Kiffer Klischee. Wer die Legalisierung wirklich verhindert!

Ich habe vor kurzem einen Artikel über die Hanfparade (Hier geht es zum Artikel) geschrieben, die sind da ja nicht so gut bei weggekommen. Hier wird das Kiffer Klischee geprägt und medialisiert. In Wirklichkeit sind sie aber nicht das Problem, da sie auch nicht den größten Teil der Cannabis Konsumenten ausmachen.
Das weitaus größere Problem sind du & ich. Okay, du der jetzt gerade den Artikel liest vielleicht nicht. Aber vielleicht dein Freund, der auch kifft bis er grün wird.

Wir alle kennen sie, unsere Freunde, die auch so kiffen wie wir.

Die Cannabis eben auch, genau wie du & ich, als „after Fitness Studio“ Joint oder sonst was nutzen. Nur mit dem kleinen, aber extrem gewichtigen Unterschied, das er oder sie es niemals ihren Arbeitskollegen, Kommilitonen, Nachbarn oder der Familie erzählen würde.

Natürlich habe ich keine offiziellen Zahlen oder Zielgruppen, die die Optik, die Bildung, den Familienstand oder sonst was belegen könnten. Aber ich kenne mein Umfeld. Ich kenne die Diskussionen über Cannabis in Deutschland. Ich treffe sehr viele Menschen, wirklich sehr viele. Und der wirklich kleinste Teil dieser Menschen ist der Klischee Kiffer, den wir alle von den Medien und der Hanfparade kennen 😉
Die Menschen wie du & ich verhindern die Legalisierung dermaßen, weil wir so voller Angst sind, was die Anderen von uns denken könnten. Weil auch eben wir uns über das Kiffer Klischee lustig gemacht haben. Weil das ja sehr viel einfacher ist, als dazu zu stehen das man Cannabis konsumiert und das eben nicht aus medizinischen Gründen.

Wie würde es auch aussehen, wenn ich meinem Chef erzählen würde, dass ich Cannabis nehme? Das ich kiffe wie ein Bekloppter, wenn ich Urlaub habe! Nein, das würden du & ich uns niemals trauen, wir könnten ja unsere Arbeit verlieren. Meine Freunde könnten mich verurteilen und gar Witze über mich machen. Darf ich denn noch Bier trinken, wenn ich als Kiffer entlarvt wurde? Ich will nicht so rüber kommen, wie die Beiden aus „So high“. Nein, das würde nicht gehen, mein Leben wäre zu Ende. Bla, Bla, Bla….

Du & ich müssen jetzt mal Eier zeigen, auch die Frauen!

Wir, du & ich müssen mal langsam Taten folgen lassen. Und das bitte ohne deine und meine Ausreden!
Ich habe es gemacht. Und was soll ich sagen, tja, es hat sich nichts verändert, außer dass ich mehr Menschen offen und ehrlich erklären kann, das Cannabis nicht so böse ist. Und siehe da, meine Freunde und Kollegen, von denen ich nie gedacht hätte dass sie wie ich auch mal gerne vor der PS4 hängen und kiffen, tun genau das. Nein, selbst die ganz seriösen, mit der S-Klasse inkl. Chauffeur, die Opern besuchen, kiffen auch. Aber den ersten Schritt hätten sie nie gewagt. Ich hätte sie ja verurteilen können. Ich? 😀 Never ever!

Also, hör zu. Wenn du Cannabis wirklich so liebst wie wir und für eine komplette Legalisierung bist, dann muss das verleugnen endlich aufhören. Deine Stimme zählt. Vertrau mir, nur mit dir können wir den Kampf gewinnen! Gegen die Kriminalisierung, gegen Verurteilung, gegen Ausbeutung von Menschen und die Ausbeutung einer Gott gegebenen Pflanze, die nie jemanden schaden wollte.
Ich weiß dass ich es mit dir schaffen kann!

Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht.
Mark Twain

P.S.: Wenn du ein Problem mit Cannabis hast und du merkst es wird dir zu viel, bitte um Hilfe. Ich kann dir gerne Telefonnummern und Orte nennen, an die du dich wenden kannst. Cannabis kann für einige von uns auch kontraproduktiv sein.

