CBD Blüten – Verbraucher-Täuschung vom feinsten

Dass Propaganda – aka Public Relations – aus der Cannabisbewegung selbst entstehen, ist mehr als eigenartig. Vielmehr steht die Cannabisbewegung im allgemeinen für Aufklärung statt für Propaganda. Wenn der Ruf des Geldes ertönt, kippen die einst noch so hoch gesteckten Ideale sehr schnell um. Zur Zeit lässt sich in Deutschland mit der Pflanze Cannabis nur spärlich Geld verdienen. Zum einen hätte man da den medizinischen Cannabis Markt, der letztes Jahr streng reguliert freigegeben wurde. Dieser Markt ist allerdings nur für Unternehmen interessant, die mehrere Millionen Euro in die Hand nehmen. Beispielhafte Firmen haben wir auch schon des Öfteren in anderen Artikeln unter die Lupe genommen. Ein Paradebeispiel hierfür ist wohl Hapa Medical. Oder auch Leafly.de, die mit einem großen medizinischen Cannabisunternehmen aus Kanada zusammenarbeiten, die Hanfblüten aussterben lassen wollen.

Die Mittel der Propaganda, die einst im ersten Weltkrieg erschaffen, im zweiten verfeinert und seitdem mehr und mehr in der Privatwirtschaft etabliert wurden, nehmen immer gewaltigere Ausmaße an. Die Mechanismen findet man heute überall wieder, nur kapiert kaum ein Mensch, wie sehr er von vorne bis hinten von den Unternehmern verarscht wird. Wer etwas verkaufen will, der muss sich nur dem Unterbewusstsein des dummen Endverbrauchers widmen. Nicht schwierig und keine große Kunst, dennoch schwer durchschaubar.

Nun widme ich mich heute einer sehr kleinen Nische der Verbrauchertäuschung. Und zwar CBD-Blüten. Diese CBD-Blüten werden für rund 60 € für 5g verkauft, also 12 € pro Gramm. Dies allein ist schon unglaublich, denn mehr als 3€ pro Gramm sind die EU-Hanfsorten nicht wert. Denn, wie schon oben erwähnt, lässt sich in Deutschland bisher nur schwer legal mit Cannabis Geld verdienen. CBD-Produkte, insbesondere CBD-Blüten, sind ein Produkt, mit dem sich durch geschickte Vermarktung und PR sehr viel Geld verdienen lässt. Selbst Quereinsteiger realisieren Millionenumsätze mit CBD-Blüten.

Rechtliche Situation in Deutschland.

Nun möchte ich erstmal erklären, wie die rechtliche Situation bezüglich CBD-Blüten in Deutschland aussieht. CBD-Blüten sind in Deutschland für den Endverbraucher per se illegal. Nun werden viele sicherlich aufschreien, dass dies nicht der Fall sei, wenn der THC-Gehalt der CBD-Blüten unter 0,2% liegt. Auch das stimmt jedoch nur bedingt. CBD ist nicht in den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt. Die in Deutschland gelisteten EU-Hanfsorten sind NICHT für den privaten Konsum in Form von CBD-Blüten gedacht. So hat es unter anderem auch das Oberlandesgericht Hamm im Jahr 2016 gesehen, wo ein gewerblicher Betreiber eben diese Form der CBD-Produkte an Endverbraucher vertrieben hat. Das OLG sieht Hanf erst dann als unbedenklich, wenn daraus schicke Shirts, Papier, Seile oder ähnliches hergestellt wird. Und eben keine CBD-Blüten, oder gar CBD-Hasch. Sprich, kann man die CBD-Produkte konsumieren – rauchen, verdampfen oder sonst was – dann ist es nicht legal. Es gibt nicht viele Urteile zu CBD-Produkten, dennoch steht fest, dass insbesondere CBD-Blüten ILLEGAL sind, da sie offenkundig missbräuchlich verkauft und vermarktet werden.

Da wären wir auch schon bei einem weiteren großen Problem, das mir schon seit Jahren gewaltig auf den Sack geht. Die EU-Hanfsorten sind per se nicht zum Rauchen gedacht, da diese einfach widerlich schmecken. Es gibt die ein oder andere EU-Hanfsorte, die man rauchen kann, aber ganz ehrlich, wer das raucht, wird schnell merken, dass es sinnlos und kein kulinarischer Genuss ist. Pfui. Eine Sorte die man ganz gut rauchen kann, ist die Futura 75. Noch nie gehört? Kein Wunder. Die meisten CBD-Blütenverkäufer geben ihren Blüten und Konzentraten auch klangvolle Namen wie Purple Haze, Cookies, Gelato, Amnesia, So Mango und so weiter. Und betiteln diese dann als „Aromablüten“. Sie raten zwar vom Verzehr ab, aber laden dutzende Meinungsverstärker zu sich in den hippen CBD-Headshop ein, um im Sinne des Zeitgeistes in allen sozialen Medien mit ihren überaus hübsch designten Verpackungen Social Media zu bestimmen.

