Growing Ratgeber: Wie oft Hanf gießen, damit dieser optimal wächst?

„Gießen“ klingt so einfach, Wasser draufkippen und finito! Jeder Profi würde auch gar nicht auf Idee kommen, dem zu widersprechen. Aber, um mal ganz ehrlich zu sein, ich bekomme hier doch schon ab und an Bilder, bei denen die Pflanzen einfach nur FALSCH gegossen wurden. Flecken auf den Blätter, Schimmel in den Buds, schlabbrige Pflanzen oder einfach nur verkackte Exemplare sind dann das Ergebnis. Daher dachte ich mir: Clickbait hin oder her, hier sind die Meister Bob Tipps&Tricks fürs gießen.

Erster Tipp: Wenn ihr euch mit dem growen gut auskennt, ignoriert diesen Text! Der richtet sich wirklich eher an blutige Anfänger.

Tipp Nr. 1: Nie dauerfeucht halten

Pflanzen brauchen Wasser zum überleben, da sind wir uns alle einig. Was aber noch viel wichtiger ist: Die Wurzeln brauchen Sauerstoff, sonst verrotten sie einfach und die Pflanze stirbt ab. Stichwörter wie „Staunässe“ oder „Wurzelfäule“ klingen nicht nur eklig, sie fucken auch echt ab! Oft bekomme ich Anfragen in Richtung: „Warum kackt die ab, ich hab die doch jeden Tag 2x gegossen?!“, oft lautet die plumpe Antwort „Deshalb“… Also: Die Erde darf NIE dauerhaft feucht sein, zu keinem Zeitpunkt und in keiner Phase! Und ich spreche hier nicht nur von den oberen zwei Zentimetern. Aber das lernt ihr in…

…Tipp Nr. 2: Pflanzen ZEIGEN euch, wann ihr sie gießen müsst

Und glaubt mir: Die Zeichen dafür sind unmissverständlich und in jeder Sprache der Welt zu verstehen: Die Blätter hängen nach unten. Wenn die Blätter nicht hängen (EGAL wie trocken sich die Erde für euch anfühlt oder aussieht) braucht die Pflanze kein Wasser! Erst wenn die untersten Blätter der Pflanze sich eindeutig in Richtung Boden neigen, ist es Zeit für die nächste Portion Wasser. Und genau hier gibt es einen kleinen Trick, den ihr euch merken und antrainieren solltet:

Tipp Nr. 3: Merkt auch das Topfgewicht vor dem gießen

Ihr habt Tipps 1 und 2 brav befolgt, eure Pflanze (beispielsweise in einem 15l Topf) lässt so langsam die unteren Blätter schlaff werden, besonders die großen Sonnenblätter hängen noch schlaffer als sonst und stehen nicht mehr im schönen 45 Grad Winkel nach oben. Zeit für eine dicke Gießkanne! Aber halt: Hebt einfach mal den Topf hoch. „Heftig, der wiegt ja gar nix!“ – Richtig, ausgetrocknete Erde wiegt einfach echt fast gar nix. Und genau hierfür solltet ihr ein Gefühl bekommen. Wie viel wiegt der Topf circa, bevor die Pflanze gegossen werden muss? Wenn man das ein mal drin hat, kann man mit dem „Topf-Gewicht-Check“ eigentlich jede Pflanze checken, als fortgeschrittener Gärtner tippt man den Topf eigentlich nur noch mit einem Finger an und schaut, wie leicht er sich kippen lässt. Lustige Anekdote: Ich bei meiner Oma auf der Terrasse gechillt, sie läuft mit der Gießkanne rum, tippt die Töpfe mit ihren alten Füßchen an und gießt dann, je nach Bedarf. Ich, ganz der brave Enkel: „Ah korrekt, checkst Du das Gewicht der Erde um zu schauen, ob Du die gießen musst?“ „Richtig! Sieehsch, wärsch mal lieeber Gärdner gworre statt Journalischt!“ (Badisch und so).

Tipp Nr. 4: Erst kommt die Ebbe…dann kommt…

…die fucking Flut des Todes. Hier gibt es jetzt auch keine genauen Angaben von wegen „in einem 15l Topf müsst ihr alle 2,5 Tage 356ml Wasser geben“. Wäre allerdings ziemlich cool, wenn es so einfach wäre. Aber eigentlich ist es sogar noch viel einfacher: Ihr gebt der Pflanze einfach so lange Wasser, bis es unten aus dem Topf herausläuft. Das nennt man auch „mit drain gießen“, also mit „Überschuss“. Das hat mehrere Vorteile: Überschüssige Nährstoffe werden somit ausgespült, es gibt keine nervigen Ablagerungen von Düngersalzen im unteren Bereich der Erde und ihr könnt euch immer sicher sein: Mehr Wasser geht einfach nicht. So hat die Pflanze einen schönen Vorrat und kann meistens sogar einige Tage ohne erneutes gießen verbringen. In dieser Zeit wird die Erde immer trockener, es kommt frischer Sauerstoff an die Wurzeln und die Pflanze wird euch dafür lieben. Wichtig ist nur, dass ihr die Erde eben weiterhin schön austrocknen lasst und nicht zu früh gießt!

