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Cannabis oder Alkohol?

Playstation oder Xbox, Audi oder BMW, Messi oder Ronaldo – es gibt so einige Fragen, auf die es für Fanboys und Fangirls nur eine Antwort gibt. ABER WELCHE IST RICHTIG?
Die Frage nach Cannabis oder Alkohol ist zwar weit weniger umstritten, aber auch bei der Frage gibt es zwei Fan-Lager. Es gibt Hardcore-Kiffer und überzeugte Trinker. Doch welche Droge ist wirklich besser?

Ich versuche in den nächsten Zeilen, einen möglichst sachlichen Vergleich durchzuführen. Dabei werden Kriterien wie Art und Dauer des Rausches ebenso dazugehören wie (gesundheitliche) Risiken und Katerstimmung. Auf geht’s! Alkohol vs. Cannabis! A gegen C!

Art des Rausches

A: Beim Trinken einer gemäßigten Menge Alkohol, sagen wir ein bis zwei Bier, tritt eine entspannende Wirkung ein. Die aktuell vorherrschende Stimmung wird verstärkt, Angstgefühle werden gedämpft. Man wird kommunikativer und die Kreativität steigt.
Warum ist das so? Nun ja, Alkohol ist ein starkes Zellgift, welches zudem sehr schnell in die Blutbahnen und ins Gehirn gelangt. Damit nimmt auch die Leistungsfähigkeit des Gehirns ab – weshalb nach größeren Mengen Fehleinschätzungen, Konzentrationsstörungen und eingeschränkte Sinneswahrnehmung eher der Normalfall als die Ausnahme sind. Man traut sich alles Mögliche zu und setzt in Einzelfällen sogar sein Leben aufs Spiel.

C: Bei der Betrachtung von Cannabis muss ich eines vorweg sagen: Je nach Konsumform (rauchen, essen) und Gras-Sorte (sativa, indica) ist die Wirkung von Cannabis immer etwas anders. Deshalb muss man eher von einem Wirkspektrum sprechen.
Beim Rauchen von Cannabis wird vermehrt Dopamin ausgestoßen. Deshalb ist man meistens euphorisch („high“) und gleichzeitig emotional gelassen. Gewohnte Denkmuster werden von neuartigen Ideen und Einsichten verdrängt. Ab einer gewissen Menge treten immer öfter Gedankensprünge auf. Mir ist es schon manchmal passiert, dass ich einfach nur daliege und wie in einem Delirium im Halbschlaf von den verrücktesten Dingen träume – ohne wirklich zu schlafen.
Das Kurzzeitgedächtnis ist extrem schwach beim kiffen – wie oft kam es schon vor, dass man sich gerade den perfekten Kommunismus ausdenkt und fünf Minuten später überhaupt nicht mehr weiß, um was es geht.

Die Sinne werden unter Einfluss von Cannabis geschärft – man wird hoch sensibel und nimmt gerade unterwegs auch Nebensächliches deutlich wahr. Ebenso wird das Gemeinschaftsgefühl intensiviert. In einer Gruppe wird man oft albern. Was ich ziemlich krass finde: Man kann sich super gut in seinen Gegenüber hineinversetzen. Tatsächlich hatte ich mal ein sehr krasses Erlebnis, bei dem ich drei, vier Gedanken meiner Freundin erraten habe. Wohlgemerkt am Stück!
Noch eine Notiz zum Körperempfinden: Der Blutdruck steigt, aber man fühlt sich entspannt. Außer man ist draußen an einer Straße, dann fressen dich die Paranoia auf – denn jedes Auto sieht dann wie die Polizei aus! Kiffer sind in solchen Fällen eher ängstlich und gehen Konfrontationen gezielt aus dem Weg.

Dauer des Rausches

A: Das Kriterium ist gar nicht so einfach zu beantworten. Denn wenn es nach der Dauer des Abbaus geht, hält sich Alkohol einige Zeit im Körper. Das merkt man spätestens am Morgen nach einer durchzechten Nacht. Rein subjektiv habe ich aber den Eindruck, dass bei einem anstehenden Event beim Vorglühen meist kräftig zugelangt wird. Dass hat dann zur Folge, dass man entweder schon gar nicht mehr in den Club reinkommt, oder erstmal den Gang zur Toilette bestreitet.

Spaß! In den meisten Fällen geht man dann einfach in den Club rein und tanz beschwingt in die Nacht. Irgendwann, vielleicht nach zwei, drei Stunden im Club, ist dann aber folgender Punkt gekommen: Man ist nicht mehr wirklich betrunken und wird wieder langsam klar im Kopf. Dem Zustand kann man zwar mit noch mehr trinken entgegenwirken, aber die Stimme der Vernunft konkurriert mit diesem Gedanken. Denn die folgende Entscheidung bestimmt über das Ausmaß des morgen folgenden Katers.

C: Wenn ich einen Space-Brownie esse, dann hält das High auch mal den ganzen Tag an. Wenn ich allerdings einen Joint rauche, dann dauert die Wirkung meistens eine Stunde auf dem Höhepunkt an, flacht dann noch zwei bis drei Stunden leicht ab und nach ungefähr sechs, sieben Stunden bin ich wieder nüchtern. Den Wert verallgemeinere ich mit gutem Gewissen.

Risiken

Im folgenden Absatz gehe ich nur auf unmittelbare Risiken ein, einen Vergleich über die Langzeitfolgen findet ihr hier.

