Wer zieht an den Fäden der Cannabis-Legalisierung?

Aktuell sieht es ziemlich übel aus für ein grünes Deutschland. Der Made in Germany Cannabisanbau wird wohl nicht vor 2021 stattfinden. Die aktuelle Regierung wird in den nächsten 4 Jahren kein Cannabis zum Freizeitkonsum legalisieren. Wenn überhaupt, wird es eine Nachbesserung für das „Cannabis als Medizin“ Gesetz geben, aber auch hier sieht es nicht sonderlich rosig aus. Dennoch kommt der Cannabis Boom immer mehr in Deutschland an. Viele investieren ihr Geld in Cannabis Aktien.

Andere wiederrum versuchen CBD Produkte der Zielgruppe zu verkaufen. Ganz andere versuchen ihr Glück in der Medienwelt. Dann kommt da noch der Cannabissamen-Markt und das daraus resultierende Geschäft des „Grow Equipments“, damit man sich auch kräftige Pflanzen heranzüchten kann. Sogar tot geglaubte Messen finden im Zusammenhang mit Cannabis wieder einen neuen Aufschwung. Die Messe Frankfurt kauft sicherlich bald die MaryJane, oder ein anderes Messeformat mit Inhalt Cannabis. Es wird sehr viel Geld verdient in der Branche, einige verdienen schon heute Millionen und das obwohl Cannabis in Deutschland verboten ist. Nun gut, es sind die EU Hanfsorten (für CBD Produkte) erlaubt und wenn die passende Krankheit diagnostiziert wurde auch das medizinische Cannabis.

Ansonsten lässt sich legal mit Cannabis eigentlich kein Geld verdienen.

Es gibt auch noch die Marketing- und Werbeunternehmen, die versuchen, in den Markt zu drängen ohne einen Mehrwert für die Legalisierung zu schaffen. Aber die verabschieden sich erfahrungsgemäß auch wieder recht schnell. Dennoch wollen viele in der Branche Fuß fassen, denn der Ruf des erhofften Geldes und Erfolges lässt sich eben nur schwer ignorieren.

Meiner Meinung nach ist der Cannabis Markt in Deutschland vollkommen überbewertet. Sollte unsere Regierung nicht gestürzt werden, kann es keinen relevanten Cannabis Markt in Deutschland geben. Und wenn, nur für die, die eh schon ein Patent auf die Pflanze haben, so wie Bayer/Monsanto. Schon alleine der Übergang in ein legalisiertes Deutschland würde meiner Einschätzung nach 6-10 Jahre dauern, vom Tag der Gesetzesänderung, bis zur praktischen Umsetzung. Der politische Weg wird nicht zur Legalisierung führen.

Zudem gibt es immer mehr Cannabis Unternehmen, die niemals wollen, dass Cannabis komplett legal wird. Das ist zum Beispiel die Fraktion der Cannabis Big Player, die mit medizinischen Cannabis Geld verdienen wollen. Meistens sind dies auch börsennotierte Unternehmen. Logisch, dass dort ein finanzielles Interesse im Vordergrund stehen muss, um den Aktionären gerecht zu werden. Keiner kann mir ernsthaft erzählen, dass bei einem Cannabisunternehmen, das an der Börse gehandelt wird, ein Interesse an einer Legalisierung besteht. Damit wäre das Ende des finanziellen Erfolges eines solchen Unternehmens ja besiegelt.

Viele sind blind, was den erhofften Erfolg anbelangt, es entstehen künstlich aufgepumpte Unternehmen.

Alles wird daran gesetzt, Platzhirsch im jeweiligen Bereich zu werden. Sens Media zum Beispiel betitelt sich schon heute als „upfront media company“, das soll wohl so viel heißen, wie „Platzhirsch im Cannabis-Medien-Bereich“. Sens Media dient hier nur als Beispiel für die künstlich aufgepumpten Cannabisunternehmen in Deutschland. Die auch nicht davor zurückschrecken, Konkurrenz wie die Agentur Sowjet bloßzustellen und sie vom Markt zu drängen. Natürlich gibt es da auch noch Unternehmen wie Hapa Medical, die auch alles daran setzen, Geld mit Cannabis zu machen, allerdings auf eine sehr fragwürdige Art und Weise. Selbst die ausgelatschte Vice will mit an der Legalisierung verdienen und holt sich dafür Cannabis Influencer ins Boot. Es ploppen aber auch Websites wie Weedo auf, die mit Forum, Magazin und klar, einem Shop, Geld machen wollen. Oder auch Social Media Marketing Berater, die mit dem vermarkten von Cannabis Geld verdienen. Ich erwähne diese Unternehmen, da es sich hier exemplarisch um Unternehmen handelt, die vor haben, an dem Boom mitzuverdienen – was ja nichts verwerfliches ist. Abgesehen von den Methoden.

Wir selbst verdienen kaum an diesem Boom.

Für Sponsoren sind wir trotz unserer großen Reichweite uninteressant, da wir vieles kritisieren, ganz klar auch Unternehmen. Wären wir angepasster und netter, tja dann hätte ich heute schon 3 Hublots statt einer Casio Uhr. Aber egal, dafür gibt es bei uns auch den besseren stuff und wir haben die ganzen Leser am Start, die uns eh hart unterstützen.

