Cannabis-Liquid: Selbstgemachtes THC-Liquid für die E-Zigarette

Eine THC-haltige E-Zigarette macht das Kifferherz rundum glücklich. Diese unauffällige, sanfte, aber wirkmächtige Konsumform ist ideal zur Verherrlichung und Verharmlosung unseres liebsten Freizeit-Medikaments. Mild im Geschmack, verursacht der samtige THC-Liquid Dampf ein reines Kopf-High und streichelt das das verwöhnte Kiffer-Gehirn liebevoll. Auch könnte man damit unwissende und unwillige an THC heranführen, denn als Kiffer ist ja unsere heilige Pflicht, in unserem Leben mindestens fünf Nicht-Kiffer zu bekehren.

Ist das Polethylendingsbumszeugs in der Dampfe denn nicht furchtbar ungesund? Wen interessiert’s, wir konsumieren Drogen zum Spaß und wollen nicht zum Heilpraktikerkongress. Ja, klar, die Risiken sind nicht erforscht und wer sagt, es sei harmlos, könnte Jugendliche zum Rauchen verführen. Das betrifft mich aber nicht, ich will Leute bloß zum Kiffen verführen.

Und ich finde, jeder Dealer sollte gesetzlich verpflichtet werden, immer auch E-Juice anzubieten.

Aber in unserem Land klappt das ja leider mit den Dealern und den gesetzlichen Verpflichtungen noch nicht so richtig. Deshalb musste ich mir das THC-Liquid selbst zusammenrühren. Das ist nämlich ganz leicht. Stefan Müller hat uns dafür ein Fläschchen EJmix geschenkt, aus dem Sortiment von dabbing.de. Das ist eine vorgefertigte Mischung aus verschiedenen Dampferflüssigkeiten, extra zusammengestellt um darin zähe Pflanzenharze aufzulösen und in Lösung zu halten. So ein Fläschchen ist mit zwanzig Euro für 15 ml deutlich teurer, als die E-Juice-Basen zum Selbermischen. Wenn man aber nicht richtig mischt, kann das THC wieder ausflocken. Das auszuprobieren, hatte ich kein Lust. Immerhin versenkt man da bis zu 1 Gramm Extrakt pro Milliliter, also gut und gerne 8 bis 10 Gramm gutes Gras, wenn ich die Dampfe mit 2 Milliliter vollmache, dann doppelt so viel. Da muss schon alles stimmen, denn das Gras wächst bei mir leider nicht mehr auf den Bäumen.

Seit zwei Wochen ist mein EJmix jetzt stabil und hört nicht auf, mir Spaß zu machen. Die Herstellung funktionierte so einfach, wie auf dem Etikett beschrieben: Haschöl und EJmix in ein Gefäß, erwärmen und umrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Dann ab in die Dampfe mit der THC-Liquid Suppe und genießen. Natürlich passierten mir dabei auch Fehler, die sind aber meiner Ungeschicklichkeit geschuldet.

Das THC muss decarboxyliert sein, E-Zigaretten werden nicht zuverlässig über 180° Celsius heiß, das sollen sie auch gar nicht, die niedrige Betriebstemperatur garantiert den milden, samtigen Dampf. Nach meinen, nicht sehr umfangreichen Recherchen, arbeiten die „Coils“ einer E-Zigarette in einem Bereich von unter 100 bis über 300°C, eine billige, nicht einstellbare Dampfe wird einfach immer heißer, je länger man dran zieht. Irgendwann verkokt die Flüssigkeit, das ist schlecht. Für den optimalen THC-Liquid Genuss sollte alles möglichst kühl bleiben. Da würde dann aber ein Großteil des THC als unwirksames THC-A über die Lungen gezogen. Weil ich nichts riskieren will, kommt das Hanfextrakt vor dem Mischen für eine halbe Stunde bei 130°C in den Backofen.

Mit einem Klumpen Haschöl klappt das hervorragend.

