Psychedelika: Eine Ode an die Reiseveranstalter ins Universum

Vieles ist nach der ersten Reise anders. Dinge, die man dort in den Stunden oder Minuten erlebt, sind lebensverändernd. Andere Welt. Man erlebt diese unglaublichen Ereignisse und ist einfach nur fasziniert, mit Worten kann man diese Zustände der gelebten Glückseligkeit, des Eins sein, einer unglaublichen Vision, der Liebe, des Jetzt, niemals beschreiben. Meine geschrieben Worte können nie, wirklich niemals das Erlebte dieser Reisen wiedergeben.

Jeder hat seinen eigenen Lieblings-Reiseveranstalter. Die einen mögen Cannabis, die anderen LSD oder Pilze und wieder ganz andere DMT. Doch eines eint uns alle: Wir wollen diesen einen Moment wieder erleben. Nicht irgendeinen, sondern den vom ersten Mal. Diesen Moment, der uns so umgehauen hat, als hätten wir das Paradies entdeckt und wollten es immer wieder erleben und entdecken. Anderen schmackhaft machen, das Erlebte teilen.

Mein erster, richtiger psychedelischer Trip, der mein Leben vom Grund auf geändert hat, kam mit Ende 20.


Über ein Jahrzehnt später als mein erster Joint also! Auch wenn Cannabis zu den Psychedelika gehört, ist es doch nur der Dacia unter den „Drogen“. Ein solides Produkt, was seinen Dienst erfüllt. Machen wir uns nichts vor, Gras alleine kann uns nicht ans Ende des Universums schießen. Selbst in der Verbindung mit Meditieren ist seine Wirkung begrenzt, denn das krass-psychedelische Erlebnis wird mit Hilfe der eigenen Willenskraft erreicht .

Bei meinem ersten LSD Trip war ich sehr nervös, ich hatte mir Bücher, dutzende Erfahrungsberichte durchgelesen und mich mit seinem Entdecker beschäftigt. Ich wollte alles von dieser Substanz im Vorfeld wissen. Was im Nachhinein mehr als lächerlich war. Man kann sich so viel informieren wie man will, es wird niemals so werden, wie man es denkt. Ich hatte sehr viele negative Trip Berichte gelesen, zu viele. Deshalb hatte auch ich Angst, dass ich einen so genannten „Bad Trip“ erleiden könnte, die ja schon fast zum Standardprogramm gehören. So viele haben geschrieben, dass Bad Trips auf LSD passieren können, selbst die, die Zustände wie „Angst“ nicht kannten. Ich war eher die Sorte Mensch, die vor solchen Substanzen große Angst hatte. Nicht vor der Substanz selber, sondern vielmehr vor dem, was in mir selber schlummert, und vielleicht bald ans Tageslicht kommen würde.

Klar, dass man dann an sich selbst zweifelt und sich denkt: „Puh, Diggi, wenn du jetzt hier die 2 Pappen reinwürfelst, kann es ziemlich komisch werden“. Mit einem gewissen Respekt das erste Mal solche eine Reise anzutreten, ist wichtig. Man hat es bei den starken psychedelischen Substanzen nicht mit einer Art „Droge“ zu tun. Menschen, die sagen, es seien gefährliche Drogen, die sollten besser nie wieder etwas zu dem Thema sagen. Oder sich fortbilden.

In meinen Augen sind es „Reiseveranstalter“, die einem eine ganz andere Welt aufzeigen.

Meine erste Reise mit LSD hat mein ganzes denken, handeln und einfach alles verändert. Es hat mich zum Teil zu einem anderen Menschen gemacht. Das, was ich während dieser Reise erlebt habe, war echt. Es war.. So viel Wahrhaftiges, diese Liebe, diese Welt, dieses Fühlen ohne zu denken und alles zu verstehen. Es war viel zu kurz.

Ich hatte mit dem Schlimmsten gerechnet, immerhin hatte ich mehr negatives als positives gelesen. Meine erste Reise war jedoch perfekt. Geprägt von der Essenz des Universums. Weder gut noch schlecht. Differenzierungen wie wir sie im alltäglichen Leben ausleben, gibt es nicht mehr mit diesen Reiseveranstaltern. Alles macht Sinn, alles erschließt sich einem. Das größte Problem an diesen Reisen ist das wieder-ankommen. Die Tage danach. Man muss so vieles verarbeiten. Sich mit Menschen über das Erlebte austauschen, um nicht zu denken das man verrückt sei.