 

Das Problem an diesen aufgepumpten und glatten Unternehmen ist, dass sie immer im Spielfeld der Gesetze agieren, niemals würde jemand mal einen stabilen Plan abgeben, wie man Cannabis im Darknet kauft, oder wie man einen guten Guerilla Grow startet. Aber genau das braucht es meiner Meinung nach. Man muss raus aus der BOX und keine Angst haben, einen potenziellen Kunden zu verscheuchen, oder gar gegen sinnlose Gesetze zu verstoßen, die im Universum eh keine Bedeutung haben. Wie soll man gegen ein System ankämpfen, das nur lügt und betrügt?

Das geht nicht mit dem Fokus, Geld zu verdienen. Man blockiert sich damit nicht nur selbst, sondern auch die wahre Revolution der Legalisierung. Für mich ist Legalisierung eine Rebellion gegen das Alte, ein Befürworten der eigenen Entscheidungen und der Selbstverantwortung. Der wahre Kampf gegen die herrschenden Systeme, kann nur mit einem freien Geist gewonnen werden, ohne jeglichen Druck damit Geld verdienen zu müssen. Es sollte ein Grundbedürfnis sein, seine Stimme gegen die Prohibition zu erheben, egal ob Cannabis Konsument oder nicht. Es geht hier um die reinen Menschenrechte der Bewegung.

Was also höchstens in Wirklichkeit hier in Deutschland zur Zeit passiert, ist, dass sich eine mächtige Lobby aufbaut, die die Politik dazu anhalten wird, Cannabis auf keinen Fall zu legalisieren, falls das jemals nötig sein sollte.

Wir brauchen auch keine Cannabis Lobbyisten, wo wieder eine Geschwulst der eigenen Interessen entsteht. Dieser Lobbyismus schadet der Legalisierungsbewegung, denn hier werden nur die Interessen der Investoren und Anleger vertreten. Nur weil sich jemand für Cannabis ausspricht, heißt das noch lange nicht, das er dem Allgemeinwohl helfen will.

Um auf den Anfang des Artikels zurückzukommen: Der Boom wird kommen in Deutschland, bloß sehr viel anders, als es sich so viele wünschen würden. Vom Boom werden nur ein paar Menschen profitieren und das sind die, die sich heute zusammen tun und ihre Lobbyarbeit voran treiben. Am Ende profitieren die Anleger und Investoren, sowie der Staat auch. Am Ende des Tages ist dieser Artikel aber auch nichtssagend, da Cannabis, wenn überhaupt, nicht vor 2028 in Deutschland legal sein wird. Bis dahin kann noch sehr viel passieren. Ich hoffe, dass eine Bewegung entsteht, die frei von Unternehmen ist und nur vom Drang der Freiheit und Gerechtigkeit getrieben wird. So, dass jeder einzelne selbst für sich steht und die Verantwortung für sich in der Gesellschaft übernimmt, damit unsere Nachfahren nicht mehr mit dieser Diktatur von Unternehmen und Politik leben müssen.

Wenn dir dieser Text gefallen hat, oder du das alles für Blödsinn hältst, dann lass einfach einen Kommentar da. Peace.

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden. Den größten Teil meines noch kurzem Lebens habe ich in Berlin verbracht. Seit 2018 bin ich ein digitaler Nomade. Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

Ein Gedanke zu „Wer zieht an den Fäden der Cannabis-Legalisierung?

  • April 3, 2018 um 10:34 am
    Permalink

    Lieber Daniel,

    da Weedo mit in deiner Liste der diabolischen Unternehmen auftaucht, würden wir gerne zu deinem Artikel Stellung beziehen. Wir finden es schade, dass du uns rein ökonomische Interessen vorwirfst; korrigiere mich, wenn ich das falsch aufgefasst habe. Wir verfolgen zugegeben einen ganz anderen Ansatz, um die Legalisierung von Cannabis voranzutreiben. Unserer Ansicht nach ist es viel entscheidender das Bewusstsein in der breiten Bevölkerung dafür zu stärken, dass Cannabis nicht die gefährliche, existenzenraubende Substanz ist, für die sie in vielen Köpfen noch gehalten wird und das Kiffer keine Kriminellen sein wollen aber leider sind. Je weiter der Marihuanakonsum in die Gesellscahft vordringt, je mehr Leute durch Medien und das soziale Umfeld mit Cannabis in Berührung kommen, desto weiter verlieren CDU/CSU und AFD ihren ideologischen Halt an Fehlinformationen und geschürter Angst- und Panikmache. Rebellion ja, aber wir brauchen die breite Masse und nicht wenige Hardliner als Einzelkämpfer. Und ich muss dir widersprechen, wenn du anzweifelst, ob die Legalisierung notwendig ist. Viele anständige Menschen werden durch dieses scheiß Gesetz ihrer Existenz beraubt und durch den Staat aufs übelste schikaniert. Vielleicht ist das bei euch in Berlin nicht ganz nachvollziehbar, aber hier in Bayern kann ein Joint schon richtig gefährlich werden.

    Und ja, wir sind gerade dabei einen Shop aufzubauen. Wir wollen liebevoll designte und hochwertige Produkte für den gepflegten Konsum vertreiben. Wir möchten unsere eigenen Produktlinien schaffen, Produkte in deren Design und Funktionalität wir unser eigenes Herzblut stecken. Und ja, am Ende wollen wir alle von unserer Leidenschaft leben können, ohne Nebenjobs bei denen wir nicht soviel Spaß und auch keine Mission haben.

    Liebe Grüße aus München

    Dein Weedo Team

    Antwort

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