Wieso haben Pinguine Knie? Ein Bad Trip mit Freunden

Wieso haben Pinguine Knie? Ein Bad Trip mit Freunden

Manchmal fragt man sich, wo bin ich hier nur gelandet? Wieso spielen Astronauten auf dem Mond Golf, wieso ist die Ostsee auch im Sommer kalt und warum haben Pinguine Knie? Was ist der Sinn des Lebens oder warum sind wir, wie wir sind?
Nun ja, meistens fragt man sich solcherlei Fragen natürlich nicht.
Noch so eine Frage, die ich mir noch nie gestellt habe: Wie fühlt es sich an, wenn meine Pupillen die Iris sprengen und vor allem: was passiert dann mit mir?
Ich muss mich entschuldigen, denn genau diese Frage habe ich mir nichtsdestotrotz schon einmal gestellt. Und genau auf diese Reise des Fragens und Vorstellens nehme ich euch jetzt mit.

Es begab sich (wie immer, gähn) an einem lauen Sommerabend. Die Nacht war lau, es dämmerte sehr, wir wollten kiffen, mehr am Meer. Na gut, an der Elbe.

Wir trafen uns bei Clemens – Dome, Fabi, Vinzent und meine Wenigkeit. Kurz „gechillt“ und dann noch bisschen übers Weed palavert. „Das ist übelst gutes Zeug, das hat meinen Dealer richtig geflasht. Alter. Jo“. Na, klingt gut. Wobei, wer würde denn auch was anderes über „sein“ Weed sagen? Ich meine: „mein/sein“ Weed ist das, was man grad geholt hat und was einem ausnahmslos immer, jeden Moment den Verstand rauben und den dopesten Trip bescheren soll. Laut Bezugsquelle, oder für die Coolen: Laut Dealer. Nun gut.

Der Grinder fällt an jenem Abend vor allem durch seine Abwesenheit auf.

Also kommt die gute, alte Schere und Drehpappe zum Einsatz. Geht auch, so ist es ja nicht. Dann eine Mische gezaubert (die guten, alten Mischezeiten) und verzwirbelt und verdreht ins Pape gepackt. Sauber.
Unser heutiger Spot ist, wie eigentlich fast immer, in Premiumwasserlage. Aber statt Kies See heute mal Flüsschen. Ist ja auch schön, sich ganz gediegen am Elbufer im Kreis aufzustellen und den Mücken ein Angebot aller möglichen Blutgruppen zu offerieren. Quasi eine Karstadt-Feinkostabteilung für kleine Blutsauger.

Der Joint knallt, ohne Frage. Schön Tabak-Flash, ballert ordentlich rein inne Birne.

Aber durchaus angenehmes Kopfhigh. Dazu gesellen sich zum Einknicken ermunterte (paradox, oder?) Beine, die nach einer Matratze schreien. Also Abmarsch und flugs zurück. Aber Moment: Der Joint wirkt grad schon richtig gut und wir sind außer Rand und Band. Kleine Rasselbande. Clemens ermahnt uns pflichtbewusst: „Jungs, wenn meine Nachbarn das mitbekommen, ist das echt nicht so cool für mich.“ Dem pflichten wir bei und geloben Besserung. Fünf Sekunden später hat natürlich ausnahmslos jeder einen saftigen Lachflash.
Zurück in der Bude, ich bin mit allerletzter Konzentration die Stiege in Clemens‘ Zimmer hochgeklettert, plauze ich mich erstmal schön auf die Matratze. Sehr, sehr angenehm.

Gemütlich. Harmonisch…

„Lorenz, deine Augen sind übelst rot!“
„Was? Echt? Mach mal bitte Foto.“
„Ja, deine Pupillen sind üüüübelst groß. Boar, Clemens, die sind echt sooo groß, oder“?
„Is echt so, Dome.“
„Oh Fuck, ich merk’s auch. Ich glaub, meine Augen platzen gleich. Mist. Das tut so dermaßen weh. Meine Iris wird gleich von der Pupille gesprengt!“
Eindeutig Bad Trip.

So viel zu Harmonie.

Dome beschwört mir gerade einen klassischen Bad Trip herauf. Meinen ersten und bis heute auch letzten Bad Trip [edit: es war doch nicht mein Letzter!].
Ich liege da, öffne die Augen maximal zu Schlitzen und halte ansonsten meine Hände auf die Augen. Zeitweise drücke ich regelrecht, meine Augen tun mir weh.
„Dome, du bescheißt mich wirklich nicht?“
„Ne, echt, deine Augen platzen gleich. Stimmt’s Clemens und Fabi?“
„Stimmt echt.“
„Ist echt so.“
Ich bin mir so sicher, dass ich auf’s Glatteis geführt werde. Aber mein Kopf kann dem Gedanken nicht mehrheitlich Glauben schenken. Also rede ich mir ein, dass meine Augen jeden Moment eine sehr exotherme Reaktion starten. Das audiovisuelle Feuerwerk in meinem Kopf schießt in alle Dimensionen wilde Farbfragmente.

Ich sehe blau-schwarze Strahlen aus meinen Augen in Richtung Augenlid strömen.

Mit einem Affenzahn! Magentafarbene Lichter geben dem Ganzen einen vervollständigten Touch, alles untermalt mit spacigen Sounds. Im Großen und Ganzen hat die Szenerie was von Space. Also Space im Sinne von Weltraum. Was meine Freunde von außen in diesem Moment sehen, bin wahrscheinlich ich, wirres Zeug redend und die Hände vors Gesicht haltend.  Vielleicht auch anders, kann ich schlecht einschätzen. Ist auch schon fast 2 Jahre her.
Ich warte also die ganze Zeit darauf, dass meine Augen platzen und mit mir irgendwas total skurriles passiert. Aber bevor das passiert, wird unter weiterhin großem Gekicher aufgelöst. Alles nur ein Witz.
„Aber Lorenz, du hast das echt die ganze Zeit geglaubt. Du hast dir die ganze Zeit die Hände vor dir Augen gehalten und übelst Angst gehabt, dass deine Augen platzen. Hahaha,“ hat Dome zum Abpfiff noch mal skandiert. In seiner leicht kreischigen Art, mit der man jeden zur Weißglut bekommt.

Na gut, sei es dru

Der Abend ist auf einer gewissen Ebene für mich gelaufen. So ein Bad Trip kann ein ganz schöner Abturner sein. Doch wie sagt man so schön: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde. Und keine Feinde haben zu müssen, ist für einen peaceigen Kiffer natürlich wunderbar.

Also, in dem Sinne: Peace und seid lieb zu euren Freunden, macht ihnen nicht den Abend zur Sau :D.

Lorenz

Lieblingsfarbe Grün - Farbe der Hoffnung, Farbe meiner politischen Heimat und Farbe meines Lieblingskrauts. Weitere Buzzwords meines Lebens sind Fotografie, Reisen und die Liebe zum geschriebenen Wort. 1997 wurde ich im tiefsten Osten geboren und bin trotzdem (oder gerade deswegen?) ein linksgrünversiffter Gutmensch geworden. Nach 1,5 interessanten Jahren dualer Studiertätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik widme ich mich mich im Moment ganz im Sinne meiner Bloggertätigkeit einem Bachelor in Gartenbau.

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