Wie ein Vaporizer mir die Tabaksucht abgewöhnte.

Ich war mehr als 20 Jahre süchtig nach Mische, bis ich mir mit dem Vaporizer den Tabak abgewöhnen konnte.

Cannabis mit Tabak schmeckte mir von Anfang an einfach hervorragend, der Tabak ist das Salz in der Suppe. Bei hochwertigem Hasch hielt ich ein Tabakbett sogar für zwingend notwendig.

Besondere Einschränkung durch tägliches Kiffen verspürte ich nicht. Gut, wäre ich nicht permanent bekifft gewesen, hätte ich mein sinnloses Magisterstudium der Geisteswissenschaften vielleicht nicht abgeschlossen oder gar nicht erst angefangen und würde nun beruflich besser dastehen. Und Freunde, die nur Alkohol tranken, quatschten deutlich mehr, aktiver und erfolgreicher Mädels an. Dafür hatten die aber auch mehr Ärger im Privatleben, als ich.

Aber die Raucherei nervte, das fiel mir besonders auf, wenn ich nicht kiffen konnte oder wollte.

Dann nämlich mußte ich die Sucht notdürftig mit Zigaretten befriedigen und fand das eigentlich immer ziemlich ekelig. Ständig freute ich mich auf einen ordentlichen Joint oder dicken Kopf. Aber auch die Sucht wuchs sich über die Jahre aus und wurde irgendwann langweilig. Vor allem, wenn im Freundeskreis keiner mehr Zeit hat, abends gemeinsam kiffend herumzuhängen. Die Motivation wuchs, komplett mit dem Rauchen aufzuhören. Da ergab sich zufällig eine Gelegenheit, als ein Freund bei den seltener werdenden Treffen von seinem Vaporizer erzählte.

Er  lud mich zum Test ein, gab mir direkt eine vernünftige Einweisung, damit das erste Dampferlebnis auch einen routinierten Kiffer wie mich beeindrucken konnte:

„Komm auf jeden Fall nüchtern, wenn Du am selben Tag schon gekifft hast, merkst Du gar nichts!“

Ich tat, wie geheißen. Beim Treffen dampfte ich einfach so lange, bis ich eine Wirkung spürte. Mindestens drei volle Ladungen zogen über meine Bronchien, wo eine halbe gereicht hätte. Dann war auf einmal, ohne jede Vorwarnung und ohne Prickeln, eine überwältigende Wirkung da. Fröhliche, euphorische Erregtheit, wie bei der ersten Bong, dabei blieben die Sinne klar, der Raum schien größer zu werden, ich erfuhr subtile, optische Halluzinationen, die an LSD erinnerten. Dampfen war für mich eine der besten Arten, Hanf zu genießen. Am nächsten Tag war ich immer noch bekifft, aber meine Atemwege waren frei und gesund. Ich musste mir auch so ein Gerät besorgen.

Die komplette Umstellung auf Vaporizer war für mich dann aber nicht ganz einfach. Meine Sucht nach Tabak-Mische war stark. Denn die beiden Kräuterdrogen wirken sehr gegensätzlich und ergänzen sich. Der Tabak macht nüchtern, das CO im Rauch dämpft den Kreislauf und betäubt. Nach dem Rauchen drückt es einen sofort, schon beim Ausatmen, in den Sessel. Es ballert und plättet. Der Hanf wirkt dann erst nach 15 bis 20 Minuten, hebt einen aus der Versenkung in den entspannten Kifferhimmel. Das kann man über den Tag beliebig oft wiederholen. Beim Mische rauchen in der Bong ist jeder Kopf ein Bungeesprung mit anschließender Fahrt im Highspeed-Aufzug.

Beim Vaporizer allerdings fehlt der Tabak-Hammer.

Unmerklich schwebt man auf die Reiseflughöhe und bleibt da, nachlegen ändert wenig. Der Trip ist ruhig und schön, wie eine Fahrt im Heißluftballon bei schönem Wetter. Das widersprach allen meinen Kiffergewohnheiten. Einige Monate verwendete ich meinen Arizer Air nur selten. Ich dampfte nur an sonnigen, freien Nachmittagen und rauchte dann noch am selben Abend die abgedampften Reste in der Mische, weil mir ohne Rauch etwas fehlte.