Nur ein Bruchteil von dem, was mal erlebt hat, kommt wieder in die eigene Welt mit. Manchmal habe ich das Gefühl, nur eine vage Vermutung, dass das, was wir auf diesen Reisen sehen, nur ein kleiner Vorgeschmack auf das ist, was selber in uns steckt. Es aber ohne eben diese Substanzen zu schaffen, klingt schon fast utopisch. Vielleicht können wir Menschen diese Zustände auch in ein paar hundert Jahren so erreichen, ohne den fremden Reiseveranstalter zu buchen. Wir Menschen sind da sowieso Meister der Evolution, alles aus unserer eigenen Schöpferkraft.

Es ist wie eine Demo. Früher habe ich mir gerne Magazine gekauft, wo es PC Demos gab. Die Wirkung von psychedelischen „Drogen“ vergleiche ich gerne mit eben diesen Demos, sie bieten immer nur einen kleinen Ausschnitt aus einer bestimmten Welt. Um das Ganze komplett zu erleben, muss man das ganze Spiel kaufen. Immer wieder die selbe Demo zu spielen wird langweilig, und es kickt immer weniger. Eine Demo macht nur die ersten paar Male Spaß. Man wird nie wieder das selbe Gefühl haben, wie beim ersten Mal.

Klar, man kann immer wieder andere Demos spielen, seien es Pilze oder DMT etc…

Dennoch ist das geilste Spiel das, was wir selber spielen. Die Vollversion. Unser Leben, ohne Demos. Dieser Artikel ist all denen gewidmet, die immer wieder die eine Demo spielen, und immer noch das erste Erlebnis wieder erleben wollen. Doch niemals das finden, was sie suchen – diesen magischen Moment.
Ich habe es versucht, doch das Gefühl des ersten Mals kommt nicht wieder. Doch es kommt wieder, dieses Gefühl von unserem ersten harten Trip, der alles verändert hat. Aber nur wenn man anfängt, nicht mehr die Demo zu spielen, sondern die Vollversion – das Leben.

LSD und diverse andere psychedelische Drogen, haben mir gezeigt, wie unfassbar dieses Universum ist. Und dass wir Menschen ein Teil davon sind. Nein, kein Teil: Wir sind das Universum. Gelernt habe ich, dass man all das erlebte auch im Alltag erleben kann. Diese wow Effekte von den Pilzen. Gut, die Optiks sind nicht ganz so geil, aber hey, heißt ja nicht, dass man mal alle paar Jahre nicht wieder eine Pappe und ein leckeren Pilz essen kann. Nur sollte es niemals zu einem dauerhaften Ritual werden. Irgendwann fühlt sich dann das eigene Leben nicht mehr gut an. Es wird dann zu einem Ort der Langweile und dem warten auf den nächsten Trip.

Bewusstseinserweiternde Substanzen müssen manchmal sein, sie sind nicht für jeden etwas, keine Frage.


Allgemein wissen wir noch sehr wenig über diese Reiseveranstalter, die Wissenschaft kann uns heute noch nicht sagen, in welche Dimensionen sie uns führen. Ich kann es beschreiben und auch fest der Meinung sein, das Drogen XY so sind, wie sie sind, nur kann ich mich auch täuschen. Mir wäre eine nachgewiesene, wissenschaftliche Studie lieber, die mir sagt, in welche Dimension und Frequenz mich LSD bringt. Nur so, zur eigenen Bestätigung, um dann mal zu schreiben: “Hab ich doch vorher gewusst.“ Bald, bald wird alles ein Stückchen aufgeklärter sein. Ganz sicher – oder wirklich nur vielleicht?

Ohne diese noch etwas unbekannten Reiseveranstalter hätte ich niemals meinen Blickwinkel ändern und mein Leben positiv verändern können. Alleine diese Reisen überhaupt anzutreten, hat mich so viel näher zu mir selbst gebracht. Ich hätte 10 Jahre meditieren müssen, um eine LSD Erfahrung gleichzusetzen. Für mich war es eine Abkürzung. Trotzdem würde ich es niemanden empfehlen, den selben Reiseveranstalten zu buchen. Da diese Entscheidung jeder selber treffen muss. Das hier ist nicht Amazon, wo leichtfertig Empfehlungen ausgesprochen werden sollten. Wir müssen anfangen, unseren Geist zu öffnen und weniger zu denken. Oder einfach anders? Die Welt ist ein wunderbares Mysterium.

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden. Den größten Teil meines noch kurzem Lebens habe ich in Berlin verbracht. Seit 2018 bin ich ein digitaler Nomade. Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

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