THC-Liquid für die E-Zigarette. Anleitung zum Herstellen

Über kurz oder lang wird Genußhanf ein normales Produkt im Ladenregal sein. Rauchen wird dann niemand mehr, der qualmende Joint gehört der Vergangenheit an. Präzise dosierte Tabletten und Tropfen sind die Zukunft. Wer dann unbedingt noch inhalieren will, greift zu THC-Liquid im Verdampfer.

Das haben wir schon ausprobiert und es war sehr, sehr angenehm. Weil es aber bei uns noch ein Weilchen dauert, bis es die Kapseln im Laden zu kaufen gibt, müssen wir wohl oder übel unser eigenes Süppchen kochen und Euch davon direkt brühwarm erzählen. Dieser Artikel ist mal wieder ein rein theoretischer, denn niemand bei CR hat die Absicht ein Liquid herzustellen, wir beschreiben hier heute erst mal nur, was wir täten, wenn wir es wollten.

Es kann sich nämlich nur noch um wenige Monate handeln, bis wir erstens genug Konzentrat in der Schublade haben, das zweitens, aus wunderlichen Gründen genügend lange nicht weggedabbed wird, bis schließlich drittens, der liebe Daniel genügend Spesen springen lässt, dass wir Dampferflüssigkeit und eine billige E-Zigarette besorgen können. Bis dahin recherchieren wir im Internet und dürfen mit Stolz allen Drogenfahndern und besorgten Eltern mitteilen:

Ja, jeder E-Zigaretten-Dampfer könnte ein illegaler Kiffer sein.

Diese Erkenntnis ist ungefähr so schlimm wie die, dass jede selbst gedrehte Zigarette Haschgift enthalten könnte. Nur jetzt neu mit schicken E-Pens. Es muss noch nicht mal illegal sein. Es gibt sogar Liquids mit synthetischen Cannabinoiden, den berüchtigten Legal Highs. Die sollen sogar angenehmer sein, als die Kräutermischungen zum Rauchen und nicht direkt verrückt machen. Die interessieren uns aber nicht, CR beschäftigt sich nur mit echtem Cannabis.

Jetzt also Kiffen mit E-Zigarette. Da will natürlich keiner drüber laut reden. Polizei und Politik nicht, weil sie dann wieder von ihrem eigenen Unsinn Kopfschmerzen bekommen. E-Dampfer nicht, weil sie, wie früher die Raucher auch, nicht mit uns Haschgiftverbrechern in einen Topf geworfen werden wollen. Und wir Kiffer reden nicht, sondern dampfen still vergnügt. Wenn wir welches hätten. Das ist nämlich alles mal wieder gar nicht so einfach.

Die E-Zigarette ist ja schon in die geordnete, bundesrepublikanische Drogenrealität reingegrätscht wie ein völlig unerwarteter Mauerfall mit Wiedervereinigung. In der Beurteilung des Dampfes ist man sich immer noch nicht einig. Es wurden nämlich erschreckenderweise bislang noch keine Gesundheitsgefahren nachgewiesen und auch noch kein vernünftiges Konzept zur Besteuerung gefunden.

Nikotin ohne krebserregenden Rauch, in unbekannten Flüssigkeiten, die noch überhaupt nicht zum Dampfen reguliert wurden. Da lauert natürlich überall das Schreckgespenst der Verharmlosung, auch und weil englische Ärzte den Dampf als Wundermittel der Rauchentwöhnung preisen. Harmlos Rauchen, das geht in Deutschland natürlich gar nicht. Wir kennen nur suchtkrank oder totalabstinent. Nikotin und seine Entwöhnung interessiert uns jetzt aber auch nicht. Wir wollen da THC reinpacken.

Dazu muss man eigentlich nur Haschöl in E-Liquid auflösen = THC-Liquid.

Eigentlich. Da haben wir aber gleich wieder so ein Cannabis-Problem: Das Hanfharz ist zäh und hat einen extrem eigenwilligen Siedepunkt. E-Zigaretten verdampfen gemütlich unter 100° C, unser THC aber erst offiziell ab 160, 180 bis 200° C wären besser. Außerdem wirkt es bei niedrigen Temperaturen nicht. Bevor wir es auflösen, müssen wir unser Haschöl erst mal decarboxylieren, also mit Hitze behandeln. Eine halbe Stunde bei 120 bis 140° C im Backofen müssten ausreichen. Jetzt soll es also ins Liquid. Da gibt es 1001 Rezepte für. Dazu wird das decarboxylierte Konzentrat meist erst in Alkohol gelöst und dann mit einer Geheimrezeptur aus den üblichen Dampferstoffen, Propylenglycol (PG), Polyethylenglycol (PEG) und pflanzlichem Glycerin (VG) gemischt.

