Wake and Bake – eine Spurensuche

Mein Leben wendet sich dem Universum zu, die Strahlung der Sonne findet langsam den Weg in mein Leben. Mein Biorythmus diktiert das morgendliche Aufstehen. Wieder ein neuer Tag, alles ist möglich. Die ersten 15 Minuten des neuen Tages, scheint alles möglich, noch vollkommen paralysiert vom Schlafschleier, der meinen Geist umhüllt. Doch langsam kommt der Kreislauf in Schwung, im Bett schnell die Mails checken, die über den gestrigen Abend und während der nächtlichen Ruhe eingetroffen sind.

Beim durchgehen der Mails, wechseln sich die Gefühle so schnell ab, wie beim Staffellauf, nur das hier der Stab die einzelnen Mails sind. Mann, ich will zurück in meine Blase der „alles ist möglich Gedanken“ von vor ein paar Minuten. Egal. Ich mache mir Gedanken, wie ich mir an trüben Tagen mit vielen, nervigen Mails vielleicht den Morgen „blasiger“ gestalten könnte. Klar, ich könnte meine Mails am Mittag lesen, aber da ich so ein Internet Opfer bin, würde ich dann anstatt Mails zu checken, eher die Onlinezeitungen und Blogs durchstreifen.

Dieses „Wake and Bake“, habe ich nie richtig verstanden.


Wieder sowas nutzloses von den Amis. Cooles Wort, oder besser gesagt eine Handlung, nach der alles besser sein soll. Vielleicht etwas für meine Morgenroutine? Ich beschließe Google zu dem Thema zu befragen, ob wake and bake denn etwas für einen 30- jährigen Kiffer sei. Ah, totaler abfuck, nur ein Artikel in English. Oh, ein deutscher von einer Seedbank – nee, doch nicht, die stellen nur die besten Sorten zu „wake and bake“ vor. Ich könnte kotzen, habe keine Lust etwas auf englisch zu lesen, schon gar nicht von ´nem Ami über wake and bake.

Ihr müsst verstehen, dass die Kiffer aus den USA uns um Jahrzehnte voraus sind. Da gibt es schon die 2.te Kiffer-Generation, in semi-legaler Cannabis Umgebung. Die können quasi genetisch bedingt, sehr viel mehr buffen und verarbeiten das auch irgendwie anders. Das ist so, wie mit uns Deutschen und dem Saufen. Jeder Deutsche über 21 Jahren, kann prinzipiell jeden Ami unter den Tisch saufen. Fakt. Dazu gibt es auch irgendwo sicherlich eine Studie, die meine Aussage bestätigt. Sicher.

Also, muss ich selber herausfinden, ob „wake and bake“ etwas für mich ist. Und darüber schreiben tu ich auch, dann ließt in Zukunft ganz Deutschland meinen Artikel, wenn jemand herausfinden will, was „wake and bake“ bedeutet. Sweet.

Was bedeutet „wake and bake“?

Erster Schritt: Google Translate. „Hey Google, übersetze „wake and bake“ auf Deutsch. „Aufwachen und backen“. Wie bitte? Ich checke noch schnell die anderen Übersetzungsmöglichkeiten, passt alles noch weniger. Backen wollte ich heute Vormittag nicht. Kann ich mir auch nur schwer vorstellen, ich will schliesslich wieder zurück in meine morgendliche Blase. Nicht „high“ irgendwas backen. Habe jetzt schon keinen Bock mehr, über wake and bake einen Artikel zu schreiben. Egal.

Jetzt bin ich auch nicht viel schlauer. Also, muss ich meine Recherche ausbauen und zwar gewaltig. Ich muss wohl oder übel, gleich mal einen morgendlichen Joint rauchen. Und mir danach englische Artikel durchlesen und gucken, ob sich das mit meinen Erfahrungen im morgendlichen Rausch deckt. Falls nicht, gibt es ein Hasskommentar auf der Website, der sich gewaschen hat, und eine negative Bewertung auf Facebook. Muhahaha.

