Buds richtig trocknen – Zwei Methoden und Anleitungen

Buds richtig trocknen – Zwei Methoden und Anleitungen

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

Die Trichome verfärben sich langsam ins bernsteinfarbene, die Blätter verfärben sich ins gelbliche: Die Pflanze ist bereit zur Ernte. Hier gibt es mehrere Methoden, die auch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen führen: Bereits der „Trim“, also das Entfernen der Blüten-Blätter, kann riesige Unterschiede machen…

Frisch schneiden/Wet-Trim:

Die wohl verbreiteste Methode in Deutschland. Der Pflanze werden die Äste einzeln abgeschnitten und die überstehenden Blätter von den Blüten entfernt. Dadurch ergibt sich sehr früh die typische „Bud-Form“. Nun werden die Äste kopfüber zum Trocknen aufgehängt, am besten in einem Pappkarton. Nach 7-14 Tagen (je nach Größe) sollten die Blüten durchgetrocknet sein. Der Stängel im Inneren der Buds sollte mit ein bisschen Widerstand glatt durchbrechen, ohne an einzelnen Fasern zusammenzuhalten.

Vorteil:
Das Schimmelrisiko ist minimal. Auch für die etwas ungeduldigen ist diese Methode definitiv zu empfehlen.

Nachteil:
Bei dieser Methode wird eigentlich nur das Wasser entzogen, jedoch nicht das kratzende Chlorophyll abgebaut. Die Buds sind nicht „ausgehärtet“, auch die Farbe der Buds verändert sich nicht stark. Den Geruch haben die Buds durch die frische Luft auch größtenteils verloren, beim Grinden kann es sein, das nur ein grünes Pulver entsteht. Qualitativ ist das also leider die unterste Stufe des Trocknens, in einem Coffeeshop wird solches Gras nie angeboten.

Trocken beschneiden und aushärten/ Dry-Trim + Curing:

Im Gegensatz zum Wet-Trim werden hier nur die größten, unverharzten Blätter entfernt. Auch versucht man, die Pflanze in möglichst großen Stücken zu trocknen, also möglichst wenige Äste abzuschneiden.

Auch hier wird die Pflanze kopfüber in einen Pappkarton gehängt. Da im Stamm, in den großen Ästen und den Blättern auch Wasser enthalten ist, dauert das Trocknen hier jedoch viel länger.

Das Ziel: Wir wollen den Enzymen und Bakterien in den Buds möglichst viel Wasser zur Verfügung stellen, OHNE das die Blüte dabei schimmelt. Durch die umgebenden Blätter wird außerdem der Geschmack und der Geruch besser konserviert.

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Nun wird es etwas kompliziert:

Sobald die Pflanzen so trocken sind, dass die an den Buds anliegenden Blätter vertrocknet sind, werden die Buds aus dem Pappkarton entnommen, von den Ästen entfernt und in luftdichte Gefäße (Plastikbox, Marmeladenglas o.ä.) verpackt. Mit in das Gefäß legen wir einfach ein kleines Hygrometer, um die Luftfeuchtigkeit zu überwachen.

ACHTUNG: Mindestens ein Drittel des Gefäßes sollte leer sein, sonst steigt das Schimmelrisiko!

Nun beginnt das Curing.

Innerlich sind die Buds zwar noch sehr nass, im äußeren Bereich aber sehr trocken: Das wollen wir jetzt ausgleichen. Nach 1 bis maximal 2 Tagen im geschlossenen Behälter sollte die Luftfeuchtigkeit bei ca. 80% liegen. Jetzt ist es Zeit, die Buds das erste Mal auszulüften (sonst schimmelt es!). Ihr lasst die Box also so lange offen stehen (mitunter einige Tage), bis die äußeren Blätter wieder genauso trocken sind, wie vor einigen Tagen. Sobald das so weit ist, Deckel drauf und wieder 1-2 Tage abwarten, bis die Feuchtigkeit wieder gleichmäßig verteilt ist.

Diesen Vorgang wiederholt ihr noch einige Male.

Bei jedem Durchgang sollte die Luftfeuchtigkeit in dem Gefäß um ungefähr 5-10% abnehmen. Wenn die Luftfeuchtigkeit sich bei ungefähr 60% einpendelt (und dort auch einige Tage bei geschlossener Box bleibt), kommt die Zeit des großen Wartens: 2-3 Wochen sollte man den Buds mindestens geben: In dieser Zeit bauen Bakterien und Enzyme mithilfe des verbliebenen Wassers das Chlorophyll ab, das Produkt wird „sanfter“ und angenehmer zu rauchen.

Überwacht zwischendurch immer mal die Luftfeuchtigkeit in der Box.

Die Box wird außerdem jede Woche einmal geöffnet, um frischen Sauerstoff an das Produkt zu bringen. Nach der dritten Woche könnt ihr wieder beginnen, den Deckel abzunehmen und die Feuchtigkeit langsam (und damit gleichmäßig!) zu senken.

ABER: Wirkliche Top-Qualität darf auch gerne mal mehrere Monate rumliegen… Umso länger die Blüten trocknen, desto härter werden diese. Spätestens im Grinder erkennt ihr aber wieder die „wahre Größe“.

Welche Rest-Feuchte euer Produkt haben soll, ist tatsächlich euch überlassen und hängt auch oft von der Sorte ab (ich persönlich mag 30-40%). Ich empfehle euch, die kleinen Blätter vor dem Rauchen abzuschneiden, oder einfach mit den Fingern abzukrümeln, je nachdem wie trocken euer Produkt ist. Die Blätter könnt ihr dann separat weiterverarbeiten bzw. veredeln.

Falls noch Fragen offen sind, einfach ab in die Kommentare damit! 

Ein Gastbeitrag von Meister Bob, dem Chefredakteur von Cannabis Tipps&Tricks.

Gastautor

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    3 Gedanken zu „Buds richtig trocknen – Zwei Methoden und Anleitungen

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