Dummerweise hatte ich aber nur noch ein Viertelgramm im Döschen, also hab ich mir noch schnell eine Portion extrahiert, kein Problem. Besonders schlau dachte ich, das könnt ich gleich als dünnen Film auf der PTFE-Folie in den Backofen packen ohne es vorher zusammenzukratzen. Grober Fehler! Nein, nein, die Folie blieb ganz, ist ja Teflon, die kann Hitze ab. Das THC aber ist, im Gegensatz zum nicht-decarboxylierten THC-A eine ekelhaft zähflüssige Pampe, die sich im Guten nicht einsammeln lässt.

Auch tiefgefroren bleibt das flüssig und unhandlich. Also musste ich mit dem Spatel kleine Portionen zusammenkratzen und ins warme Liquid einrühren. Der fertige Bobbel wurde zwar auch flüssig, lies sich aber im Ganzen vom Backpapier ins Rührschüsselchen verfrachten. Also Haschöl immer erst collecten, dann decarben, wieder was gelernt.

Abfüllen wollte ich mit einer Spritze, hab mir extra eine in der Apotheke besorgt. Da möchte man dann natürlich ganz professionell die Luft rausdrücken, um zu sehen wieviel Saft genau da ist. Und zack, verkantet der Kolben, ein gutes Drittel fliegt durch die Luft – ahhh, HERZSTILLSTAND – und die dicksten Tropfen davon landen, patsch, wieder mitten in der Schüssel. Let JAH be praised! Glück gehabt, wieder was gelernt: Keine Faxen und Experimente beim E-Juice abfüllen. Da sind 10 Gramm Gras drin, Sicherheit geht vor!!!

Auf den Schreck musste ich natürlich erst mal fett einen Dampfen.

Die neue Konsumform verschafft wieder ein neues Kiffer-Lebensgefühl. Ein paar Züge reichen für einen entspannten, gut gelaunten Nachmittag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ein paar Züge mehr werfen mich erstmal auch nicht aus der Bahn, verändern aber sämtliche Synapsen.

Wie kann man die Wirkung beschreiben: Der erfahrene Konzentrat-Kiffer könnte auf der Arbeit vor einem nervigen Meeting gemütlich drei, vier Züge in der Raucherecke vom THC-Liquid dank der E-Zigarette nehmen. Damit würde man das Meeting mit heiterer Gelassenheit überstehen. Wenn dann der nervöse, hyperaktive Bürostreber kommt und seinen stinklangweiligen Vortrag in der Raucherecke probt, kann man zur Sicherheit noch mal sieben bis acht zusätzliche Züge tanken. Man überlebt mit freundlichem Gesicht, schiebt den restlichen Nachmittag Papiere auf dem Schreibtisch hin und her, fährt auf Wolke 7 nach Hause.

Für den unwahrscheinlichen Fall einer Verkehrskontrolle könnte man dem Polizisten mit der Dampfe im Mund ohne rote Augen überzeugt ins Gesicht lügen, nichts konsumiert zu haben. Und erst zu Hause, wenn man nicht einschlafen kann, fällt einem wieder ein: Ich bin Dicht wie zehn holländische Abiturienten.

Warum aber eine E-Zigarette mit THC-Liquid, wenn man schon einen Vaporizer hat?

Ich finde eine E-Dampfe irgendwie cooler. Der Dampf ist mild, das Gerät ist billig, unauffällig im Strassenbild und stinkt nicht nach Gras. Die Batterie hält ewig, die THC-Ladung auch, weil Kiffer nur ein paar Züge brauchen von einem Tank für Leute, die drei Packen Zigaretten am Tag ausgleichen wollen. Insgesamt ist die Technik schneller und bequemer als ein Vaporizer. Außerdem fühle ich mich beim Vaporizer immer verpflichtet, eine ganze Portion zu ballern. Mit der E-Dampfe kann ich winzige Einheiten nehmen, der Mediziner würde von Titration sprechen. Das ist perfekt für ein paar Züge zwischendurch und zum Wake and Bake, wie früher der halbe Joint, der morgens im Aschenbecher lag. Nur dass es nicht nach Aschenbecher schmeckt.

