme exponentiell stärker als die Lichtleistung der LED. Im Computer funktioniert das ähnlich: Prozessoren und Grafikkarten haben kein Problem damit, gängige Leistungen/Taktraten zur Verfügung zu stellen. Der Strombedarf steigt jedoch exponentiell stärker, wenn durch manuelle Eingriffe oder Übertaktung die Leistung erhöht wird. Das heißt in der Praxis: 4 Cree CXB 3590 LED-Chips it einer Nennleistung von 137 Watt, die mittels eines Vorschaltgerätes auf jeweils 25% der Nennleistung laufen, sind deutlich effizienter als ein einziger Cree CXB 3590 auf 100% der Nennleistung. Denn der einzelne Chip produziert deutlich weniger für die Pflanze verwertbares Licht, dafür umso mehr Wärme im Vergleich zu dem Gespann aus vier Chips. Auf den ersten Blick erscheint das Vierer-Gespann natürlich teurer, auf den zweiten Blick erkennt man jedoch: Nur weil Lampen mit einer höheren Leistung betrieben werden, heißt das noch lange nicht, dass die Pflanze auch davon profitiert bzw. besser wächst. Die PPFD-Werte steigen also mit höherer Leistungsaufnahme der LED-Chips nur marginal. Heißt: Der Anschaffungspreis von mehreren LEDs ist zwar deutlich teurer, dafür werden die insgesamt 137 Watt aus der Steckdose deutlich effizienter auf die Pflanze gebracht, indem mehr für die Pflanze verwertbares Licht produziert wird. Ob die genannten „Billig-Amazon-Lampen“ auf maximaler Nennleistung laufen, oder die vierfache Menge an Chips verbaut haben, solltest du dir jetzt zusammenreimen können

PPF/Joule – wir ermitteln die Effizienz einer Lampe

Früher wurde stets angegeben, wie viel Lumen eine Lampe pro Watt Leistungsaufnahme abstrahlt. Lumen pro Watt. Zwar ist Lumen auch eine Zahl dafür, wie viele Lichtteilchen auf eine Fläche treffen, jedoch angelehnt an die menschlichen Wahrnehmungsstärken der einzelnen Lichtspektren. Der Mensch nimmt Licht bei 555nm am intensivsten wahr, also ein grün-gelb, welches die Pflanzen im Gegensatz zum Menschen kaum verwerten können. Die photosynthetischen Maxima bei blauem und roten Licht von Pflanzen kann der Mensch dahingegen kaum wahrnehmen, heißt, um die gleiche Intensität rot wie grün wahrnehmen zu können, müsste rotes Licht für den Menschen vielfach heller abstrahlen als für die Pflanze. Lumen ist eine kombinierte Einheit, welche diesen Sachverhalt für den Menschen mit Hilfe eines spektral abhängigen Faktors berücksichtigt. Während Licht bei 555nm über 683 lm/Watt (lm = Lumen) erreichen kann, schafft rotes Licht nur maximal 30 lm/ Watt. Das ist etwas kompliziert, aber im Endeffekt geht es darum, wie viel Energie einer Lampe zugeführt werden muss, damit wir Menschen eine gewisse Helligkeit wahrnehmen. Und mit 1 Watt von 555nm grün-gelbem Licht kann man dementsprechend ein Licht erzeugen, welches dem Menschen so hell wie 22,2 Watt rotes Licht vorkommt.
Wahrnehmungsstärken verschiedener Licht-Wellenlängen des Menschen.

Was dem Raumausstatter und Licht-Techniker weiterhilft, stößt im Pflanzbetrieb jedoch auf Grenzen:

Hier bräuchten wir eine angepasste Einheit, welche ihre Maxima nicht bei 555nm hat, sondern entsprechend des photosynthetischen Aktionsspektrums modelliert wird. Diese Einheit wird im Moment auch tatsächlich erschaffen und wird sich YPFD (Y=Yield) nennen, bis dahin behilft man sich jedoch mit dem PPF- und PPFD-Wert zur Beurteilung von Effizienzen von Lampen. Wiederholung: Der PPF-Wert  sagt aus, wie viele Lichtteilchen (Photonen) zwischen 400 und 700nm (PAR) pro Sekunde aus einer Lampe emittiert werden. Der PPFD-Wert sagt hingegen aus, wie viele Lichtteilchen dieses Spektrums zwischen 400 und 700nm tatsächlich auf die Pflanzen auf einem Quadratmeter pro Sekunde in einem gewissen Abstand auftreffen. Da Pflanzen im Gegensatz zum Menschen verschiedene Spektren, vor allem im Bereich zwischen 400 und 700nm deutlich homogener bzw. gleichmäßiger intensiv aufnehmen können, ist PPF/Watt oder PPFD/Watt an der Stelle deutlich aussagekräftiger als Lumen/Watt. Zwar passen diese Werte nicht so gut zur pflanzlichen Lichtausbeute wie Lumen zur menschlichen, jedoch nehmen Pflanzen unterschiedliche Spektren auch nur deutlich weniger unterschiedlich intensiv wahr als wir Menschen. Wo beim Menschen zwischen grün und rot 95% in der Effizienz der Wahrnehmung verschiedener Wellenlängen liegen, sind es bei der Pflanze laut des photosynthetischen Absorptionsspektrums gerade einmal 30%. Alles in allem ist die Aussage eines PPF-Wertes somit 70% (Minima Pflanze relative Lichtabsorption PAR) / 5% (Minima Mensch relative Lichtabsoption PAR) = 14x aussagekräftiger. Und das alles nur auf Grund der spektralabhängigen Verrechnungskonstanten, die Lumen zu Grunde liegen! Jedoch bleibt man bei der Effizienz-Betrachtung von Lampen der Einfachheit halber beim Rechnen nicht bei PPF/ Watt, sondern geht über zu PPF/ J (Joule). Denn ein Joule entspricht einer Wattsekunde und mit PPF und PPFD haben wir ja Einheiten, die einen Sachverhalt pro Sekunde darstellen. Da würden wir nur unnötig unsere Lichtteilchen mit 3200 multiplizieren müssen, wo wir doch so einfach mit Joule arbeiten können, was aus unserer Wattstunde quasi nur eine Wattsekunde macht (1Ws = 1 J). An der Stelle könnte ich jetzt einfach die Zahl hinschreiben, ab der eine Lampe als effizient gilt. Also wie viele Lichtteilchen eine Lampe pro zugeführter Wattsekunde (= Joule) Stromenergie in einer Sekunde abstrahlen sollte. Doch lasst uns vorher noch klären, wie viele Lichtteilchen eine durchschnittliche Cannabis-Pflanze überhaupt benötigt, um die Dimensionen auch erfassen zu können.

So viel Licht benötigen Pflanzen in PPFD

Laut diesem sehr empfehlenswerten Paper von Neil Yorio benötigen Cannabis-Pflanzen während der Photosynthese-Phase zwischen 600 und 1000 µmol/(s·m²) Licht. In unserem beispielhaften PPFD-Chart der GC-4-Lampe können wir rauslesen, dass die Lampe über der empfohlenen Fläche von 60x60cm minimal 500, eher 600 µmol/(s·m²) Photonen bei einem Höhenabstand von 30cm auf der Fläche abstrahlt. Im Maximum 1200 µmol/(s·m²)  – Optimalwerte, denn genauso viel Licht benötigen Cannabis-Pflanzen für optimales Wachstum.

