Netflix: Murder Mountain – Hier sterben Menschen

Wer mit Cannabis Geld verdienen will, besonders im Schwarzmarkt begibt sich in Gefahr erschossen und in einem Wald verbuddelt zu werden. Die Unterwelt ist einer der gefährlichsten Wege sein Geld zu verdienen, doch einige lockt nur das schnelle Geld, das der Schwarzmarkthandel mit Cannabis verspricht. Das kalifornische Humboldt County zieht durch den legalen Verkauf von Cannabis Touristen aus aller Welt an, so wie mich und Lorenz, als wir in Kalifornien waren. Doch manche von ihnen verschwinden spurlos. Netflix hat diesem Thema eine gesamte Dokureihe spendiert, die unter dem klangvollen Titel „Murder Mountain“ erschienen ist.  Lorenz schrieb mir, dass ich mir diese Doku unbedingt angucken solle, da wird ja selbst erst in dieser Gegend einen Roadtrip gemacht hatten. Die Doku erzählt die Geschichte vom Humboldt County, dem Gebiet der Gesetzlosen und Hippies. 80% des schwarz angebauten Cannabis kommt aus dem Humboldt County.

Ich schaute spontan die Doku mit insgesamt 6 Folgen des Murder Mountains entspannt auf dem Sofa an.

Schon nach den ersten paar Minuten war mir klar, dass diese Doku keine guten Vibes hat. Diese Doku zeigt die abgefuckte Cannabiswelt. Da ich nicht spoilern möchte, schreibe ich nur etwas um die dort erzählte Geschichte drum herum. Das Humboldt County in Nord Kalifornien ist einer der Ursprünge des heutigen Cannabis, dass wir heute kennen und lieben, siehe OG Kush. Diese Umgebung ist zwar nicht der perfekte Standort für Cannabis, aber diese Landschaft bietet eine extrem wichtige Eigenschaft und zwar ein unüberblickbares Gebiet aus Wald und Bergen, wo die Polizei nichts zu melden hat und der Mobilfunkempfang gleich null ist. Dieses Gebiet ist extrem abgelegen und verwildert. Ende der 60er  und 70er Jahre sind die ersten Kriegsverteranen des Vietnamkrieges in dieses Gebiet gezogen, da diese nichts mehr mit der Gesellschaft und dem Staat zu tun haben wollten, vor allem nach 1975. Auch die ersten Aussteiger mit der Betitelung „Hippies“ sind in den 60ern und 70ern in das Humboldt County gezogen, um dort ihre Utopie zu leben. Eigenverantwortlich und losgelöst vom Staat.

Einige Hippies fingen an in den abgelegenen Gebieten Cannabis anzubauen, kein gutes Kraut, aber immerhin so gut das sie damit etwas Geld verdienen konnten. Über die Jahre wurden die Züchtungen besser, da einige schlaue Hippies nicht nur auf die schlechte Mexiko Cannabisgenetik zugriffen, sondern auch Saatgut aus Pakistan importierten, um somit die ersten amerikanischen Cannabishybriden zu züchten, was die Qualität der Pflanze um einiges wirkungsvoller machte und somit auch bessere, höhere Verkaufspreise erzielt wurden. So dauerte es nicht lange, dass immer mehr Gesetzlose ins Humboldt County kamen, um dort mit Cannabis richtig viel Geld zu verdienen. Besonders nachdem Nixon den War on Drugs erklärte und so das einstige Hippie Paradies zu einem Schlachtfeld der Outlaws wurde. Der einst positive Vibe aus Veteranen und Hippies wurde massiv gestört und der Kampf um den Cannabisanbau wurde härter. Das Gebiet im Humboldt County war allerdings schon in den 70ern ein gefährliches Pflaster, da dort einige Serienkiller ihr Unwesen trieben.

Viele Jahre später, ca. in den 90ern, hatte sich das Klima im Humboldt County komplett geändert und die meisten Hippies hatten das Land wegen der staatlichen Verfolgung verlassen, nur die harten Hunde blieben übrig.

Und um diese harten Hunde dreht sich im Prinzip die Geschichte vom „Murder Mountain“. Sie erzählt wie ein Vater aus Kalifornien seinen Sohn an den Murder Mountain verloren hat und drum herum spinnen sich die ganzen Geschichten der Outlaws und Hippies. Die Doku ist sehr düster und zeigt auch das die staatliche Legalisierung nicht nur Gutes bringt. Ich finde die Doku sehr gelungen, obwohl sie mir persönlich zu dunkel ist, da das Humboldt County mehr zu bieten hat als Mord und Gewalt, dennoch gehört dies leider zu einem großen Teil dazu.

Hier geht es zum Trailer und zu den einzelnen Folgen: Netflix

PS: Du willst echten Realtalk über Kalifornien und die dortige Weedkultur? Wir waren dort! Ein 6000 km langer Roadtrip mit einem Mustang. In dieser Kategorie findest du alle Artikel: Honey! Drück mich und ich eröffne dir eine neue Welt.

Daniel

In erster Linie bin ich ein Mensch, der das Spiel "Leben" mit voller Punktzahl abschließen möchte. Ich bin eine Mischung aus Hippie und Outlaw. 2017 habe ich Cannabis Rausch gegründet, um aus der Sicht des Cannabiskonsumenten zu berichten. Ich liebe Mode, Autos, Reisen und natürlich meine grüne Göttin. Ich lasse mich vom Leben treiben und schaue was es mir zu bieten hat.

3 Gedanken zu „Netflix: Murder Mountain – Hier sterben Menschen

  • Januar 2, 2019 um 11:11 am
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    Oh gott ja. Ich habe den Anfang geschaut und war auch etwas verärgert..

    Das Cover ist auch die Härte…

    Antwort
  • Januar 4, 2019 um 11:25 am
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    Hey ihr ✌

    Ich schau sie gerne hab aber immer bedenken ob es auch der Wahrheit entspricht.
    Ja ich find’s auch bissi krass so nach dem Motto es sei normal das im Cannabis Business Leute verschwinden und umgebracht werden……….
    Sehr interessant ist auch die Folgen so einer Legalisierung wer profitiert und wer darunter leidet.

    Viele Grüße judge_710

    Antwort
    • Januar 4, 2019 um 11:30 am
      Permalink

      Die bedenken zum Thema „Wahrheit“ hatte ich auch. Leider kann man dies so schwer überprüfen

      Antwort

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