Es schmeckt nach ziemlich wenig. Das ist der einzige Nachteil, beim Decarboxylieren sind alle Terpene verdampft, da schmeckt man nur noch E-Juice mir leichtem Röstaroma. EJmix gibt es auch aromatisiert, aber in einer idealen Welt, würde in der Hanffabrik die Pflanze in ihre Bestandteile zerlegt und die Dampfzubereitung mit den natürlichen und naturidentischen Terpenen wieder angereichert. Sowieso, die E-Zigarette lässt die Zukunft erahnen. In der wird die Agrarindustrie Hanf anbauen und im Laden wird es Tabletten und Extraktinhalatoren geben. Unsere Kinder werden Hanfblüten und Joints vielleicht nur noch aus Erzählungen kennen – und sich wundern.

Genau wie Essen oder Vaporisieren, ist die E-Dampfe Hanfgenuss auf einem höheren Level. Das ist nichts für eingefleischte Raucher, die wollen, dass es qualmt und ballert. Auch taugt die Dampfe nicht wirklich für die chillige Runde. Gedampfter Hanf ist eine Medizin, man bietet seinen Freunden ja auch keine Aspirin an. Man entscheidet, ob man das Medikament grade braucht, nimmt es und geht dann tun, was man tun wollte.

Wenn der Vaporizer der Familienkombi für Großeinkäufe und Schwertransport ist, dann wäre die E-Dampfe mit THC-Liquid der schicke, flotte Vesparoller. Man braucht sie nicht, aber wenn sie da ist, findet sie Platz und wird häufig und gern genutzt.

Mein Kollege Lorenz hat übrigens einen Follow-Up-Artikel geschrieben, indem er euch noch ein paar Pro-Tipps zur Herstellung von Liquid gibt. Thema beste Cartridge, Terpene und wo du sparen kannst. KLICK MICH.

Alice Wunder

Ich bin gebürtiger Rheinländer, Journalist und Lebenskünstler. Als Alice Wunder (männlich, verheiratet) schreibe ich eigentlich nur für meinen Blog meinedrogenpolitik.wordpress.com Dort versuche ich, seit Anfang 2015 Geisteszustände zu erforschen. Und natürlich soll das verehrte Publikum gut unterhalten werden. Eigentlich wollte ich mal einen Artikel über Cannabis-Rausch schreiben und habe Daniel kontaktiert. Daraus wurde aber nichts, denn er hat mich gleich angeheuert, ab und zu bei Cannabis-Rausch mitzumachen. Denn ich verfüge über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit Cannabiskonsum. In meiner Jugend, in den 1990er Jahren bei Köln hat mir das Kraut mein Abitur gerettet. Denn oft war eine Kaffeefahrt ins nahe Maastricht während einer Freistunde die einzige Motivation, überhaupt in der Schule zu erscheinen. Dann aber war ich sehr angepasst, friedlich und entspannt im Unterricht körperlich anwesend und wurde für dieses Engagement mit guten Noten belohnt. Die Kehrseite der Medaille sind wenig lebenspraktische Fähigkeiten, dafür viel Liebe zur Literatur, welche ich gern in eigenen Texten auslebe.

3 Gedanken zu „Cannabis-Liquid: Selbstgemachtes THC-Liquid für die E-Zigarette

  • April 3, 2019 um 1:50 pm
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    Hallo ihr gleichgesinnten Dämpfer!
    Ich hab mir das dab magic 15ml concentrat besorgt! Kann mir da jemand ne gute und brauchbare Anleitung, wenn möglich mit Hasch!? Bitte gebt mir paar Tipps, wäre euch echtt dankbar
    LG Shadow

    Antwort
    • April 3, 2019 um 5:30 pm
      Permalink

      Wie Du aus dem Artikel lesen kannst, befinden wir uns da auch noch in der Experimentierphase. Ausserdem tut sich da grade jede Menge an Neuentwicklungen. Ich empfehle Dir, zum Beispiel in der Facebook-Gruppe „Dabbing Kommune“ vorbezuschauen. Da findet ein reger Erfahrungsaustausch um neue Produkte und richtige Methoden der Verarbeitung statt.

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  • Juli 9, 2019 um 8:45 pm
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    War ganz amüsant den Artikel zu lesen. Interessant was sich die Leute alles einfallen lassen. Für alle die „normal“ Dampfen wollen gibt es die üblichen Liquids, mit Nikotin oder ohne. CBD sollte mittlerweile auch weitgehend erhältlich sein.

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