Effizienzen von Lampen lassen sich manchmal nicht direkt ablesen

Die angesprochene Lampe GC4 von Greenception verbraucht maximal 128 Watt bei allen zugeschalteten Modulen. Wir nehmen mal an, dass bei Erstellung und Messung des PPFD-Charts alle Module angeschaltet waren. Wir wissen, dass die Pflanzen nicht mehr Licht benötigen, als die Lampe produziert. Sie ist also durch reines Überlegen als effizient einzuschätzen, da sie sowohl ein gescheites Spektrum liefert, als auch die entsprechende Lichtenergiemenge. Um Zahlenwerte zu schaffen, mit Hilfe derer Vergleiche zu anderen Lampen gezogen werden können, teilt man die emittierten Lichtteilchen durch die dafür aufgewendete Energie in Joule. Wenn unsere Lampe 128 Watt pro Stunde verbraucht, wendet sie 128 Joule pro Sekunde auf. Da wir bei den Greenceptions die PPF-Angabe leider nicht vorliegen haben, können wir diesen Wert für die Beispiellampe leider nicht ausrechnen, da wir ja nur die PPFD-Werte dieser Lampen kennen und diese erstens immer auf einem Quadratmeter gemessen werden und zweitens mit einem gewissen Abstand zur Lampe. Wir könnten höchstens davon ausgehen, dass wir für die Ausleuchtung eines kompletten Quadratmeters mit durchschnittlich 1000 µmol/(s·m²) ca. 9 dieser Lampen mit insgesamt 1152 Watt benötigen würden. Da diese 1000 µmol/(s·m²) jedoch bedingt durch den PPFD-Charakter bei 30cm Abstand genommen wurde und die Lampe bei 15cm Abstand laut Hersteller-Informationen bereits bei 2100 µmol/(s·m²) liegt, können wir davon ausgehen, dass die Lampe insgesamt ungefähr 3000 µmol/(s·m²) Licht, gemessen unter den Dioden, emittiert. So sind wir näherungsweise zum PPF-Wert gekommen, der zur Effizienz-Betrachtung von Lampen momentan Standard ist. Die Effizienz pro Joule liegt bei unserer Testlampe also bei schätzungsweisen 3000 µmol/(s·m²) 1152 Joule = 2,6 µmol/ Joule. Andere Lampenhersteller geben diesen PPF/Joule-Wert jedoch direkt an und entsprechende Schlüsse lassen sich auf die tatsächlichen Effizienzen von Lampen in PPF/Joule schließen. Also wie viele Protonen ein Watt zugeführte Energie erzeugen kann. In folgender Tabelle wurden verschiedene Lampen auf ihre PPF- und Effizienzwerte verglichen. Die meisten Lampen der Tabelle liegen bei bescheidenen 1,5-2 umol/Joule „Efficacy“. cmh led vergleich

DLI – Daily Light Integral – tägliche Lichtdosis für die Pflanzen

Zum Abschluss dieses Artikels möchte ich euch gern noch auf eine Größe aufmerksam machen, welche euch im Alltag mit Pflanzen oft unterkommen wird: DLI. Die Einheit DLI sagt aus, wie viele Lichtteilchen eine Pflanze an einem Tag, also in einer Photoperiode, benötigt. Im Gegensatz zum PPFD-Wert, der eine Aussage darüber trifft, wie viele Lichtteilchen pro Sekunde auf einem Meter auf die Pflanzen treffen, sagt DLI das gleiche – nur eben gerechnet auf den ganzen Tag. Um von Sekunde auf einen Tag zu kommen muss man den Wert erst ver-60-fachen, um auf die Minute zu kommen, noch einmal ver-60-fachen, um auf Stunde zu kommen und noch einmal mit der Anzahl der benötigten Lichtstunden multiplizieren, um auf den Tag zu kommen. Dann noch einmal durch 1.000.000 dividieren, weil DLI nicht in Micromol, sondern in Mol angegeben wird. Bei 12 Stunden Licht am Tag beträgt der Faktor also 0,0432, bei 18 Lichtstunden 0,0648, um von PPFD in μmol/m²·Sekunde) auf DLI in mol/(m²·Tag) zu kommen. Wenn wir noch einmal von den 600 μmol/(m²·Sekunde) benötigten Lichtteilchen pro Quadratmeter Pflanzfläche ausgehen, können wir davon locker auf die DLI mit Hilfe der Faktoren schließen. Und noch wichtiger: wenn wir eine Kultur haben, deren Beleuchtungsstärke pro Tag in DLI angegeben wird, können wir mit Hilfe der umgekehrten Faktoren auf die PPFD schließen und somit die Auswahl unserer Lampen besser treffen. Doch rechnen wir zuerst einmal die DLI aufbauend auf gegebenen PPFD-Werten aus: In der Blüte wären wir bei 600×0,0432 = 25,9 Mol pro Quadratmeter und Blütetag Lichtbedarf (DLI). In der Wachstumsphase ist der Lichtbedarf bedingt durch die 1/3 längere Photoperiode dementsprechend auch 1/3 höher und liegt bei 38,88 Mol/(m²xTag). Diesen Lichtbedarf müssen wir unseren Pflanzen liefern, um sie optimal wachsen zu lassen. Wenn wir jetzt eine Kultur haben, deren Lichtbedarf mit 15 mol/(m²·Tag), also DLI, angegeben ist, können wir auch umgekehrt auf den entsprechenden PPFD-Wert schließen. Dazu benötigen wir lediglich noch eine Information über die Dauer der Photoperiode. Nehmen wir beispielsweise Salat, der ungefähr 15 mol/(m²·Tag) Licht benötigt. Nehmen wir an, dass er unter 18 Lichtstunden gut gedeiht. Jetzt müssen wir wieder mit 1.000.000 multiplizieren, um erst einmal auf μmol zu kommen. Dann durch die 18 Lichtstunden teilen, sodass wir μmol pro Stunde haben. Jetzt nur noch durch 60 um auf 1 Minute zu kommen und noch einmal durch 60, um auf eine Sekunde zu kommen. Jetzt sind wir bei 231 μmol/(m²·Sekunde) und haben damit den PPFD-Wert ausgerechnet. Für unser Salat-Projekt können wir uns jetzt auf die Suche nach einer Lampe machen, welche möglichst gleichmäßig diese 231 mol/(m²·Sekunde) Licht emittiert.

