Mit dem Zweistufen-Weg zur Legalisierung

Es gibt zwei Wege die Legalisierung voran zu treiben. Zum einen wäre da der Weg des Aktivismus. Schreien, meckern, fordern, protestieren, engagieren, aufklären, manipulieren und alles was ein Aktivist sonst so tut. Ich würde sagen, dass dieser Weg ein absolutes Muss ist, an der Front stehen und kämpfen. So wie es der DHV (Deutscher Hanf Verband) mit seiner aktuellen „Justizoffensive“ macht, oder wie John aus Wuppertal, der auf Instagram und Facebook fleißig seine Menschen mit Postings und der Kommentarspalte aufklärt. Aktivismus ist wichtig für unsere Gesellschaft, sie schafft Bewusstsein für Unwissende. Aktivismus bedeutet auch Herdenmentalität, doch dazu weiter unten mehr.

Ich denke im Großen und Ganzen geht es dem Cannabis Aktivisten darum, für seinen Joint am Feierabend nicht belangt zu werden. Sein Recht auf Mensch sein. Man kann natürlich bejammern, dass der Aktivismus mittlerweile von Großinvestoren mit der 666 auf der Stirn unterwandert wird, da wo John und Mira auf der Hanfparade demonstrieren, ist das Tier nicht weit entfernt. Geschenkt. Die Gesellschaft braucht den brüllenden Aktivisten, um überhaupt über eine gesellschaftsfähige Form der Legalisierung zur Diskussion zu bringen. Ohne den Kiffer an der Front, keinen legalen Supermarkt Joint im Jahre 20XX.

Der Aktivist im Haifischbecken

Die erste Stufe der Legalisierung ist der Aktivist selbst. Er informiert sich. Lernt und bildet sich weiter, er kennt den Unterschied zwischen THC und CBD. Er hat Reefer Madness 5 mal gesehen, verachtet Harry Anslinger, kennt Marlene Mortlers Vita in und auswendig und hat bereits 8GB an Memes für Daniela Ludwig erstellt. So habe ich auch angefangen, dieses Feuer in den Augen. Doch irgendwann ernüchtert jeder Aktivst, bis auf Deutschlands erfolgreichsten Cannabis Influencer. Man merkt, das die Kampagnen vom DHV fast nur heiße Worte sind, dass die Parteien wie die Grünen, die Linken und der ganze andere Propaganda Wahnsinn zum Thema Cannabis nichts weiter tun, als zu lügen. Da steht er nun, der Aktivist, extrem gebildet im Thema Drogenpolitik, Aufklärung und Sortenkunde. Doch er hat andere Menschen inspiriert, hält den Kreislauf am Leben, hat neue Aktivisten rekrutiert, Frischfleisch für den grünen Teufelskreis. Die erste Stufe. Wissen wurde verbreitet, Bewusstsein geschaffen, an der Front gekämpft.

Die zweite Stufe – der achtsame Aktivist

Der Aktivist wird zum Genießer. Redet nicht mehr über Cannabis, sondern raucht es nur noch. Kauft sein Weed nicht mehr bei den Boys, sondern baut es selber an. Er diskutiert nicht mehr, er widerlegt jedes Argument eines Gegners der Legalisierung im entspannten Ton mit unschlagbaren Gründen für die Befürwortung. Im Gegensatz zur ersten Beschreibung hängt er nicht mehr im Gruppenbewusstsein der DHV Aktivisten.

Er bringt in diese Welt der Drogengegner eine Essenz hinein, die Gold wert ist, nämlich Routine und evolutionäre Überlegenheit. Das was gerade die deutsche Legalisierungsbewegung braucht, ist Selbstverständlichkeit, wie die Dudes aus Kalifornien. Doch ohne die erste Stufe, wäre die zweite nie entstanden. Die zweite Stufe beinhaltet oft auch die Hanfunternehmer, also die Menschen, die legal rund um das Thema Cannabis Geld verdienen. Sie bringen im Prinzip beide Welten zusammen, Stufe 1 und Stufe 2. Das wohl wichtigste Bindeglied in unserer konsumgetriebenen Gesellschaft.

Raus aus der Herde

Gruppendenken ist ein ernsthaftes Problem, sei es ein DHV Lobby Gedanke oder ein Greta Thunberg Gedanke. Friday for Future – 666. Herdenmentalität ist eine Herausforderung, die es zu überwinden gilt, denn psychologisch gesehen sind wir fest verknüpft an die soziale Bindung und an Akzeptanz. Wer eigenständig denkt, fällt auf und steht für sich alleine. Eine Mutprobe in einer gedankenkontrollierten Welt. Doch man darf nicht vergessen, dass man in der Gruppe gedeihen darf, ohne von außerhalb angegriffen zu werden, und falls doch, schützt die Herde das ängstliche Kalb.