Zweiter Schritt: Ich baue mir einen Spliff. 50% Tabak, 50% Sour Strawberry Diesel. Ich setze mich in das Wohnzimmer, wo einst Adenauer und Schmidt besoffen Frauen belästigt haben, und schaue mir ein Gemälde und die beeindruckende Decke an, die mit malerischem Zeugs verziert ist. Der richtige Raum, um am Morgen einen zu buffen. Kurz bevor ich mir den Dübel anzünden will, mache ich mir noch fix einen Kaffee, will ja nicht gleich wieder auf dem Sofa einschlafen. Ich rauche also den Spliff, am Morgen!

Während ich so rauche, frage ich mich, ob ich vielleicht ein Drogenproblem habe. Also wer schon am morgen kifft, muss doch ein Problem haben, oder? Ich habe aber ein gutes Alibi. Ich schiebe es auf meine Arbeit, ist ja immerhin Recherche, also ist mit mir noch alles okay. Aber wake and bake, kann sich prima bei dem deutschen, traditionsreichen „Frühshoppen“ einreihen. Wo die Alkoholiker schon morgens saufen und ihren Körper & Geist aufs übelste missbrauchen. Dann doch lieber wake and bake, das ist gesundheitsfördernd.

So langsam setzt die Wirkung ein. Es wirkt wirklich etwas vitalisierend, was aber auch ein bisschen am Tabak, oder dem Koffein liegen kann. Doch hauptsächlich ist es die Wirkung vom Weed. Mittlerweile ist es 09:10, und ich bin schon high. Zum Glück muss ich keiner Sklavenarbeit nachgehen, mit früh aufstehen und für ein paar Kröten Verantwortung übernehmen. Mir läuft es eiskalt den Rücken herunter. Ich fühle mich trotz meiner vorherigen Zweifel zum wake and bake sehr motiviert. Immerhin schreibe ich genau jetzt diesen Artikel, um 09:10! Eine Leistung, die ihres Gleichen sucht.

Also, was bedeutet nun wake and bake?


Die Amis haben einem Ritual einem Namen gegeben: wake and bake. Die wörtliche Übersetzung ins Deutsche, haut nicht wirklich hin. Dennoch ist „aufwachen und backen“ ein sehr guter Anhaltspunkt. Man fühlt sich wirklich vitalisiert und wach. Ich überlege gerade sogar, ob ich mir ein paar Pancakes machen soll. Verwerfe diesen Gedanken aber wieder schnell. Nun stellt sich die Frage, warum der morgendliche Cannabiskonsum nach dem Aufstehen so erfrischend und echt geil ist. Nicht zu vergleichen mit dem abendlichen Buffen.

Ist sicher eine Serotonin und Melatonin Geschichte. Gepaart mit dem Biorythmus. Oder? Nochmal googeln, was die Wissenschaft dazu sagt: Natürlich, mal wieder gibt es eigentlich nichts dazu. Hier wird nur behauptet, dass die Wirkung morgens stärker sei und man schneller high ist. Und dann heisst es noch, das liege daran, dass der Körper über Nacht ja nichts zu sich genommen hat und das die Cannabinoide am Morgen, vor dem Frühstück, in keinerlei Konkurrenz mit anderen Nähr- und Wirkstoffen stehen und sich daher frei entfalten können.

Wie dem auch sei. Wake and bake ist eine wirklich entspannte Geschichte. Vorausgesetzt, man muss nicht einen Schulbus fahren. Wer einen gechillten morgen erleben und etwas kreatives erledigen will, der möge sich die Lunte anzünden. Die Amis hatten doch recht in ihren Artikeln, wake and bake macht echt überraschend fit und ich bin wieder in meiner morgendlichen „alles ist möglich“ Blase. Yes Baby!

Wake and Bake. Kurztipps:

  • Wake and Bake, klappt am besten bis 30 Minuten nach dem Aufstehen.
  • Stelle sicher, dass du alle Zutaten zum backen zu Hause hast.
  • Nimm unbedingt eine leichte Sativa, unter 18% THC.
  • Stelle sicher, dass du kein Auto fahren musst, oder sonstigen, verantwortungsreichen Aufgaben nachgehen musst.
  • Mach was mit deinem High! Netflix and chill ist verschenkte Zeit.

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden. Den größten Teil meines noch kurzem Lebens habe ich in Berlin verbracht. Seit 2018 bin ich ein digitaler Nomade. Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

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