In Deutschland macht sich ein Trend breit, indem der Headshop neu erfunden wird. Hauptprodukt: CBD Produkte in jeder Ausführung. Zugpferd: CBD-Blüten mit klangvollen Namen, die mit der Futura 75 nicht im entferntesten verwandt sind. Klar, die lokale Wurstpresse kommt bei Pressemitteilungen über CBD-Blüten, die nach echten, THC-haltigen Cannabissorten benannt werden, gerne vorbei. Der unwissende Endverbraucher denkt, er würde ein tolles Produkt kaufen, das eventuell sogar wirkt. Doch jedwede Wirkung bleibt oft aus,  da die CBD-Blüten oft nicht oder nur knapp die 3%-Marke CBD-Gehalt knacken.

Neuerdings werden sogar hippe Pop-Up-Stores in Berlin eröffnet, in denen CBD-Blüten verkauft werden – klar, mit klangvollen, irritierenden Namen. Als Zugpferd der Propaganda holt man sich noch Musiker wie Marvin Game ins Boot, sodass die naive Zielgruppe garantiert in den schön gestalteten Pop-Up-Store kommt. Ich habe selten so eine große Verbrauchertäuschung miterlebt wie aktuell bei den CBD-Blüten. Vom CBD-Boom kann selbst Nestlé noch was lernen.

Auch die Transparenz ist ein Witz. Keiner gibt an, wo denn genau die CBD Blüten her kommen. Einige der in Deutschland angebotenen CBD Blüten sind definitiv keine EU Hanfsorten. Denn sie schmecken wirklich gut. Vielmehr sind es wohl CBD Blüten von unseren Schweizer Nachbarn, die nämlich selber ihre CBD Pflanzen kreuzen können und somit über die Jahre sehr schöne Sorten entwickelt haben. Diese haben aber nichts mit den EU Hanfsorten zu tun. In Deutschland muss nämlich jedes Jahr wieder neues Saatgut gekauft werden, also nichts mit Selektierung und Weiterentwicklung der besten Blüten, Samen und Pollen. EU Hanfsorten sind jedes Jahr aufs neue ekelhaft, und nur gut für Papier, Textilien und Co…

Das OLG sieht Hanf erst dann als unbedenklich, wenn daraus schicke Shirts, Papier, Seile oder ähnliches hergestellt wird.

Viele der  CBD-Blüten-Verkäufer sind sogar so naiv, dass sie ihre Produzenten in der Schweiz besuchen und dann coole, authentische Instagram Livestreams machen. Mann, die dokumentieren sogar ihre illegalen Aktivitäten und kommen damit auch noch davon – bis jetzt – zum Glück.

CBD – eine Gefahr für die Legalisierung?

Der CBD-Boom ist eine große Blase. Denn eines steht fest: keiner wird Stammkunde von EU Hanfsorten in Blütenform. Aus vertraulicher Quelle wurde mir mitgeteilt, dass gegen eben diese CBD-Blüten-Verkäufer bald geklagt wird. Denn die ehrlichen CBD Händler, die mit offenen Karten spielen, haben das nachsehen gegenüber der Konkurrenz mit Schweizer Premium-Blüten. Daher ist es nur eine Frage der Zeit bis entweder der Staat oder die Konkurrenz dem Ganzen einen Riegel vorschiebt. Was meiner persönlichen Meinung nach auch wirklich Zeit wird. CBD an sich ist ja ein sehr gutes „Produkt“, es kann bei einer Vielzahl von Beschwerden helfen.

Ich finde es erschreckend, welche Züge die Cannabisbewegung in manchen Facetten annimmt und da ist die Verbrauchertäuschung der CBD Blüten Verkäufer nur die Spitze vom Eisberg. Es wird der richtigen Legalisierung schaden, das steht fest. Denn wenn die light-Cannabisindustrie in Deutschland schon so viel Mist baut, werden die Gesetze vom Staat nur noch härter. Es braucht mehr und mehr Aufklärung, sodass die Endverbraucher wissen, was sie da kaufen und dass sie sich im Zweifel auch strafbar machen können. Denn wer in Bayern zum Beispiel mit Schweizer CBD Blüten erwischt wird, dem ist eine Strafanzeige garantiert.

Wenn man eine gute Propaganda aka PR betreibt, kann man sehr viel verkaufen. Man muss den schlechten Dingen nur einen neuen Namen geben und kein Mensch wird den Betrug merken. Wird sich in den nächsten Monaten nichts verbessern, wird von uns eine Liste der vertrauenswürdigen CBD Händler kommen und von denen, die kurz gesagt Betrüger sind. Also, wenn ihr irgendwo klangvolle Namen wie: Gelato, Purple Haze, Master Kush oder sonst was hört: lasst die Finger davon!

