So macht man BHO: Das goldene THC zum dabben.

Jeder kennt wohl die Fotos, auf denen Joints mir golden-glitzernden Schlangen verziert sind. Man munkelt, manche Leute würden sich deswegen Honig auf ihre Joints schmieren und denken, davon würde irgendwas besser. Wer bescheid weiß, weiß aber: Das ist Haschöl, konzentrierter, hochreiner Wirkstoff der Hanfblüten. Pures THC, das Premium-Produkt der legalen Hanf-Genussmittelindustrie aus Amerika.

Auf Englisch hat das viele Namen, BHO (Butane Honey Oil) RSO (Rick Simpson Oil), Rosin, Dabs und viele mehr. Technisch gesehen sind solche wirkstoffreichen Konzentrate Pflanzenharz. Öl wäre eigentlich das, was aus Samen gepresst wird. Es gibt nämlich auch Hanfsamenöl, das ist aber genauso langweilig, wie Sonnenblumenöl. Zu dem lustigen sagt man dann Haschöl, solange es wirk, ist es egal, ob das richtig ist oder nicht.

Extrakte sind nämlich super, ich bin ein großer Fan davon.

Extraktion macht mittelmäßiges Gras besser und gutes bombastisch. Der Rausch wird stärker und viel angenehmer. Man lernt den Unterschied zwischen breit und HIGH. Haschöl macht mich total verstrahlt, aber ich bleibe sozialkompetent und fühle mich klar, bekomme keine Beklemmungen und keine trübsinnigen Gedanken. Auch die Nachwirkungen vom Konzentrat sind angenehmer, als von Gras. Sicher, wir alle glauben fest, dass Cannabis keinen Kater macht. Aber so eine gewisse Bettschwere und Nachverpeiltheit bleibt am nächsten Tag. Und die ist bei Konzentraten milder und schneller wieder weg.

Nach dem ich ein wenig mit Isopropanol das sogenannte Rick Simpson Oil extrahierte, forschte ich über BHO, also mit Butangas gelöstes Haschöl. Das ist das Original, mit Butan wird schließlich Shatter gemacht, das dursichtige, gelblich glitzernde Hanfgold, das auf Fotos so lecker aussieht. Aber auch die blickdichten Extrakte, die je nach Konsistenz, Wax, Crumble oder Budder genannt werden, wurden mit Butan oder anderem Flüssiggas hergestellt. Shatter gelingt nur, wenn alle Bedingungen stimmen, aber die anderen Extrakte sind genauso gut.

 

Wenn man einschlägige Videos sieht, denkt man, das können nur Leute, die das Gras Kiloweise herumliegen haben. Dann wird eine riesige Röhre vollgestopft und Dose für Dose Butangas durchgejagt, genug um damit einen halben Häuserblock zu sprengen. So viel Gras hätte ich auch gern, hab ich aber leider nicht. Kann ich auch BHO machen, wenn ich nur ab und an mal für n Fünfziger was hole?

Tatsächlich gibt es für wenig Geld kleine Glas-Extraktoren, da passen etwa 5 Gramm rein. Da müsste man schnell mal bißchen BHO durchzischen können.

 

Nach ausgiebiger Beratung durch Stefan Müller von Dabbing.de kaufte ich den Secret Smoke für 7 €, dazu ein Stück PTFE-Folie und ein paar Flaschen Butangas. Die Folie für 14 € und das Butan mit fast 6 € pro Flasche waren da schon recht happig. Aber ich glaube, die Anschaffung lohnt sich.

Also fix die Röhre mit zerbröseltem Gras vollgemacht, unten mit Filterpapier und nem Kabelbinder verschließen und erst mal in die Tiefkühltruhe.

Warum man alle Hanfveredelung gern bei Kälte macht, weiß ich nicht. Beim Haschischsieben brechen gefrorene Trichome leichter, aber warum Kälte Lösungsmittel besser arbeiten läßt, konnten mir auch Chemiker nicht zureichend erklären. Angeblich löst sich dann weniger Chlorophyll. Wahrscheinlich ist es einfach Tradition.

Auf dem Balkon steht eine Schüssel mit PTFE-Folie ausgelegt im heißen Wasserbad. Da wird die Butansuppe aufgefangen. Das sollte immer draußen passieren. Mit meinen kleinen Mengen krieg ich bestimmt nicht die Bude in die Luft gejagt. Da brauch ich nur einmal ne Sekunde die Dose aufdrücken. Man sieht, wie der Wirkstoff im goldigen Strom aus dem Glas fließt, aber schon beim dritten Stoß wird der Strom farblos. Da ist kaum genug Gas für zwei Feuerzeugfüllungen durchgegangen. Bei dem bißchen ist das nicht so gefährlich. Aber ich versteh schon, wie leicht man leichtsinnig werden kann, so leicht ist das. Das Zeug sieht beherrschbar und träge aus, aber ist halt zum Feuermachen gedacht.

