Grasgeflüster: Kiffen im Schwimmbad – das perfekte Setting?

Setting, Setting, Setting. Meiner Meinung nach lohnt es sich immer wieder, sich mit diesem wichtigen Faktor vorm kiffen auseinanderzusetzen. Denn egal wie gut dein Gras ist – wenn du es auf einem von Polizisten überwachten Platz rauchst, wirst du dieses Erlebnis wohl nicht in deine Hall of Fame der angenehmsten Rauscherfahrungen aufnehmen. Okay, dieses Setting fällt bei den meisten wahrscheinlich sowieso aus Vernunftgründen und bewährter Kiffer-Paranoia weg. Aber ihr wisst, was ich meine: Die perfekte Umgebung zum buffen sollte möglichst wenig Stresspotential aufweisen. Das ist als Fundament für das Setting der Wahl schon mal eine gute Grundüberlegung. Aber darüber hinaus lohnt es sich auch, sich über ein Umfeld Gedanken zu machen, das das High-Sein im besten Fall sogar noch schicker macht.

Vor geraumer Zeit habe ich mich auf der Suche nach dem perfekten Setting in den Zoo begeben, die Bilderstory könnt ihr gerne noch einmal hier nachlesen. Spoiler: Es war echt eine sehr gute Idee, die acht Euro für den Zoobesuch auszugeben und das Erlebnis mit einem Joint zu komplettieren. Doch einmal Zoo, immer Zoo mag man ja auch nicht – Abwechslung ist schließlich King. Deshalb ging es diesmal ins Schwimmbad.

Kiffen im Schwimmbad – geht das fit?

Schwimmbäder gibt es wahrscheinlich in jeder halbwegs mittelgroßen Stadt, in unserem Landkreis gibt es sogar mehrere. Im Winter schrumpft die Auswahl zwar auf die etwas wenigeren Hallenbäder, aber dafür ist das Wasser bei den Indoor-Pools auch angenehm kuschelig warm. Wer jetzt gleich an schreiende Kinder denkt, darf aufatmen: Viele Schwimmbäder haben am Wochenende oder ausgewählten Tagen extra lang geöffnet. Unser städtisches Schwimmbad beispielsweise schließt seine Tore am Wochenende erst um Mitternacht. Deshalb bin ich auch erst 22:00 ins Bad gegangen – und siehe da, wahrscheinlich haben sich um diese Uhrzeit mehr Mitarbeiter als Gäste im Bad aufgehalten.

Dementsprechend hatten wir die fette Rutsche, die Dampfsaune, ein Warm- und ein Kaltwasserbecken, ein gemütlich warm beheiztes Außenbecken, ein Schwimmerbecken und ein großes, warmes Becken zum Spaß haben ganz für uns alleine. Uns? Genau, ich war mit meiner Freundin im Bad – kann ich nur wärmstens empfehlen.
Los ging es natürlich vorher mit einem kleinen Sticky – wohl etwas zu klein, denn in der Familienumkleide haben wir dann den Entschluss gefasst, nochmal mit einem knackigen Zug aus dem Puffco nachzulegen. Auf Grund der doch recht intensiven Dampfentwicklung und meiner einsetzenden Panik ob des Geruchs haben wir uns dann natürlich schnell in Richtung der obligatorischen Vorher-Nassmachen-Duschen gemacht, um schnell ins blaue Nass zu springen.

Ein absolutes Highlight „auf `nen Straffen“ ist jenes Schwimmbecken, welches seine größte Ausdehnung unter dem sternenklaren Nachthimmel erreicht. Bei Minusgraden bahnt sich das Wasser seinen Weg in Richtung oben – zum Glück haben wir mit unseren neun Euro Eintritt eine Wasser-Heiz-Flatrate bezahlt und wir können uns ganz den Wonnen des heißen Wassers hingeben. Besonderes Gimmick in unserem Schwimmbad: Der Strudel im Außenbecken. Wenn sich die Düsen einmal dazu entschlossen haben, ihrem Zweck nachzugehen, kann man sich darin mit Blick in Richtung Sternenzelt Runde um Runde durch das Wasser transportieren lassen.

Setting-Hunter im freien Fall

Thema Transportieren: Die Rutsche sorgt für das zweite Highlight. Rutschen macht ja schon im nüchternen Zustand einen überdurchschnittlichen Spaß – doch natürlich wertet Cannabis auch dieses Erlebnis noch etwas auf. Einmal den Rutschturm erklommen, kann es auch schon losgehen. Die Winterolympiade ist noch nicht lange her und ich habe begeistert die olympischen Bob- und Rodelrennen verfolgt. Ironie: In diesem Schwimmbad hat wahrscheinlich auch der Doppelolympiasieger im Zweier- und Viererbob, Francesco Friedrich, schon die ein oder andere Bahn gezogen. Denn er stammt aus der gleichen Stadt wie ich und ist auch auf meine ehemalige Schule gegangen. Warum ich das erzähle? Nun, eine Wasserrutsche funktioniert ja auch nicht anders, als eine Bob-Bahn.