A: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auf jeden Fall das Risiko einer Körperverletzung besteht. Ein einziges Mal habe ich es so weit getrieben, dass ich erstens einen Filmriss hatte und zweitens ein blaues Auge und ein blutendes Knie. Ursache bis heute ungeklärt –> über sachdienliche Hinweise freue ich mich in den Kommentaren 😉. Nein, im Ernst: Im betrunkenen Zustand dreht man schon echt manchmal krumme Dinger. Man wird aggressiver, überschätzt sich und ist irgendwann nicht mehr Herr seiner Sinne. Und ich bin mir sicher, dass nicht nur ich in jungen Jahren keinen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol gepflegt habe. Wenn man schon viel getrunken hat, ist die Hemmschwelle zum noch mehr trinken meist nicht mehr so weit oben. Irgendwann droht dann auch die Alkoholvergiftung – aber dafür muss man schon einiges trinken. Trotzdem: Bei Alkohol ist echt Vorsicht geboten. Gerade im Straßenverkehr können schon geringe Mengen Alkohol lebensbedrohliche Folgen haben.

C: Es ist noch nie ein Mensch an Cannabis gestorben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Nach zu viel Gras schläft man einfach ein. Ich persönlich habe mich nach dem Kiffen weder einmal verletzt, noch ist mir was Dummes passiert. Trotzdem sollte klar sein: Cannabis macht was mit deinem Körper – weshalb du genau abwägen solltest, was du dir zutraust und was nicht. Manch einer hat keine Probleme, nach einem Joint sein Auto sicher durch den Straßenverkehr zu lenken. Für Patienten hat das auch keine rechtlichen Folgen. Jedoch rate ich jedem Unerfahrenen Konsumenten stark davon ab, bekifft Auto zu fahren. Denn vor allem gegenüber nüchternen Unbeteiligten an einem potenziellen Unfall ist das extrem unfair.

Kater

A: Wer kennt es nicht: Man wacht nach einer durchlebten Nacht auf – und hat einen mörderischen Schädel. Der Gleichgewichtssinn hat einen Knacks abbekommen und wird sich wohl erst gegen Abend wieder eingeschwungen haben. Weil man zu viel Cola-Mische getrunken hat, ist noch eindeutig ein Sodbrennen zu verorten. Im Bauch grummelt es eventuell.
Kurz: Man will einfach nur, dass die Situation ganz schnell zu Ende geht. Man schwört sich vielleicht, nie wieder Alkohol zu trinken. In Ausnahmefällen ruft man seinen besten Freund oder seine beste Freundin an, um sich über die Geschehnisse von gestern Nacht aufklären zu lassen. Ja, ein Kater ist nichts schönes und definitiv eine Schattenseite des Alkohols.

C: Was soll ich hier schreiben? Cannabiskonsum zieht einfach keinen Kater nach sich. Man ist vielleicht noch ein bisschen zerknautscht beim Aufwachen – aber das gibt sich mit dem ersten Bein, was aus dem Bett steigt.
Mein Bruder ist angehender Optiker und findet es sogar ganz nice, früh noch leicht bekifft mit der Kundschaft zu reden.

Showdown – Alkohol oder Cannabis?

Wer jetzt eine allgemeingültige Antwort auf die Frage sucht, wird wohl etwas enttäuscht sein. Denn ich möchte niemanden bevormunden und schlage vor, du bildest dir anhand der Argumente deine eigene Meinung.
Eine subjektive Auswertung von meiner Seite ist aber drin. Also los!

Art des Rausches: Ich mag beide Rauschzustände, bei mäßigem Konsum passt für mich der Rausch von sowohl Alkohol als auch Cannabis.
Dauer des Rausches: Hier gewinnt Alkohol mit knappem Vorsprung. Gerade beim Joint rauchen ist man nach ein, zwei Stunden schon wieder gewillt, nachzulegen.
Risiken: Hier gewinnt Cannabis für mich deutlich. Unter dem Einfluss von viel! Alkohol werden viele Menschen einfach extrem unberechenbar und ändern ihr Verhalten nicht gerade zum Positiven. Auch ich selber musste unangenehme Erfahrungen machen.
Kater: Auch hier gewinnt Cannabis deutlich. Hier ist ganz klar die Frage: Sein oder nicht sein.

Ich selbst trinke seit Sommer diesen Jahres keinen Alkohol mehr. Die ersten zwei Monate hat sich das so eingeschlichen, mittlerweile vermisse ich ihn einfach nicht mehr. Gerade der Punkt Kater war mir früher immer ein Dorn im Auge.

 

Wie haltet ihr es mit den beiden unterschiedlichen Drogen? Gebt ihr euch auch mal gern den Wonnen des Alkohols hin oder seid ihr auf Cannabis-Only umgestiegen? Ist Mischkonsum ein Mittelweg? Ich freue mich auf eure Meinungen in den Kommentaren!

Über den Autor

Lorenz

1997 in Dresden geboren, habe ich mich 2017 der Hanf-Pflanze verschrieben. Neben Studien der Wirtschaftsinformatik und Gartenbau-Wissenschaften bin ich kurz nach Gründung von Cannabis-Rausch.de als Autor und Online-Mensch mit eingestiegen und habe im Thema eine Leidenschaft gefunden, die meine folgenden Lebens-Entscheidungen maßgeblich beeinflusst hat. Durch Messe-Besuche, über 125 geschriebene Fach-Artikel, Reisen in legalisierte Länder und die Mitgründung eines Cannabis Social Clubs in Spanien, zahlreichen gehaltenen Vorträgen und der zwischenzeitigen Mitarbeit an WeedUp TV, bin ich 2020 endlich in einem halbwegs statischen Lebensumfeld in der Schweiz gelandet. Mein Job ist die Betreuung verschiedener CBD-Projekte als Gärtner und Marketing-Mensch bei der Glas-Galerie Vapes'n'Dabs in Rapperswil SG, Schweiz.

2 Kommentare

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