Unterm Strich: Diese Eigenschaften machen gute Grow-LEDs aus

Eine Grow-LED sollte 2019 auf jeden Fall auf die genannten Spektren abgestimmt sein und dabei auch eine hohe Effizienz nach den besprochenen Kriterien vorweisen. Die Kombination dieser beiden Eigenschaften sorgt für eine optimale Ausnutzung des bezahlten Stroms. In Zahlen sollte eine Lampe folgendermaßen bestückt sein :
  • mind. 380 – 780nm (UV-A + IR)
  • Alle Frequenzen innerhalb dieses Spektrums sollten von der Lampe abgebildet werden, Spitzen sind bei 460 und 660nm mit doppelter Intensität zu finden
  • Effizienz sollte höher als 2,5 PPF / Joule sein

Grow-LED Bestenliste

Greenception Logo

Greenception

1. Der Porsche unter den GROW-LEDs

Bei der Entwicklung der Greenception LEDs stand ein Ziel ganz oben: Man wollte nichts anderes, als die beste LED auf dem Markt entwickeln. Denn durch jahrelange Erfahrung in der Gärtnerei hat das Team hinter Greenception eines festgestellt: Auf der einen Seite stehen die Lampen, auf der anderen Seite die Pflanzen. Die herkömmlichen Pflanzen-Beleuchtungs-Hersteller haben jedoch nicht für die Pflanze, sondern für Kennzahlen wie Lichtstärke oder Watt-Zahl entwickelt.

Die Greenception LEDs emittieren genau die Wellenlängen des Lichtes, die die Pflanzen wirklich benötigen und verwerten können. Auch die so wichtigen 760nm im Infrarotbereich und ganz aktuell auch UV-A-Strahlung!
Dass die Gärtnerfamilie voll hinter der Leistungsfähigkeit ihrer Lampen steht, beweist ein Blick auf die Website: Es werden sämtliche relevanten Daten transparent angegeben. So kann sich der geneigte Grower PPFD-Diagramme verschiedener Abstände anschauen.

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Als Besonderheit hat die Firma auch eine LED mit WLAN-Schnittstelle im Programm, über die du sämtliche Parameter wie Lichtleistung und Wellenlänge per Smartphone einstellen kannst.
Und noch ein Feature ist hervorzuheben: Für den Menschen erscheint das Licht der Greenception LEDs als weiß – so kann man seine Pflanzen viel einfacher und genauer begutachten. Die LED-Chips von Greenception sind übrigens Eigenentwicklungen mit spezieller Phosphor-Schicht und laufen auf effizienten 33%. Somit steigt zwar der Preis der Lampe etwas, jedoch wird dies Wett gemacht durch eine niedrigere Leistungsaufnahme bei gleichen Erträgen am langen Ende.