Irgendwann aber zwang ich mich, das Gras nur noch zu verdampfen und Tabak nur pur zu Rauchen. Wie erwartet, schmeckte mir Tabak überhaupt nicht, nach drei bis vier Wochen hatte der Entzug geklappt, der Ekel war die beste Motivation. Seit einem guten Jahr rauche ich gar nicht mehr und habe auch kein Bedürfnis. Der Hanfkonsum hat sich unterdessen praktisch von alleine erheblich reduziert, ohne daß ich mir eine Konsumgrenze gesetzt hätte. Ich Dampfe nur noch, wenn ich wirklich Lust und Zeit habe, wenn es sich nicht ergibt, dann auch über Tage und Wochen gar nicht mehr. Hanf ist mir ein Genußmittel geworden, daß mir zur Verfügung steht, so wie ein Kurzurlaub oder ein Kinoabend. Wenn es dann soweit ist, ist der Vaporizer extrem sparsam, eine Dosis von 0,2 Gramm ist für ein Erlebnis vollkommen ausreichend. Und die Reste kann man sich an einem anderen Tag ins Essen rühren.

Nach mehr als zwanzig Jahren Kiffsucht lernte ich, Hanf alleine macht mich kein bisschen süchtig.

Jungen Leuten, die in das Alter kommen, wo sie mit Drogen experimentieren, rate ich aus bitterer Erfahrung, sie sollten niemals einen Krümel Tabak an ihren Joint lassen. Und warnen muß ich alle Hanffreunde, die ihr Eure Identität als Dauerkiffer definiert: Mit einem Vaporizer kann es passieren, daß ihr mehrere Wochen lang das Kiffen vergesst.

Launchbox:

Mit der Launchbox lernte ich das Dampfen kennen. Zum Preis von 100 Euro ist die ein relativ günstiger Vaporizer, der seinen Dienst tut. Allerdings ohne jeden Komfort mit hohem Bastelfaktor. Es gibt keinen Thermostat, die Temperatur regelt man mit seinem Luftstrom, zieht man falsch, verkokt das Kraut oder es brennt scharf in der Kehle. Zum Anschalten muß man die Batterie seitlich an den Kontakt drücken. Eine empfehlenswerte Anschaffung für technikbegeisterte Gelegenheitskiffer, die etwa im Kino heimlich einen durchziehen wollen. Das Gerät verschwindet in der kleinsten Hand, Sitznachbarn sehen und riechen nichts.

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Arizer Air:

Der Verkäufer von Verdampftnochmal empfahl mir den Arizer Air, mit damals 200 Euro erhielt ich für ordentlich Geld ein ordentliches Produkt. Die Temperatur ist in 5 Stufen regelbar, das angenehm solide Gerät tut, was es soll und nur selten muß das Geschmacksneutrale Glasmundstück gereinigt werden. Weil es aussieht wie eine E-Zigarette laufe ich damit auch völlig unauffällig über die Straße, denn tragbare Vaporizer verbreiten kaum auffälligen Geruch.

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Hier findet Ihr noch unsere Vaporizer Bestenliste: Drück mich

Alice Wunder

Ich bin gebürtiger Rheinländer, Journalist und Lebenskünstler. Als Alice Wunder (männlich, verheiratet) schreibe ich eigentlich nur für meinen Blog meinedrogenpolitik.wordpress.com Dort versuche ich, seit Anfang 2015 Geisteszustände zu erforschen. Und natürlich soll das verehrte Publikum gut unterhalten werden. Eigentlich wollte ich mal einen Artikel über Cannabis-Rausch schreiben und habe Daniel kontaktiert. Daraus wurde aber nichts, denn er hat mich gleich angeheuert, ab und zu bei Cannabis-Rausch mitzumachen. Denn ich verfüge über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit Cannabiskonsum. In meiner Jugend, in den 1990er Jahren bei Köln hat mir das Kraut mein Abitur gerettet. Denn oft war eine Kaffeefahrt ins nahe Maastricht während einer Freistunde die einzige Motivation, überhaupt in der Schule zu erscheinen. Dann aber war ich sehr angepasst, friedlich und entspannt im Unterricht körperlich anwesend und wurde für dieses Engagement mit guten Noten belohnt. Die Kehrseite der Medaille sind wenig lebenspraktische Fähigkeiten, dafür viel Liebe zur Literatur, welche ich gern in eigenen Texten auslebe.

