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Entstehung des Graspreises.

Entstehung des Graspreises.

Oft habe ich mich gefragt, wie die Entstehung des Graspreises in Deutschland zu Stande kommt, zumal das meiste Zeug eh hier angebaut wird. Daher will ich euch heute mal einen klassischen Ablauf aufzeigen, wie der Graspreis entsteht und warum du am Ende so viel dafür bezahlen musst.

Daher habe ich mich mit einem Großhändler unterhalten. Leider kann ich ihn nicht zitieren und auch keine Bilder zeigen, da das Risiko einfach zu hoch wäre für diese Person wäre. Darum hat er mir den klassischen Ablauf und die passenden Preise dazu genannt.

Pflanze XY wächst zum Beispiel mit 20.000 anderen in einer großen Lagerhalle irgendwo in Deutschland.

Beim Produzenten kostet dann das Gramm Gras aus deutschem Indoor-Anbau ca. 3,50€. Mit den 3,50€ hat der Produzent alle seine Kosten gedeckt, angefangen vom Personal das sich um die Pflanzen kümmert, der ganzen Technik, Strom, Wasser, Miete, Bestechungsgelder und natürlich dem eigenen Gewinn.

3,50 € pro Gramm sind wirklich sehr gut. Allerdings muss man für diesen Preis auch einiges vom Großhändler abkaufen, da sich sonst der geringe Preis nicht lohnt. Die meisten Großhändler arbeiten in der Regel auch nur mit einem einzigen Zwischenhändler. Denn wenn es mehr Zwischenhändler werden, steigt das Risiko extrem an, das die ganze Nummer auffliegt. In den meisten Fällen sind nie mehr als 3-8 Personen in den ganzen Anbau und Ablauf involviert.

Die Preise wären sehr viel niedriger, wenn Gras legal wäre. Im Durchschnitt wären es dann knapp 1,00€ pro Gramm. Aber in Deutschland ist das Gras immer noch illegal, daher erklärt sich der etwas höhere Preis bei Großhändlern, da diese viele Hürden und ein extrem hohes Risiko auf sich nehmen.

Nun kommt aber der Zwischenhändler, der muss nun das Gras transportieren.

Nehmen wir mal an der Zwischenhändler kauft 50kg Gras vom Produzenten. Das wäre ein Wert von ca. 175.000€. Nun fährt der Zwischenhändler mit dem Gras zum Beispiel von Bayern nach Berlin. Alleine dieser Fahrt ist ein extrem hohes Risiko für den Fahrer, denn mit 50kg Gras im Kofferraum, geht der Zwischenhändler mindestens für ein paar Jahre in den Knast. Daher steigt schon hier der Preis vom Gras von 3,50€ das Gramm auf ca. 5,00€. Das sind 1,50€ Gewinn pro Gramm, das macht bei 50kg einen Gewinn von 75.000€. Ein guter Verdienst. Wenn das Gras nun in Berlin angekommen ist, muss es selbstverständlich weiter verteilt werden. Meistens wieder an Zwischenhändler, in den seltensten Fällen direkt an den Verbraucher.

Nun sitzt Zwischenhändler A in einer angemieteten Wohnung irgendwo in Berlin, wo die Polizei in zig Jahren nicht vorbei gucken wird. Aber irgendwann bekommt die Polizei doch Wind davon, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Jetzt verkauft der Zwischenhändler A an verschiedene, weitere Zwischenhändler, oder quasi an den „Dealer“. Je nachdem wieviel Kilo der Dealer kauft, desto weniger muss er bezahlen. Denn Zwischenhändler A will am liebsten alles auf einmal verkaufen, so würde das Risiko minimiert werden, passiert aber eher selten. Denn die meisten Dealer verkaufen keine 50kg auf der Straße.

Ein guter Berliner Dealer kauft dann vielleicht 10 kg ein und bekommt dieses für einen Kurs von 6€ pro Gramm. Der Zwischenhändler macht dann wieder Gewinn, er bekommt nicht nur das Transportgeld, nein verdient nun auch noch direkt am Gras. Dann macht der Zwischenhändler A nochmal einen Gewinn von 10.000€. Nun verkauft der Zwischenhändler A aus der Berliner Wohnung weiter seine Kilos. Die Preise variieren hier von 6,00€ bis zu 8,00€. Einige bekommen auch Preise unter 6€, aber das passiert eher selten.

Nun geht der Dealer mit seinen 10kg entweder direkt an seine Endkunden, oder verteilt noch ein paar hunderte Gramm an weitere Dealer.