 

Daniel

In erster Linie bin ich ein Mensch, der das Spiel "Leben" mit voller Punktzahl abschließen möchte. Ich bin eine Mischung aus Hippie und Outlaw. 2017 habe ich Cannabis Rausch gegründet, um aus der Sicht des Cannabiskonsumenten zu berichten. Ich liebe Mode, Autos, Reisen und natürlich meine grüne Göttin. Ich lasse mich vom Leben treiben und schaue was es mir zu bieten hat. PS: Folgt mir bei Instagram. Einfach auf den ICON drücken.

7 Gedanken zu „Kiffer Klischee. Wer die Legalisierung wirklich verhindert!

  • Juni 29, 2017 um 7:48 am
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    Wir wollen hier mal nicht Ursache und Wirkung verwechseln. Ich gehe direkt mit, dass viele Kiffer sich nicht outen, die überhaupt nicht in das typische Bild des Kiffers der die Kontrolle über seinen Konsum verloren hat passen. Aber warum outen sie sich nicht? Weil das Gesetz solchen Leuten einfach – ZU RECHT! – Angst macht. Du wirst nämlich direkt kriminalisiert. Du kannst direkt deinen Führerschein verlieren, sollte eine Kontrolle durchgeführt werden. Du wirst oft unmittelbar von deiner sozialen Gruppe schräg angeschaut – ist doch klar, irgendwas komisches hatte man ja schon immer. Und so weiter. Das Problem ist also die Gesetzgebung. Punkt. Das es wünschenswert ist, hier einen hohen zivilen Mut zu erleben, keine Frage. Aber bitte macht doch jetzt diese Leute nicht zum Problem. In diesem Moment verprellt ihr zum Teil die, die sich eigentlich zu Euch rechnen, oder besser gesagt eure Interessen mit vertreten. Wer diesen Konflikt nicht kennt, kennt auch in Wirklichkeit keinen, oder nur ganz wenige, die sich in dieser Position befinden. Zu sagen, dass dieser Personenkreis „wirklich“ die Legalisierung verhindert…. das ist STARKER TOBAK! Und nicht in Ordnung.

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    • Juni 29, 2017 um 8:01 am
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      Danke für deinen Kommentar. Ich sehe das sehr viel anders. Um Dinge zu verändern braucht es eine Masse an Leuten die für eine Sache einstehen. Die Menschen konsumieren so oder so Cannabis, warum nicht einfach dahinter stehen? Die Legalisierung würde so viel schneller gehen wenn mehr Menschen dazu stehen würden. Und ja, viele von uns „Kiffern“ verhindern so die Legalisierung. Ach und Angst war schon immer ein beschissener Ratgeber 😉

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  • Juni 29, 2017 um 8:00 pm
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    ich bin ein Kiffer-klischee. Angefangen mit 25 als mir eine Trennung/Scheidung über die Ohren gewachsen ist und mein Alk- und Tabak Konsum noch dazu zu viel war. Dann ist nur kiffen geblieben.
    Mit 32 erfuhr ich über einen Mediziner, dass ich MS habe (hurrra! jetzt darf ich legal kiffen!) Bullshit. Ein mal Kiffer – immer Kiffer. Insgesammt über 10 Jahre konsumiert – überwiegend medizinisch begründet, na und? „1x kiffer – immer kiffer!“ Irgentwann wollte die Frau nicht mehr mitmachen- also weg damit. MS- egal, will Familie retten (und mich selbst). Schade eigentlich, hoffe nur es reicht mir die Zeit aus…

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    • Juni 30, 2017 um 4:51 am
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      Durchhalten und immer positiv denken & bleiben <3

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  • Juni 29, 2017 um 8:05 pm
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    Ich habe es meinen Eltern erzählt. Zunächst waren sie geschockt und dachten ich wäre ein Junkie. Meine Mutter erzählte entsetzt ihrer Freundin davon. Diese lachte nur und sagte „ja ist doch nix dabei, meine Kinder kiffen auch“. Ich habe kein Problem Leuten davon zu erzählen, aber die Angst bleibt irgendwann erwischt zu werden!

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  • Januar 12, 2018 um 7:40 am
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    Solange Marlene im Amt sitzt, werde ich einen Teufel tun irgendetwas publik zu machen. Großen Respekt vor dir, dass du dich „outest“. Ich habe auch begeistert das Buch vom „härtesten Jugendrichter“ Andreas Müller gelesen, der den Kampf führt ohne selbst direkt betroffen zu sein. Macht weiter so, in ein paar Jahren werden wir darüber lachen…

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