Daniel

Ich bin im Jahr 1987 im Norden von Deutschland geboren und kann daher eine Heidschnucke von einem normalen Schaf unterscheiden. Den größten Teil meines noch kurzem Lebens habe ich in Berlin verbracht. Seit 2018 bin ich ein digitaler Nomade. Ich liebe Mode, ohne schnelle Autos kann ich nicht leben, bin ein Serien Junkie und Cannabis ist für mich mehr als nur ein Hobby.

7 Gedanken zu „CBD Blüten – Verbraucher-Täuschung vom feinsten

  • Juni 4, 2018 um 4:45 am
    Permalink

    Also ich gebe dir ja Recht was Schindluder und sich wichtig machen angeht. Aber was einfach nicht stimmt ist, dass jeder hier Unfug treibt. Ja es sin Schweizer Kreuzungen mit Nutzhand Sorten. In der Basis steht ein finola, Futura oder sonstiges. Dass die Pflanzen schlecht sind oder der heimischen Konkurrenz schaden ist doch einfach Käse. Ich finde es sogar prima wenn man sich erkundigt und begutachtet bevor man Ofenblüten importieret und verkauft.

    Du solltest es mal aus einer anderen Perspektive sehen. Wir machen Pionierarbeit in Sachen Entkriminalisierung, bin aber auch für eine Regulierung der freien Marktwirtschaft. Was in der Schweiz passiert ist, sollte bei uns nicht passieren. Und die Schweizer verkaufen ihre. Blüten auch zu solchen Preisen und das zurecht.

    Du scheinst keine Ahnung zu haben was es bedeutet ein Unternehmen zu führen und zu wirtschaften. Mal ganz davon abgesehen, dass wir ganz vielen Menschen helfen mit unseren Produkten.

    Ich find es ziemlich Heuchleriasch, dann von einem selbsternannten Hanf Liebhaber so eine Propaganda zu lesen, die wohl nur der eigenen Profilierung dient.

    Lg
    Chris von cannagood.de

    Antwort
    • Juni 4, 2018 um 11:58 am
      Permalink

      Danke für deinen Kommentar. Was genau stört dich an diesem Artikel? Ich berichte nur das viel Verbrauchertäuschung betrieben wird und CBD Blüten sind nunmal illegal, dass haben nun schon mehrfach verschiedene Gerichte so bestätigt. Das Problem sind doch unsere Gesetze und nicht das ich unsere Leser informiere. PS: ich bin schon seit über 12 Jahren ein erfolgreicher Unternehmer

      Antwort
  • Pingback:Tom Hemp's: Wenn Amis in Deutschland CBD-Shops eröffnen

  • Juni 4, 2018 um 9:32 pm
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    Gibt das Hanf endlich frei.!

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  • Juni 11, 2018 um 7:46 am
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    CBD im Langzeittest.

    Ich leide seit 35 Jahren an Morbus Bechterew. Seit März 2017 habe ich 25 Ärzte darunter auch meinen Rheumatologen und bei einem Termin die Schmerzambulanz um ein Rezept für Cannabis als Medizin angesprochen – negativ.

    Ich benutze seit Januar 2015 CBD. Zuerst als Öl und seit 7 Monaten als Hanflüten-Tee mit 2 bis 4 % CBD gesamt (auch bei 120 C° bis 200 C° dekarbonisiert). Geraucht eine Zumutung.

    Wirkung gegen Schmerz ist fast Null.
    Reduzierung der Verspannungen und Steifheitsgefühl gering.
    Wenig bis keine Verbesserung auf die vorhandene Coxarthrose, Wirbelschäden, etc.

    Dafür erlebe ich das typische Wurstgefühl und Trägheit bei hoher Dosierung.
    Schmerzen nehmen teilweise sogar zu – wahrscheinlich weil die Filter runter gehen.
    Die Werkshow der Krankheit beginnt. Man wird gewahr, was im Körper alles nicht stimmt. Eigentlich besteht man nur noch aus Schmerz der ständig da ist. Man dehnt, massiert, macht ein bischen Tensegrity, Yoga, Feldenkrais, läuft wie ein Hund im Kreis.

    Bei richtigem gesundem Cannabis mit THC werde ich u. a. ruhiger, entspannter, schmerzfeier und belastbarer. Leider bin ich seit ich vor 20 Jahren das Führerscheinding (über Nacht im Knast, Hausdurchsuchung mit Hunden, MPU, Urintests …) durchlebte abstinent – die Paranoia nochmal abgezogen zu werden ist einfach zu groß.

    Plakativ zusammengefasst:
    Es ist nicht das CBD!

    Antwort
  • Pingback:Mary Jane Teil 2 – Lorenz‘ Grasgeflüster - Cannabis-Rausch.de

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