Wenn der Dealer sich dazu entscheidet sein Weed direkt an den Endkunden weiter zu verkaufen, muss man als Endkunde auch ein paar Gramm mehr abkaufen, unter 30g geht da in den meisten Fällen nichts. Dann bekommt man aber auch schon einen guten Preis von ca. 8€ pro Gramm. Damit macht der Dealer nur 60€ puren Gewinn. Viele Endkunden kaufen auch gleich 100g, dann verdient der Dealer ca. 200€. Im Durchschnitt verdient der Dealer mit seinen 10kg knapp 20.000 €. Er hat aber auch ein extrem hohes Risiko zu tragen, da er mit verdammt vielen Menschen zu tun hat.

Daher ist es dem Dealer auch am liebsten, seine 10kg gleich auf einmal weiter zu verkaufen. Dann würde er das Gramm auch für 7€ weiter verkaufen und zwar nur 10.000€ verdienen, aber könnte dann nachts besser schlafen.

Nun hat Dealer A vielleicht 1 kg an einen anderen Dealer verkauft, der es zum Beispiel an Touristen auf der Straße verkauft. Wir alle kennen die Berliner Straßendealer, diese Leute stehen ganz am Ende der Nahrungskette, sie tragen das größte Risiko und verdienen zwar recht gut, aber das Geld steht in keinem Verhältnis zum Risiko.

Nehmen wir mal an er hat das Gramm, zum Preis von 8€ bekommen.

Dann verkauft er das Gramm für mindestens 10€, oft aber auch für über 15€. Wenn der Straßen Dealer jemanden auf der Straße gefunden hat, verkauft er dem Endkunden ca. 4 Gramm für zum Beispiel 50€. Nun hat er nur einen lächerlichen Gewinn von knapp 18€ gemacht. Wenn man als Straßen Dealer viel Geld verdienen möchte, muss man ein extrem hohes Risiko eingehen und fast den ganzen Tag auf der Straße stehen. Einige verdienen so ein paar tausend Euro im Monat. Das sind aber auch schon die Topverdiener.

Im Durchschnitt bezahlt man in Deutschland knapp 11,00€ pro Gramm.

Wie ihr seht, ist der Preis von Gras irgendwie gerechtfertigt, da es in Deutschland einfach noch illegal ist. Also hört auf zu meckern über die Preise und seht gefälligst zu, dass ihr Lärm macht, damit der Rotz endlich legalisiert wird. Ich möchte nämlich bald nur noch für einen Kurs von 2€ pro Gramm mein Gras kaufen (Aus Eigenanbau).

Das war die Entstehung des Graspreises.

Schaut mal hier vorbei: Wieviel kostet Cannabis in meiner Stadt?

Wieviel bezahlt ihr in eurer Ecke für das Gramm?

Über den Autor

Daniel

In erster Linie bin ich ein Mensch, der das Spiel "Leben" mit voller Punktzahl abschließen möchte. Ich bin eine Mischung aus Hippie und Outlaw. 2017 habe ich Cannabis Rausch gegründet, um aus der Sicht des Cannabiskonsumenten zu berichten. Ich liebe Mode, Autos, Reisen und natürlich meine grüne Göttin. Ich lasse mich vom Leben treiben und schaue was es mir zu bieten hat.

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2 Kommentare

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  • Leider ist die „Jamaika Koalition “ mit Grünen und FDP gescheitert. Die hätten möglicherweise zügig eine Legalisierung zumindest für häusliche Balkonpflanzen durchgesetzt.
    Komisch, dass der Staat so dumm ist und sich all die Steuergelder entgehen lässt und stattdessen sinnlos Geld für Gerichtsverfahren und polizeiliche Fahndungen verpulvert. In Colorado hat die Legalisierung Arbeitsplätze geschaffen, dem Staat Einnahmequellen beschert und sogar die Immobilienpreise sind gestiegen, wie man kürzlich in einer Fernsehdokumentation erfahren konnte. Auch die ursprünglich befürchtete „Verelendung“ trat nicht ein. Alle Cannabisläden werden sauber und transparent wie deutsche Apotheken geführt, die Kundschaft ist weder kriminell noch suspekt, die überwiegende Mehrheit besteht aus Menschen der Mittelschicht zwischen 30 und 60 Jahren. Das ganze Land profitiert.

  • Ich möchte zu deinem Bericht oben noch was ergänzen, das ich sehr wichtig finde. Man muss sich in Deutschland vom Mariuhanahandel distanzieren, da er illegal ist. Das ist nicht als Floskel gemeint, die natürlich niemand hören mag, sondern das ist ein entscheidender Punkt. Du hast anschaulich geschildert, wie Preise zustande kommen. Dieses ohne Bewertung stehen zu lassen, finde ich ein bisschen problematisch. Aus folgendem Grund: Jeder dieser „Marihuana- Verteiler“ steht permanent mit einem Bein im Knast und riskiert für ein paar Euro „Verdienst“ mehrjährige Haftstrafen. Das ist kein Pappenstiel,sondern bedeutet für diese Personen konkret, dass sie sich ihr Leben versauen. Wollte ich nur mal erwähnen, damit es nicht vergessen wird.