Schön reibungsreduziert auf den Schulterblättern und Fersen gleitend wird jede Kurve von Lauf zu Lauf perfekter genommen. Auf die Idee bin ich nüchtern noch nie gekommen, war jedoch auch noch nie nach einer Winter-Olympiade im Schwimmbad. Aber es macht echt viel Spaß, sich beim Rutschen Gedanken um die Technik zu machen und sein Körpergewicht je nach Kurvenlage geschickt zu verlagern. Oder Wellenbewegungen auf einer ausgedehnteren Kurve zu unterbinden. Eiskanal-Fans wissen, was ich meine. Alle anderen will ich damit nicht länger langweilen :D.

Ein weiteres Highlight war dann noch die Dampfsauna. Da wir keine Rich-Kids sind und uns deshalb die Sauna-Landschaft verwehrt blieb, mussten wir bei sich anbahnender Fröstelei auf die Dampfsauna umsteigen. Glücklicherweise war sie nicht defekt, was bei solchen Anlagen nach meiner Erfahrung leider immer mal der Fall sein kann. Im inneren war alles schon von sich aus warm, das wahre Potenzial hat sich jedoch aus einem Schlauch ergeben, welcher mit heißem Wasser aufwarten konnte. Damit kann man sich schön (abwechselnd) den Rücken oder andere empfängliche Körperteile abspritzen und zudem noch die Luft noch heißer und feuchter machen. Also: Nach Möglichkeit unbedingt ins Dampfbad gehen!

Adleraugen und ernste Blicke

Der Abend war eigentlich perfekt, bis auf einen Punkt: Der von der samstagnächtlichen Schicht sichtlich angeödete Bademeister hatte seine Augen überall. Und wo er sie nicht hatte, sorgten Kameras für die nötigen Informationen. Warum das ein Problem war? Nicht etwa, weil wir im Schwimmbad gekifft haben – haben wir ja nicht. Aber die Mischung aus nackter Haut, Gras und warmen Wasser (Stichwort Whirlpool) sorgt irgendwann zwangsweise für die gewisse sexuelle Erregung. Doch was soll ich sagen – Sex im Schwimmbad war an dem Tag einfach nicht möglich, der Bademeister hat seine Pflichten einfach viel zu ernst genommen und bei dem kleinsten Versuch unsererseits den super-ernsten Blick in unsere Richtung aufgesetzt.
Aber wer sich von einem Bademeister den Spaß versauen lässt ist selber Schuld – mit ein bisschen Kreativität und Dreistigkeit wäre auch dieser Wunsch unsererseits sicherlich erfüllbar gewesen. Wir zogen es in dem Moment jedoch vor, lieber noch einmal mehr zu rutschen. Nachts rutscht einfach kein Mensch mehr – denn Kinder sind um die Zeit Mangelware und Erwachsene… fühlen sich für so was in vielen Fällen einfach zu erwachsen.
Ein Schwimmbad-Besuch sorgt unterm Strich für ein sehr gutes Setting, was definitiv zum Nachahmen einlädt.

Zum Schluss interessiert mich noch, welche Settings Du für absolut empfehlenswert hältst. Schreib uns gerne auf Facebook, Instagram oder hier in den Kommentaren. Sharing is caring.

In seiner Grasgeflüster-Kolumne stellt euch unser Autor Lorenz regelmäßig Anekdoten und Geschichten aus dem oft unterhaltsamen Leben eines modernen Kiffers vor. Ihr findet alle Grasgeflüster-Beiträge gesammelt auf dieser Seite: [Klick mich].

Lorenz

Lieblingsfarbe Grün - Farbe der Hoffnung, Farbe meiner politischen Heimat und Farbe meines Lieblingskrauts. Weitere Buzzwords meines Lebens sind Fotografie, Reisen und die Liebe zum geschriebenen Wort. 1997 wurde ich im tiefsten Osten geboren und bin trotzdem (oder gerade deswegen?) ein linksgrünversiffter Gutmensch geworden. Nach 1,5 interessanten Jahren dualer Studiertätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik widme ich mich mich im Moment ganz im Sinne meiner Bloggertätigkeit einem Bachelor in Gartenbau.

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