8 Gedanken zu „Wie ein Vaporizer mir die Tabaksucht abgewöhnte.

  • Juli 25, 2017 um 10:26 am
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    Von Vaporizer habe ich noch nie was gehört, aber man lernt ja im Leben nie aus 😉
    Wie du von Kiffen schreibst, finde ich Persönlich nicht gut. Es wird aus deiner Sicht sehr verharmlost. Da frag ich mich, warum tut ein Mensch sowas? Warum nimmt man so ein Mist?
    Tut mir leid, kann da leider nichts Positives schreiben.

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    • Juli 25, 2017 um 3:14 pm
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      Hallo Nici! Vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, Cannabis ist eine kontroverse Substanz. Ich habe sehr früh damit angefangen, weil ich das wollte. Genauer, der Drogenaufklärungsunterricht in der Schule hat mich darauf gebracht. Da wurde sehr merkwürdiges, verdruckstes Zeug erzählt, ohne vernünftige Begründungen. Dann habe ich im Lexikon nachgelesen, daß Haschisch eigentlich Hanf ist, eine europäische Kulturpflanze. Und da wollte ich das ausprobieren und habe aktiv Leute angesprochen. Als ich schließlich das erste Mal etwas rauchte, dachte ich sofort: Das willst Du von jetzt an jeden Tag machen. Ich bin also wirklich süchtig geworden. Davon habe ich keine Nachteile erfahren, Schulabschluß, Berufsausbildung und Familienleben haben geklappt und funktioneren. Ich schreibe, wie es ist, ja, aus meiner Sicht. Es gibt bestimmt Menschen, die damit besser oder schlechter zurechtkommen. Auch davon werden wir schreiben, wenn es sich ergibt.
      Beste Grüße
      Philip

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    • Juli 25, 2017 um 3:27 pm
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      Wieso Mist? Du meinst sicher den Tabak, oder? 😉 Ansonsten müsstest du es mir erklären, warum Cannabis „Mist“ sein soll. Wenn man sowas schreibt, sollte man das auch argumentieren 🙂

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  • Juli 25, 2017 um 10:53 am
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    Sehr informativer Bericht! Macht spass zu lesen, freue mich schon auf weitere von dir!

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    • Juli 25, 2017 um 5:33 pm
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      Vielen Dank für das Lob! Ich hoffe ich kann Deine Erwartungen erfüllen.
      Beste Grüße
      Philip

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  • November 19, 2017 um 3:34 pm
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    Hallo Philip,
    Danke für den fundierten und spannenden Beitrag, ich wollte fragen ob du je in der Entwöhnungszeit es mal mit Tabak und Cannabis zusammen im Vaporizer ausprobiert hast.
    Es könnte eine Methode sein um den Tabak auszuschleichen und klingt auf jeden Fall gesünder als Joints und co.

    Liebe Grüsse
    Gregor

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  • März 16, 2018 um 1:58 pm
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    Guter Artikel !

    Mir hat das Vaporisieren auch sehr geholfen mit dem Tabak aufzuhören . Desweiteren ist es ein ganz anderes High. Nach guten 15 jahren ein ganz neues gefühl

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  • Mai 2, 2018 um 8:54 am
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    Sehr guter Bericht 🙂 Ich tauche gerade in die Welt des Vaporisierens ein. Befor ich mir meinen Davinci IQ geholt habe, hatte ich allerdings schon 4 Wochen die Finger vom Tabak gelassen. Mir gehts super. Mein eben wird gerade revolutiniert 🙂 Auf das die frohe Kunde noch mehr Menschen erfahren!

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