Von uns gibt es eine klare Empfehlung für alle Gärtner, die den größtmöglichen Ertrag einfahren wollen und sich dabei nicht lange mit Optimierungsarbeit oder Technik-Fummelei abgeben wollen. Die 128 Watt-Version gibt es für 299,- €.

 

Pro-Emit

2. Der Tipp für perfektionistische Bastler

Pro-Emit wurde unter der Maßgabe gegründet, eine möglichst effiziente, aber zugleich günstige Grow-LED auf den Markt zu bringen. Der Hersteller setzt zur Erreichung dieses Ziels voll auf die zukunftsweisenden Vorteile der LED-Technologie und auf die handwerklichen Ambitionen der Kundschaft.

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Denn die LEDs mit dem sprechenden Namen „Sunflow“ gibt es sowohl fertig zusammengebaut, als auch als DIY-Kit zum selber zusammenbauen. In jedem Fall kommen dabei sehr hochwertige Materialien zum Einsatz – die Leuchtmittel kommen von der renommierten Firma Cree. Die Stahlbleche des Gehäuses muten sehr solide an und die Lampen haben ein absolutes Killer-Kriterium: Alle Modelle sind passiv gekühlt. Damit eignen sich die Lampen auch hervorragend für den Einsatz im Schlafzimmer.

Die Lampen von pro-emit sind mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet und können so über eine App stufenlos gedimmt werden. Außerdem benötigt man für diese LEDs keine Schaltzeituhr, denn es lassen sich dynamische Sonnenauf- und Untergänge programmieren! Wer auf einer großen Fläche pflanzt, kann übrigens mehrere Module ohne vielen Kabelsalat zu einer Lampen-Gruppe zusammenschließen. 

Was bleibt zu sagen? Auf der Website gibt es für jedes Modell die angesprochenen PPFD-Charts. Leider erfährt man jedoch nichts zu den Spektren oder Wachstums- und Blütephasen. Vielleicht tröstet ja die 5-jährige Garantie darüber hinweg? Von uns gibt es auf jeden Fall eine klare Empfehlung, vor allem für den technik- und silent-affinen Gärtner. Für das 100-Watt-Modell musst du 289,- € aufbringen.

Hans Panel

3. Der Klassiker der Grow-LEDs

Wer sich schon länger mit Grow-LEDs beschäftigt, wird mit dem Namen Hans Panel bestens vertraut sein. Denn in den einschlägigen Grow-Foren wie Grower.ch oder der Hanfburg wird seit Anfang der LED-Revolution über diese Lampen diskutiert. Das Hanspanel von Bonsai-Hero war die erste Leuchte, welche hochwertige LEDs zur Pflanzenaufzucht beherbergt. Wie bei den Leuchten von pro-emit wird dabei auf die hervorragenden Cree-LEDs zurückgegriffen.

Die Macher hinter dem Hanspanel haben nie viel Geld für Marketing ausgegeben, ein Logo habe ich deshalb vergeblich gesucht. Aber das scheint dem Absatz der Lampen keinen Abbruch zu tun, denn durch die Pionier-Arbeit von Bonsai-Hero hat sich die Lampe einen guten Ruf bei vielen Growern erarbeitet. 

Vom Hanspanel gibt es sowohl aktive, als auch passiv gekühlte Versionen. Alle Lampen haben gemein, dass sie sich per Schalter für die Wachstums- oder Blütephase einstellen lassen. Es sind also verschiedene Spektren verfügbar. Im Gegensatz zu den Greenception-LEDs fällt jedoch auf, dass die Leuchtmittel in der Blüteeinstellung bei 700 nm schon gegen null gehen, der wertvolle Infrarot-Anteil fehlt also bei den schon lange erhältlichen LEDs. Dafür sind die Lampen natürlich etwas günstiger. Das aktiv gekühlte 180 Watt-Modell kostet 269,- €. Es werden zwei Jahre Garantie gewährt.