Wegen seiner Zähigkeit bleibt das gute THC aber leider nicht gern in der Lösung. Es gibt einen Haufen Gründe, weshalb es schnell wieder ausflocken kann. Da können Schmutzpartikel als Kristallisationskerne wirken, unbehagliche Temperaturen oder zu viel oder zu wenig Erschütterung, oder weiß der Teufel was wirken. Wenn’s aber, aus welchen Gründen auch immer, passiert ist, kann man die Kapsel mit viel THC drin wegschmeißen. Wollen wir gar nicht erst ausprobieren. Da gibt’s doch bestimmt was. Leider nicht von Ratiopharm. Denn die Wunder-Spezialmischung namens EJmix kostet nämlich stolze 19,90 € für 50 ml.

Die Preise für Dampfer-Base zum selber mischen dagegen bewegen sich zwischen 10 und 40 Euro. Pro Liter. Dafür soll EJmix, ein Spezialrezept aus unterschiedlich langen PEG-Ketten, garantiert stabile Liquids mit Pflanzenharzen erzeugen. Es ist ja für ’nen guten Zweck. Laut Herstellerbeschreibung muss das aktivierte (decarboxylierte) Konzentrat in dem EJmix bloß 10 Sekunden in der Mikrowelle, ersatzweise im Warmwasserbad, auflösen. Fertig ist der Lack. Hört sich gut an, werden wir dann so machen und natürlich von berichten.

Alice Wunder

Ich bin gebürtiger Rheinländer, Journalist und Lebenskünstler. Als Alice Wunder (männlich, verheiratet) schreibe ich eigentlich nur für meinen Blog meinedrogenpolitik.wordpress.com Dort versuche ich, seit Anfang 2015 Geisteszustände zu erforschen. Und natürlich soll das verehrte Publikum gut unterhalten werden. Eigentlich wollte ich mal einen Artikel über Cannabis-Rausch schreiben und habe Daniel kontaktiert. Daraus wurde aber nichts, denn er hat mich gleich angeheuert, ab und zu bei Cannabis-Rausch mitzumachen. Denn ich verfüge über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mit Cannabiskonsum. In meiner Jugend, in den 1990er Jahren bei Köln hat mir das Kraut mein Abitur gerettet. Denn oft war eine Kaffeefahrt ins nahe Maastricht während einer Freistunde die einzige Motivation, überhaupt in der Schule zu erscheinen. Dann aber war ich sehr angepasst, friedlich und entspannt im Unterricht körperlich anwesend und wurde für dieses Engagement mit guten Noten belohnt. Die Kehrseite der Medaille sind wenig lebenspraktische Fähigkeiten, dafür viel Liebe zur Literatur, welche ich gern in eigenen Texten auslebe.

4 Gedanken zu „THC-Liquid für die E-Zigarette. Anleitung zum Herstellen

  • Pingback:Die Alternative zum Joint – THC Liquid - Nur auf Cannabis-Rausch.de

  • Pingback:Cannabis-Liquid: Selbstgemachtes THC-Liquid für die E-Zigarette

  • Pingback:CBD: Diese CBD-Produkte haben das beste Preis-Leistungsverhältnis.

  • September 30, 2018 um 4:26 pm
    Permalink

    Hallole
    Jetzt bin ich doch glatt, als eingefleischter Dampfer, dank der Tante G, über eure Seite gestolpert.
    Die Frage, wie bekomme ich Erfreuliches in ein Alltagstaugliches Format, interessiert mich schon länger. Was mir an dem recht unterhaltsamen Beitrag auffällt, ist eure jungfreuliche Sicht auf die Dampferwelt.
    Man kennts nicht, hat ein bischen was gesehen und gelesen, übrig bleibt eigentlich keine Ahnung haben.
    E-Pens (die Kulidinger) sind ein Versuch der Tabakindustrie, in den Markt zu komen. Technisch vollkommen untauglich, mit Liquids die ebenso viel Chemie enthalten, wie die Zigarette. Einem Dampfer wird schlecht, wenn er diese Dinger nur sieht. Ich schlag mal vor, einfach bei einem Dampferstore im Netz reinzuschauen, nur um mal einen Blick auf die Realität zu werfen. Etwa INTASTE.de, die haben so ziemlich das gesamte Spektrum.
    Noch ein wenig Chemie gefällig. An den Wicklungen der Verdampfer einer E-Ziggi (da wird der Dampf produziert, herrschen ca. 220 Grad, alleine schon weil der Siedepunkt der beiden Trägersubstanzen im Liquid bei knapp 200 Grad liegt.
    Ach, ich wirke nicht gerne so oberschlau, aber irgendwie ist der Ansatz des Versuchs THC ins Liquid zu bekommen, nicht ganz realistisch geschildert. Interessieren würde mich es schon, Nehmt euer KnowHow aus eurem Bereich und holt euch KnowHow aus der Dampferecke. Dann wird ein Schuh draus, für Alle.
    Dann grüss ich mal
    Thomas

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.