Artikelserie: Wie Cannabis gegen verschiedene Leiden hilft

In dieser Serie wollen wir jede Woche Dienstag die medizinische Wirksamkeit von Cannabis auf den Prüfstand stellen. Jede Woche soll eine andere Krankheit oder Krankheitsgruppe im Mittelpunkt stehen.

Zur Einstimmung auf die kommenden Wochen gibt es an der Stelle erst einmal einen kurzen Ausflug in die Geschichte der medizinischen Anwendung von Cannabis.

Bereits vor über 4000 Jahren entdeckten findige Naturburschen die medizinische Wirksamkeit von Cannabis.

Der chinesische Kaiser Shen Nung schrieb schon damals ein Buch über die heilende Wirkung gegenüber Verstopfungen, Gicht, Malaria oder Rheuma.
Auch in der traditionellen indischen Heilkunst „Ayurveda“ setzte man Cannabis schon früh gegen Krämpfe, Ohrenschmerzen, Unterleibsbeschwerden oder Kopfschmerzen ein. Außerdem wurde Cannabis zur Steigerung des Lustempfindens eingesetzt!
Das Volk der Assyrer nutzte die psychische Wirkung von Cannabis noch weitgehender. Schon sehr früh war Cannabis ein Mittel gegen Depressionen und Angst. Sogar Bier enthielt auf Grund seiner heilenden Wirkung Cannabis!
Die Reise um die Welt hört aber noch lange nicht auf. Auch die Nepalesen wussten Cannabis gegen einige Volkskrankheiten einzusetzen. So zum Beispiel als Mittel gegen die Höhenkrankheit oder als Schlafmittel.
Und auch die Ägypter setzten Cannabis nicht nur als Kommunikationskanal zu den Göttern ein.

Und bei uns?

Während die Cannabis-Pflanze in ihren natürlichen Lebensräumen schon vor langer Zeit rund um den Globus medizinisch genutzt wurde, kam sie erst im 19. Jahrhundert nach Europa. Bei uns wurde Cannabis vor allem gegen Asthma, Lungenleiden und Schlafstörungen verwendet. Doch die Erfolgsgeschichte des medizinischen Cannabis wurde unterbrochen. Als ein gewisser Herr Anslinger die Prohibition von Cannabis unter rassistischen Motiven auf die Spitze trieb, wurde Cannabis nur noch illegal konsumiert. In der Zeit der hemmungslosen Verfolgung schätzten Konsumenten vor allem die berauschende Wirkung des Cannabis, weshalb der medizinische Aspekt aus dem Fokus verschwand.

1964 dann ein Durchbruch: Man konnte Delta-9-Tetrahydrocannabinol (Δ9-THC) isolieren. Damit war der Grundstein für weitere Forschungen gelegt.
Jedoch wurde durch das mittlerweile schlechte Image von Cannabis nur sehr wenig an dessen Wirksamkeit geforscht. Erst 1980, 16 Jahre später, entdeckte man den ersten Cannabinoid-Rezeptor und damit auch das körpereigene Endocannabinoid-System.

Bis heute sind die Wirksamkeitsmechanismen von Cannabis nur wenig erforscht. Studien beruhen daher häufig auf Patientenbeobachtungen und nicht auf fundamentalem medizinischen Wissen. Hoffen wir, dass eine baldige Legalisierung umgesetzt wird und dieses großartige Kapitel der Humanmedizin weitergeschrieben werden kann!

Zur Bekämpfung oder Symptom-Linderung folgender Krankheitsbilder wird Cannabis heute schon eingesetzt:

neurologische Diagnosen: Multiple Sklerose (MS), Epilepsie, Spastik, Bandscheibenvorfall, Paraplegie, Tetraplegie, Tourette-Syndrom, Polyneuropathie, Myopathie

psychische Diagnosen: Depression, Schlafstörung, Angstdepression, Zyklothymie, Alkoholismus, Opiatsucht

Schmerzen: Migräne, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Polyarthritis, Magenschmerzen, Menstruationsschmerzen, Morbus, Bechterew, Skoliose

Infektionen: HIV, Hepatitis C, Chronische Bronchitis, Post-Polio-Syndrom

Weitere Diagnosen: Asthma, Neurodermitis, chronische myeloische Leukämie, Glaukom, Übelkeit, Appetitlosigkeit, Krebs

Lorenz

Lieblingsfarbe Grün - Farbe der Hoffnung, Farbe meiner politischen Heimat und Farbe meines Lieblingskrauts. Weitere Buzzwords meines Lebens sind Fotografie, Reisen und die Liebe zum geschriebenen Wort. 1997 wurde ich im tiefsten Osten geboren und bin trotzdem (oder gerade deswegen?) ein linksgrünversiffter Gutmensch geworden. Nach 1,5 interessanten Jahren dualer Studiertätigkeit im Fach Wirtschaftsinformatik widme ich mich mich im Moment ganz im Sinne meiner Bloggertätigkeit einem Bachelor in Gartenbau.

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