Tschüss gekauftes Instant-High

Jeder will high sein. Eine neue Emotion. Ein neues Gefühl. Den Horizont erweitern, oder verkleinern und ersticken. High sein kann man nur schwer definieren. Es ausmachen, was es im Detail ist. Die Facetten und Wege high zu sein, oder zu werden, scheinen schier unmöglich. Seit Jahrtausenden streben die Menschen danach high zu sein. Sich aus dem alltäglichen, gewohnten zu erheben. Ein High kann die Erleuchtung in sich tragen und zugleich die Wurzel allen Übels. Neil Armstrong erlebte sicherlich ein gigantisches High in der Apollo 11, 61km Höhe in 2.33 Minuten, 10,8 km/s, diese Erfahrung muss einem High gleichen.

Die indigenen Völker aus dem Amazonasbecken, die ins tiefste Innere zu sich reisen, durch die gesamte Galaxie, ohne dabei ihren physischen Körper zu bewegen. Ayahuasca bescherte schon Millionen Menschen ein nicht zu beschreibendes High. Neil Armstrong konnte sein Erlebtes in der Apollo 11 wohl nie in Gänze mit den Menschen teilen.

Das High eines meditierenden Yogis. Das High eines Marathon Läufers. Das eines Bergsteigers. Ein High ist so individuell, wie der Mensch selbst. Ein High wiederzugeben ist mit Worten nicht möglich. Man kann es niemanden zeigen, oder es mitfühlen lassen.

Mit oder ohne Anstrengung zum High?

Es gibt generell zwei grundsätzliche Wege in unserem heutigen Zeitgeist high zu werden. Die „Drogen“-Option beinhaltet Bargeld oder Bitcoins, einen Dealer, sehr kurze Wartezeit, quasi das Instant-High ohne große Anstrengungen. Diese Option beinhaltet einige Ecken und Kanten, in vielen Fällen besteht auch die Gefahr der Strafverfolgung. Im Allgemeinen lässt sich sagen, das alle gutartigen Substanzen verboten sind und somit künstlich ins schlechte Licht gerückt werden. Wie LSD, Cannabis, DMT, MDMA, Psilocybin und, und, und. Bösartige Drogen sind generell legal und erlaubt. Wie Alkohol, Zigaretten und hunderte Medikamente. Mit beiden Drogenvarianten lassen sich jedoch über einen mehrjährigen Verlauf schöne Highs erleben. Doch nach einem gewissen Zeitrahmen tritt die Dualität ein. Das bedeutet, die einst guten Highs zeigen nun ihre böse Visage. Willkommen Nebenwirkungen. Die hermetischen Gesetze wirken auch beim High. Doch…

… Für einen mittelfristigen Zeitraum können diese herbeigerufenen Drogen-„highs“ ein berauschendes Erlebnis herbeiführen. Eine sehr beliebte Option. Ob Drogen ein erstrebenswertes High herbeirufen, sei mal dahin gestellt. Viele Drogen bringen ein heilsames High mit sich. Doch das tun fast alle Highs. Dieses High wird im Allgemeinen als das High für den schwachen Geist betitelt. Da diese Highs keine persönliche Überwindung oder Anstrengungen erfordern

Die zweite Option um high zu werden bedarf sehr viel Anstrengung, Disziplin und vor allem Zeit. Ein Astronaut muss unvorstellbare Prüfungen auf sich nehmen, um in den Genuss des physisch wohl höchsten Highs zu kommen. Ein Zen Meister verbringt Jahrzehnte damit die höchste Stufe seines erlebbaren, irdischen Highs zu erreichen. Bergsteiger brauchen Jahre um ihre Muskulatur zu trainieren, um damit die höchsten Berge zu besteigen und high mit dem Berg zu sein. Zu meditieren und somit höhere Welten als auf LSD zu erreichen, erfordert Jahre der Achtsamkeit und Selbstoptimierung. Von Ernährung bis zum täglichen Sport. Der natürliche Weg des high Seins umfasst gigantisch viele Hebel, die gedrückt werden müssen, um das natürliche High zu erleben. Anders als bei den Drogen, dort reicht oft nur ein Hebel und zwar das Konsumieren.