Nach 10 Minuten ist das Gas dann verdampft und eine klebrig-goldene Schicht bleibt zurück. Ziemlich ungeduldig und gierig machte ich mich ziemlich schnell daran, das Harz von der Folie zu kriegen. Von allein ging es nicht ab, aber schließlich drehte ich mit einem Metallspatel über die Folie, ähnlich wie auf nem Zuckerwattestengel wuchs der Harzbobbel. Die Folie lohnt sich, das ging dann doch leichter, als das Zeug von ner Porzellanschüssel zu kratzen.

Den Glanz verlor das Harz aber sofort, es wurde trüb mit vielen Einschlüssen. Das ist dann alles Butan und sollte eigentlich entfernt werden. Das geschieht normalerweise in einer Vakuumanlage, die kosten von nur wenigen Hundert bis zu mehreren Tausend Euro und sollten im Haus sein, wenn das Gras Kiloweise in der Bude liegt. Hab ich nicht. Will ich nicht. Kann ich nicht. Ich will kiffen.

Ohne Vakuumpumpe müsste ich das Konzentrat erst mal Tage und Wochenlang ausgasen lassen. Das ist ein total realistisches und absolut erwartbares Verhalten, damit ich auch ja keine Kleinstmengen Butan inhaliere. Nicht. Also erst mal ein lecker Krümel verschmurgelt und dabei über Butan und seine Schädlichkeit gelesen. Vergiftet fühlte ich mich noch nicht. Und schmecken tat es ganz wunderbar im Vaporizer.

Butan ist furchtbar schlimm und muss raus aus dem Haschöl.

Wir machen uns die Mühe, die Seele der Hanfpflanze reinzuwaschen, dann soll auch keine Chemie mehr drin sein.

Muss ich jetzt sterben? Ja, bestimmt irgendwann. Aber erst mal nicht wegen dem Butan in meinem Dab. Butan selber ist nicht wirklich giftig. Sonst würde es auf Wikipedia stehen, da steht aber nur was von brennbar. Klar, es ist nicht gesund. Wenn man’s pur inhaliert – es gibt wohl Leute die das tun – kann man direkt ersticken oder bei häufiger Anwendung sich das Gehirn doofschnüffeln, es kann nämlich Nervenzellen zerstören.

Schließlich kann Butan als starkes Lösungsmittel alle möglichen Giftstoffe binden. Es kommt von der Erdölindustrie, die ist böse und scheut nicht den Umgang mit Giften. Nee, ehrlich, schlecht gereinigtes Gas kann jeden Mist enthalten. Schließlich wird es noch absichtlich mit giftigen Schwefelverbindungen versetzt, zur Sicherheit, damit es den typischen Gasgeruch kriegt. Weshalb mir zum Extrahieren ohne Vakuumpumpe das extra teure, hochreine Gas empfohlen wurde.

Butan also ist das Glutamat der Haschölkiffer: alle hassen es, aber die Giftigkeit nachweisen kann man nicht so richtig. Es gibt sogar Grenzwerte, die wurden in Colorado sogar erhöht, wie Leafly vor einem Jahr ausführlich beschrieb. Dann behaupten wieder Leute, die Panik um Butan wird von professionellen Produzenten gern befeuert, weil sie nicht wollen, dass sich Kids in die Luft sprengen, und damit die Szene in Verruf bringen. Denn die wahren Konzentrate sollten nur Firmen mit teuren Anlagen herstellen. Propagiert wird hyperkritisches CO2, neurdings komplett lösungsmittelfreies, mit Hitze gepresstes Rosin. Dazu hier ein schöner Artikel auf merryjane.com

Keine Frage, das Ziel der Übung ist ein möglichst reines Produkt. Auch mit der Nachbehandlung kann man beeinflussen, was das Baby wird, krümelig, klebrig, oder hart wie Glas und durchsichtig glänzend. Was also muss ich tun und was kann ich tun?

Das Kraut im Glasrohr roch noch gut, also startete ich einen zweiten Durchlauf. Da kam noch eine kleine Menge raus, die ließ ich bewusst gute zwei Stunden auf der Folie über heißem Wasser. Diese Ernte war schon ganz anders, trockener, krümeliger, blieb auch durchsichtig, wenn auch sehr viel dunkler. Sollte mir auf Anhieb Shatter gelingen?

Beide Klümpchen drückte ich dann flach und legte sie noch mal ne gute Stunde und länger auf heißes Wasserbad. Dafür eignen sich die RAW-Pergamente ganz hervorragend. Tatsächlich, die erste, schlampige Ernte warf noch jede Menge Blasen auf. Da war noch viel Gas drin gewesen. Am Ende sehen beide ähnlich aus, eine gelbgrüne, blickdichte, aber homogene Masse.

Mein erstes BHO habe ich damit für fertig erklärt. Viel war es nicht, aber das Gras war auch nicht besonders stark. Aber jetzt als Konzentrat ballert es herrlich. Das Wirkprofil des Krautes bleibt erhalten, ist aber extrem verstärkt. Das Produkt schmeckt ganz phantastisch, sogar aus meinem Gras-Vaporizer, der nur behelfsmäßig für Öle geeignet ist. Ich werd‘ mir jetzt ein anständiges Gerät zum Dabben besorgen. Habt ihr schon eins?

Gastautor

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4 Gedanken zu „So macht man BHO: Das goldene THC zum dabben.

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