Hybrid, Kush, Haze oder Standard – Was rauchen wir eigentlich?

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

„Ist Kush n Standard?“ „Ich will lieber Haze anstatt Standard!“ „Standard ballert null, Kush sollte schon sein…“ „Sativa ist Haze, Indica is Skunk“… Alles Aussagen, bei denen man merkt, dass der Fragesteller nicht sehr viel Ahnung von Genetik hat. Damit euch das in Zukunft nicht auch passiert, habe ich hier mal einen Artikel zu dem Thema geschrieben…

Zum Grundverständnis

Es gibt insgesamt 3 „reine“ Hanfgattungen, die unterschiedlich aussehen und defintiv auch verschieden wirken. Diese sind zum einen Cannabis Sativa (der „gesäte“ Hanf) und Cannabis Indica (der „Indische“ Hanf), zum anderen der etwas unbekanntere Cannabis Ruderalis, heute eher als „Automatic“ bekannt.

Die Unterschiede: Indicas wachsen klein und buschig, werden in der Natur selten über 1,5 m groß und haben vergleichsweise kleine, aber feste Blüten. Die Wirkung lässt sich GROB als beruhigend und entspannend, später auch ermüdend beschreiben, hängt aber extrem vom Raucher selbst ab!

Sativas wachsen groß und gestreckt, werden in der Natur auch gerne mal 3-4 m groß. Der von Bauern verwendete Faserhanf ist übrigens auch einfach Cannabis Sativa, jedoch nahezu ohne THC-Produktion. Die Wirkung wird eher als „aufhellend“ und muntermachend beschrieben, hängt aber wie immer vom Raucher selbst ab.

Ruderalis/Automatics

Hauptunterschied: Automatics beginnen auch unter Wachstumsbedingungen zu blühen und Blüten auszubilden. Ruderalis wächst klein, hat schmale Blätter und kommt in der Natur nur in kalten Regionen vor. Um halbwegs ordentliche Ergebnisse zu erzielen sollte man die Ruderalis DAUERHAFT unter 20h Licht haben.

Dazu kommen noch unzählige Hybdriden, die jedoch keine eigenständige Sorte sind, sondern nur eine Kreuzung aus den oben genannten. Schauen wir uns beispielsweise den bekannten Hybrid „Lemon Haze“ an: Die Eltern dieser Genetik sind Lemon Skunk (Skunk #1 Phönotyp) und Silver Haze (Norhtern Lights + Haze).

Haze

Doch was bedeutet Haze? Die erste echte Haze-Pflanze wurde wohl in den 70ern in den USA erfunden und war zunächste eine Mischung aus Thai (Sativa), Mexican (Sativa) und South Indian Sativa (Sativa).
Bei einer der entstehenden Pflanzen bemerkten die Grower einen extrem starken Geruch, die Potenz der Blüten war extrem stark, eine neue „Sorte“ war geboren. Heute findet sich die alte Haze Genetik in seeeeehr vielen bekannten Züchtungen: Amnezia Haze, Lemon Haze, Arjans Ultra Haze usw: Wo Haze im Name steht, ist Haze auch in der Genetik zu finden.

Das Problem: Wer sich mit Genetik auskennt kennt auch die Wörtchen „Phänotyp“ und „Genotyp“, also der Unterschied zwischen „was steht im Gencode“ und „was sehe/rieche ich davon auch wirklich“? Es kommt nämlich sehr oft vor, dass man sich beispielsweise Lemon Haze Samen kauft, die Pflanze jedoch NULL nach echtem Haze riecht. Hier habt ihr dann einen schlechten „Phänotyp“ erhalten: Die Genetik ist zwar die selbe, die Ausprägung der vorliegenden Merkmale jedoch nicht. Das ist übrigens einer der Gründe, warum Profis nur selten mit Samenpflanzen arbeiten, sondern lieber zuverlässige Klone der Pflanze anfertigen.

Y Griega, (80Sativa,20Indica, Amnesia x Kali Mist)

MERKEN

  • Nicht überall wo „Haze“ draufsteht, ist auch NUR Sativa drin. Lest euch durch welche Sorten gekreuzt wurden. Eine 100%ige Sativa ist heute relativ schwer zu finden.
  • Über die wirkliche Qualität sagt der Name leider nichts aus. Es gibt auch sehr potente Sativas die keinerlei Haze Anteile haben.

Kush

Ob Kosher Kush oder Blueberry Kush: Die originale OG Kush Genetik ist seit Jahren eine der bekanntesten der Welt. Dennoch weiß man fast nichts über die Herkunft dieser wunderbaren Kreuzung: Die Eltern sind unbekannt, gemunkelt wird ChemDawg (Hybrid, Herkunft unbekannt) und HinduKush (100% Indica). Das Ergebnis: Schnell blühende, dichte, harzübersäte Buds und ein Geruch/Geschmack, als würde man auf Walderde kauen. Die Wirkung ist stark euphorisch, zum Ende hin extrem entspannend und stresslösend. Die erste OG-Kush-Kreuzung entstand in den frühen 90ern, seitdem wurden unzählige Pflanzen mit der Kush Genetik „veredelt“. Die meisten Kreuzungen mit „Kush“ im Name sind Indica-Dominant, es gibt jedoch Ausnahmen wie beispielsweise die Sativa- dominante „Quantum Kush“.

Merken:

  • Kush ist nicht immer 100% Indica, sondern „nur“ ein Name.
  • Auch hier kommt es auf die Kreuzung an: Achtet darauf welche Sorten gemischt wurde (Kush mit Kush, Kush mit Skunk usw…) um die Sorte besser einschätzen zu können.

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

Gastautor

Hin und wieder haben wir Gastautoren am Start. Diese schreiben sehr geile Texte, wollen aber nicht erkannt werden. Daher veröffentlichen sie ihre Artikel ganz anonym. Willst du auch auf Cannabis-Rausch.de deine Meinung veröffentlichen?

Dann schreib uns einfach eine Mail oder ruf uns an.

Ein Gedanke zu „Hybrid, Kush, Haze oder Standard – Was rauchen wir eigentlich?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.