Das bessere High

Unsere heutige Gesellschaft strebt immer mehr nach Instant-Highs. Schnell, einfach, ohne viel Mühe oder jahrelanges Warten. Paradebeispiele sind die Alkoholindustrie und Cannabisindustrie. Gerade die Cannabisindustrie verzeichnet weltweit immer neue Konsumenten. Jedes Jahr werden es Millionen mehr. Cannabis erobert unfassbar schnell den Globus und verteilt tonnenweise Instant-Highs. Die Cannabisindustrie ist die am meisten wachsende Industrie der Welt, keine Industrie wächst schneller und kaum eine andere Macht mehr Umsatz. Die kleine Pflanze, die ihren botanischen Ursprung in Tibet hatte, erobert nun die gesamte Welt. Ein beeindruckendes Unkraut. Das Instant-High für jedermann.

Mit dem Blick nach Deutschland gerichtet, eine beunruhigende Entwicklung. Aus der einstigen Stimme der Entkriminalisierung ist heute ein boomendes Geschäft mit dem Instant-High geworden. Wo einst die Hippies herrschten, finden wir heute Headfonds, Lobbyisten und Investoren. Die Welt hat sich bereits geändert.

Mit Blick ins Kinderzimmer stellt man zügig fest, das die schnelle Serotonin Ausschüttung gewünscht ist. Durch die allgemeine Digitalisierung wird das Instant-High propagiert. Das System verlangt nach Konsumenten und nicht nach für sich alleinstehenden Menschen. Diese Botschaft wird schon seit dem Ende des zweiten Weltkriegs propagiert. Es ist euer System, in dem ihr selbst gewählt lebt. Ein High ist heute zum Geschäft geworden. High zu sein ist ein Grundbedürfnis. Es ist unsere spirituelle Natur. Es ist ein Teil der Essenz des Universums selbst. Es liegt in unserer DNA. Doch ein High, das die Menschen so vor Liebe und Ehrfurcht durchdringt, wird oftmals für ein Mythos gehalten. Es gibt sicherlich hunderttausende, wenn nicht Millionen Menschen auf der Welt, die ein selbst erschaffenes High erleben können.

Gibt es das falsche High?

Ganz sicher nicht. Drogen-Highs sind wichtig. Kinder und Jugendliche, die nie die Gelegenheit oder die Chance hatten eine Technik zu erlernen sich auf natürlicherweise in ein High zu befördern, denen können im späteren Leben als Erwachsene Substanzen dazu verhelfen. Man muss schon ziemlich am Universum vorbei leben, wenn man nicht feststellt, dass zum Beispiel das High vom Weed nicht reproduzierbar ist. Sogar DMT kann selbst im Körper produziert werden. So wie Serotonin. Wer MDMA oder DMT mag, wird Yoga oder meditieren nach vielen Jahren bevorzugen. Drogen geben uns die Chance, die Blickwinkel zu wechseln. Zu einem lebenswerten Leben gehören aus meiner Sicht viele verschiedene Highs. Je mehr Erfahrungen man hier auf der Welt gesammelt hat, desto lebenswerter und ehrbarer erscheint mir ein menschliches Leben. Milliarden Leben und Trillionen Highs.

Tschüss einfaches High

In der Leistungsgesellschaft ist zur Zeit kein wirklicher Platz, um das natürliche High zu finden. Was schade ist, denn das natürliche High hat nur positive Seiten vorzuweisen und wirkt zudem noch um einiges stärker. Ich konnte durch Jahre der Selbsterfahrung beide Zustände mehr als ausgiebig ausloten. Ich kann aus erster Hand bestätigen, dass das natürliche High sehr viel mächtiger und echter ist.

Niemand sollte sein High kaufen. Selber erzeugen: Das gilt für den Cannabisanbau oder auch das natürliche High. Bis alles soweit ist, kann man sich den Thrill des staatlichen Paranoia Highs gerne geben, was zugegeben eine spannende Erfahrung ist. Noch ist man rebellisch, wenn man dem Instant-High folgt. Noch rebellischer ist man in Wirklichkeit nur, wenn man natürlich high wird…

Daniel

In erster Linie bin ich ein Mensch, der das Spiel "Leben" mit voller Punktzahl abschließen möchte. Ich bin eine Mischung aus Hippie und Outlaw. 2017 habe ich Cannabis Rausch gegründet, um aus der Sicht des Cannabiskonsumenten zu berichten. Ich liebe Mode, Autos, Reisen und natürlich meine grüne Göttin. Ich lasse mich vom Leben treiben und schaue was es mir zu bieten hat. PS: Folgt mir bei Instagram. Einfach auf den ICON drücken.

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