Wenn man die kritischen Denkfähigkeiten eines Menschen zerstören kann, und ihm gleichzeitig eine soziale Gruppe zur Verfügung stellt, zum Beispiel den DHV, oder einer Unternehmens-Gruppe wie Weedmaps, in der er seine Ansichten ausdrücken kann, ist dies eine fast unbesiegbare Ideologie und Gruppenzugehörigkeit die dort erschaffen wird. Der gleiche Typ von sinnlosem Aktivismus war in Nazi-Deutschland, im kommunistischen Russland und in China am Werk und beunruhigenderweise, heutzutage in den meisten Ländern der „Ersten Welt“.

Achtsamer Aktivismus, um einen Begriff zu prägen, ist das Gegenteil zur ersten Stufe des Aktivismus. Er ermutigt die Legalisierungsbefürworter, selbstständig zu denken, sich für ehrliche Diskussionen zu engagieren und daran zu arbeiten, die Bewegung durch Kooperation und Diplomatie zu verbessern, sodass alle Menschen davon profitieren können. Doch gerade in Deutschland läuft der momentane unachtsame Aktivismus in eine sehr bedenkliche Richtung, nämlich in die Hände der Großinvestoren aus Übersee, die aktiv die Herdenmentalität fördern. Wer das große Bild betrachten kann, wird früher oder später feststellen, dass gezielte Aktionen der Herdenmentalität hier zur Legalisierung führen werden. Keine gute Legalisierung, denn hier wurde nie vom einzelnen Individuum eine Nachfrage gestellt.

Wenn der gedankenlose Aktivist mit dem achtsamen Aktivisten in Kontakt tritt, ist das, was sehr häufig passiert, dass der Achtsame versucht, seinem gutmeinenden Mitstreiter zu helfen, die Dinge ungefiltert zu sehen. Im Gegenzug fühlt sich der gedankenlose Aktivist beleidigt, weil seine Ansichten nicht einfach fraglos akzeptiert werden, und greift dann den achtsamen Aktivisten an. Schon bald wird eine gut gemeinte Bemühung zu einer Schlacht der Überzeugungen und des sozialen Ansehens.

Die Macht des Einzelnen ist UNENDLICH

In der Praxis gibt es, ob man es mag oder nicht, nur diesen Zweistufen-Weg zur Legalisierung. Doch sollen Artikel wie dieser dazu dienen nachzudenken, nicht mehr hinzunehmen und seine eigene Meinung in den Raum zu stellen, ohne die Angst zu haben angegriffen zu werden. Ich bin gegen eine kommerzielle Legalisierung. Eine Entkriminalisierung würde voll und ganz reichen. Legalisierungsmodelle wie wir sie auch aus den USA kennen und die hier ebenfalls explizit gefördert und gefordert werden, dienen nur dem Investor X und sind ausbeuterischer Natur. Menschen die ein finanzielles Interesse an dem deutschen Cannabismarkt haben, kennen die menschlichen und politischen Mechanismen, sie wissen sie zu kontrollieren und zu fördern. Doch trotz aller Stolpersteine und Lichtblicke sehe ich der Zukunft zum Thema Cannabis in Deutschland sehr positiv entgegen. In diesem Sinne, passt auf euch auf.

Daniel

In erster Linie bin ich ein Mensch, der das Spiel "Leben" mit voller Punktzahl abschließen möchte. Ich bin eine Mischung aus Hippie und Outlaw. 2017 habe ich Cannabis Rausch gegründet, um aus der Sicht des Cannabiskonsumenten zu berichten. Ich liebe Mode, Autos, Reisen und natürlich meine grüne Göttin. Ich lasse mich vom Leben treiben und schaue was es mir zu bieten hat. PS: Folgt mir bei Instagram. Einfach auf den ICON drücken.

Ein Gedanke zu „Mit dem Zweistufen-Weg zur Legalisierung

  • Oktober 6, 2019 um 1:19 pm
    Permalink

    Danke für diese ehrlichen Worte. Bitte mach weiter und lass dich nicht blenden von den Geiern! Unfassbar wie die Hanf Bewegung seit Jahren von Unternehmern unterwandert wird!!! Hauptsache die Marge stimmt….

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.