Achtung: Wenn ihr die oberen Tipps befolgt habt, ist eure Erde vor dem gießen, wie sagt man so schön, „furztrocken“. Wenn ihr jetzt einfach Wasser draufkippt, versickert das Wasser nicht in der Erde, sondern läuft einfach am Topfrand herunter und sickert direkt unten raus. Bei trockener Erde sind am Rand meistens 1-2mm frei, da sich die Erde zusammenzieht. Was komplett kontraproduktiv wäre. Daher mein…

…Tipp Nr. 5: Nehmt einen Becher, keine Gießkanne!

Dieser Tipp ist möglicherweise auch für fortgeschrittene Grower interessant, viele machen es vom Prinzip her genau so: Nehmt euch einen kleinen Behälter/Becher/aufgeschnittene PET-Flasche und nutzt eure Gießkanne nur noch als Reservoir, nicht mehr zum direkten gießen. Besonders wenn ihr mehrere Pflanzen habt, ist die „Becher-Methode“ Vorteilhaft. Den Becher füllt ihr mit Wasser und gebt jeder Pflanze erst mal eine kleine Runde. So könnt ihr sicher sein, dass sich die Erde erst mal ein bisschen oben vollsaugt und in der zweiten Runde mehr Wasser aufnehmen kann und nichts am Topfrand entlang sickert. Natürlich könnt ihr auch mit der Gießkanne die Runde machen, ich persönlich finde es mit Bechern einfach schlauer und oft auch praktischer, besonders wenn viele Töpfe eng aneinander stehen. Außerdem verteilt ihr das Wasser mit dieser Methode sehr regelmäßig und schön langsam. So könnt ihr sicher sein: Wenn es unten raus läuft, dann ist die Erde auch wirklich voll gesaugt.

Tipp Nr. 6: Der Trick mit dem Untersetzer

Tadda, ein kleiner „Geheimtipp“ folgt natürlich auch noch. Die meisten „Erd-Grower“ haben natürlich Untersetzer oder arbeiten mit Growtischen. Alle mit Tischen dürfen jetzt nach Hause gehen, danke fürs Lesen und bis bald hoffentlich! Alle Grower mit Untersetzer sperren jetzt mal noch ganz kurz die Lauscher auf: Es ist unvorteilhaft wenn eure Pflanze „im eigenen Saft steht“, also der „Drain“, der sich im Untersetzer ansammelt (meistens mit einem sehr hohen EC-Wert) einfach wieder in den Topf gesaugt wird… Dann bringt das ganze nämlich nicht viel. Eine Schicht aus Blähton im Topf, wie sie viele Grower verwenden, bringt dabei übrigens auch nichts. Der Drain wird dadurch nur noch besser aufgenommen. Daher ein kleiner aber feiner Tipp: Stellt irgendwie einen Abstand zwischen Untersetzer und Topf her.
Mein Favorit hierfür sind Wäscheklammern. 2-3 unter den Topf und finito, steht stabil und der Topf hat einen Zentimeter Abstand zum Untersetzerboden. Somit verdunstet das überschüssige Wasser einfach und wird nicht mehr in den Topf zurück gesaugt. Ein Problem weniger. Dieser Trick kann beispielsweise das Spülen am Ende verkürzen, da die Erde durch so einen winzigen Trick weniger Nährstoffe speichert. Und ihr verhindert damit zu 100% die gute alte Staunässe, welche eure Wurzeln krepieren lässt…

Sooooo, dat wars dann auch. Hoffe ihr habt ein bisschen was gelernt und ich habe mir hier nicht völlig umsonst die Finger wund geschrieben.

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

Gastautor

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Ein Gedanke zu „Growing Ratgeber: Wie oft Hanf gießen, damit dieser optimal wächst?

  • August 24, 2018 um 10:27 am
    Permalink

    Hi(gh)
    Air Pots, Growrack(30cm,50cm))+table…..perfekt für die „letzte Spülung“ 🙂

    Mit den AIR-POTS ist ein Übergießen fast unmöglich, die Wurzeln bekommen viel Sauerstoff und das überschüssige Wasser kann bequem über den Growtable ablaufen. Das Ausspülen wird kinderleicht!!! Zu viele Grower spülen nicht richtig, und das wirkt sich dann u.a. auf den Geschmack aus!

    Auch die Langzeitfolgen bei dauerhaftem „Dünger-Rückstand-Konsum“ dürften nicht so toll sein…….
    KEEP ON FIGHTING and DO YOUR OWN THINGz

    MfG
    Pete

    Antwort

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